MIT veröffentlicht „streng geheime“ Dokumente über Chomeini
Der türkische Geheimdienst MIT hat „streng geheime“ Dokumente über den zwangsweisen Aufenthalt des Anführers der Iranischen Revolution, Ayatollah Chomeini, in der Türkei zwischen 1964 und 1965 veröffentlicht.
Der türkische Geheimdienst (MIT) hat mit neuen Dokumenten, die auf seiner offiziellen Website veröffentlicht wurden, Licht auf einen historischen Wendepunkt geworfen. Die in der Rubrik „Sondersammlung“ des MIT publizierten Dokumente mit dem Vermerk „streng geheim“ legen den zwangsweisen Aufenthalt des Anführers der Iranischen Revolution, Ayatollah Chomeini, in der Türkei in den 1960er Jahren detailliert offen.
CHOMEINIS GEHEIME ÜBERWACHUNG IN DER TÜRKEI
Die veröffentlichten Dokumente zeigen, dass Chomeinis Anwesenheit in der Türkei unter strengster Geheimhaltung verwaltet wurde. In einem Befehlsschreiben vom 11. November 1964, das die Unterschrift des damaligen Leiters des Nationalen Sicherheitsdienstes (MEH), Ziya Selışık, trägt, wird Chomeini als „iranischer Gast“ bezeichnet und festgelegt, dass für ihn der Deckname „Belli“ zu verwenden sei. Mit dieser speziellen Anweisung wurde der Name Chomeinis in sämtlichem Schriftverkehr und in verschlüsselten Nachrichten aus Sicherheitsgründen durch diesen Codenamen ersetzt.
Die Dokumente belegen zudem, dass das Haus, in dem Chomeini in Bursa wohnte, sowie seine täglichen Routinen streng von der Dienststelle Bursa Yuva überwacht wurden. Im Bericht heißt es: „Der iranische Gast ist in der Türkei eingetroffen und sein Aufenthalt in Bursa wurde beschlossen. Das Haus, in dem der Gast untergebracht wird, sowie alle weiteren Angelegenheiten bezüglich des Gastes werden persönlich von der Dienststelle Bursa Yuva geregelt.“ Dies bedeutet, dass Chomeinis elfmonatiger Aufenthalt in der Türkei ein Prozess war, der von den lokalen Sicherheitsbehörden mit höchster Aufmerksamkeit verfolgt wurde.
EIN HISTORISCHER EINBLICK AUS DEM MIT-ARCHIV
Die veröffentlichten Dokumente liefern zudem einen klaren Zeitrahmen für den zwangsweisen Aufenthalt von Ayatollah Chomeini in der Türkei zwischen dem 4. November 1964 und dem 5. Oktober 1965. Chomeini, der aufgrund seines Widerstands gegen das Schah-Regime im Iran in die Türkei verbannt worden war, lebte etwa elf Monate lang unter der engen Beobachtung des MIT (damals noch unter dem Namen MEH) in Bursa. Während dieser Zeit wurde jede Bewegung Chomeinis vom MIT aufmerksam verfolgt.
Nachrichtenquelle: 12punto
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