Mordverdächtiger Arzt floh aus dem Gericht – seit 12 Tagen verschwunden! Bekannte des Arztes: „Alle sind völlig fassungslos"
Ein 19 Jahre lang verborgener Mord kam durch eine Tonaufnahme ans Licht. Der Arzt Erdal Bektaş, der Gökhan Atakan in einer Toilette ertränkte, verließ den SEGBİS-Raum, als ihm das verschärfte lebenslange Urteil verkündet wurde, und floh zu Fuß aus dem Gericht. Er war Hausarzt und hatte sich als Bürgermeisterkandidat beworben. Alle, die ihn kannten, sagen dasselbe: „Wir dachten, er sei ein guter Mensch."
Bericht: Rojda ALTINTAŞ
Im Jahr 2006 hieß es: „Er fiel beim Waschen einer Wassermelone in den Fluss." Doch in Wirklichkeit war er in einer Toilette ertränkt worden – mit Wasser, das am Morgen aus dem Fluss Sakarya geholt worden war.
Als der Bauingenieur Gökhan Atakan im Sommer 2006 tot im Fluss Sakarya gefunden wurde, wurde die Akte schnell geschlossen.

Todesursache: „Ertrinken". Zeugin: „die Ehefrau". Begründung: „Er verlor beim Waschen einer Wassermelone das Gleichgewicht und fiel in den Fluss." Doch Jahre später tauchte eine Tonaufnahme auf. Diese Frau – seine Ehefrau – gestand den Mord. Mit dem Detail des Ertränkens in der Toilette. Die Aufnahme war voll von Geständnissen, die Yeliz Atakan ihrem zweiten Ehemann erzählt hatte. Gemeinsam mit ihrem Geliebten, dem Arzt Erdal Bektaş, hatten sie Gökhan mit Wasser, das sie am Morgen aus dem Fluss Sakarya geholt hatten, in der Toilette ertränkt. Die Leiche hatten sie anschließend wieder in denselben Fluss geworfen – diesmal, um es wie einen Ertrinkungsunfall aussehen zu lassen.
Die Aussage wurde durch Zeugen, HTS-Aufzeichnungen und kriminalistische Analysen bestätigt. Am Tattag sendete Bektaş' Telefon morgens ein Signal vom Flussufer und nachts erneut vom selben Ort. Er schien in einem Istanbuler Krankenhaus Dienst zu haben, doch ein Laborant hatte ihn vertreten. Auf dem Dienstplan hatte er unter seinem eigenen Namen eine gefälschte Unterschrift geleistet.
EINE KETTE VON JUSTIZFEHLERN
2022 wurden sie verhaftet. Doch das Gericht entließ sie, noch bevor eine Anklageschrift verfasst worden war. Während des gesamten Verfahrens beantragte der Anwalt bei jeder Sitzung die Untersuchungshaft – jedes Mal wurde der Antrag abgelehnt. Sogar eine Sitzung vor der Urteilsverkündung wurde die richterliche Aufsicht aufgehoben.
Alle Anzeichen deuteten darauf hin, dass das Gericht einen Freispruch vorbereite. Doch es kam anders. In der letzten Verhandlung wurde das verschärfte lebenslange Urteil gesprochen. Das Gericht hatte die Staatsanwaltschaften Tekirdağ und Erzurum vorab per SEGBİS darüber informiert, dass die Angeklagten nach der Sitzung in Gewahrsam genommen werden müssten. In Tekirdağ wurde ein Polizist vor den Sitzungssaal gestellt, Yeliz Atakan wurde verhaftet.
In Erzurum verlief es jedoch anders … Ein Polizeibeamter verließ den Raum „für einen anderen Einsatz". Der SEGBİS-Raum blieb unbeaufsichtigt. Dr. Erdal Bektaş floh aus dem Gericht, nachdem ihm sein Urteil verkündet worden war. Um 17:05 Uhr wurde die Flucht festgestellt. Noch am selben Tag wurde ein Haftbefehl gegen ihn ausgestellt.

Bektaş war vor seiner Flucht als Arzt in Erzurum tätig. Zuvor hatte er in Yalova gearbeitet, schrieb Projekte für die Gemeinde und war in der Lokalpolitik aktiv. Er hatte sich sogar als Bürgermeisterkandidat für die AK Parti beworben.

Personen, die Dr. Bektaş kennen, aber namentlich nicht genannt werden möchten, sagen Folgendes:
„Es wirkte, als würde er sein Leben neu beginnen. Er war ein beliebter Arzt, wir haben nie etwas geahnt."
„Er war als Arzt aus Yalova nach Erzurum gegangen. Alle sind völlig fassungslos."
Der Anwalt der Familie hingegen sagt:
„Die Angeklagten wurden entlassen, noch bevor die Akte zur Anklageschrift wurde. Während des gesamten Verfahrens habe ich bei jeder Sitzung Untersuchungshaft beantragt, aber es wurde jedes Mal abgelehnt. Sogar eine Sitzung vor der Urteilsverkündung wurde die richterliche Aufsicht aufgehoben."
EIN SELTSAMER ANGRIFF VOR 11 JAHREN
Im Jahr 2014, als er noch als Arzt in Yalova tätig war, reiste er nach Tunceli. Im Landkreis Pertek besuchte er einen Freund und machte sich anschließend auf den Weg nach Erzincan.
Unterwegs, auf der Straße zwischen Pertek und Tunceli, versperrten ihm drei bewaffnete Personen den Weg. Er wurde aus dem Geländewagen herausgezogen und mit einem Gewehrkolben geschlagen. Auf seinen Geländewagen wurde Benzin gegossen und das Fahrzeug angezündet.

Nach dem Vorfall wurde Bektaş ambulant im Staatskrankenhaus Pertek behandelt.
Nachrichtenquelle: 12punto
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