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Nach der 4. Rakete aus dem Iran auf die Türkei: Gürdeniz warnt vor 'Wahrnehmungsmanipulation' – Kritische Fragen bleiben offen

Der pensionierte Admiral Cem Gürdeniz äußerte sich auf seinem Social-Media-Kanal kritisch zu den Hintergründen der vierten Rakete, die aus dem Iran in Richtung Türkei abgefeuert wurde.

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Nach der 4. Rakete aus dem Iran auf die Türkei: Gürdeniz warnt vor 'Wahrnehmungsmanipulation' – Kritische Fragen bleiben offen

Das türkische Verteidigungsministerium (MSB) gab bekannt, dass ein ballistischer Flugkörper, der aus dem Iran abgefeuert wurde und in den türkischen Luftraum eingedrungen war, von NATO-Luft- und Raketenabwehrsystemen im östlichen Mittelmeer neutralisiert wurde.

In der Erklärung des Ministeriums wurde zudem betont, dass alle notwendigen Maßnahmen gegen jegliche Bedrohung des türkischen Luftraums und Staatsgebiets entschlossen ergriffen werden und die Entwicklungen in der Region genau verfolgt würden.

Während der Konflikt zwischen dem Iran und den USA in den zweiten Monat geht, sah sich die Türkei bereits zum vierten Mal mit der Gefahr einer ballistischen Rakete konfrontiert. Auch diese Rakete wurde, wie die vorangegangenen, von NATO-Luftabwehrsystemen zerstört.

Während die Raketenangriffe weiterhin für Diskussionen sorgen, äußerte sich der pensionierte Admiral und 12punto-Kolumnist Cem Gürdeniz mit einer bemerkenswerten Einschätzung. Gürdeniz betonte, dass es in diesem Zusammenhang Fragen gebe, die nach Antworten verlangten, und erklärte:

Das Verteidigungsministerium gab heute bekannt, dass ein ballistischer Flugkörper, der aus dem Iran abgefeuert wurde, auf den türkischen Luftraum zusteuerte und von NATO-Luft- und Raketenabwehrsystemen im östlichen Mittelmeer abgeschossen wurde.

Doch wie bei den drei vorangegangenen Vorfällen gibt es immer noch kritische Fragen, die auf Antworten warten.

Wo ist die Radarsignatur der Rakete? Welche Route hat sie genommen und in welcher Höhe wurde sie getroffen? Welche Einheit hat den Einsatz durchgeführt? (Derzeit gibt es im östlichen Mittelmeer außer den US-Zerstörern der Arleigh-Burke-Klasse keine andere Einheit, die diesen Einsatz durchführen könnte.) 

Die Radar- und Frühwarninfrastruktur der Türkei, die von Kürecik bis Anamur reicht, ist in der Lage, diese Daten offenzulegen; daher sind abstrakte Erklärungen nicht ausreichend. 

Andererseits, während Nachrichten über ein NATO-Korps in Adana und ein NATO-Marinekommando am Eingang des Bosporus die Agenda bestimmen, wird die Türkei jedes Mal, wenn Raketen abgefeuert werden,  mit der Betonung, dass die 'NATO uns geschützt hat', konfrontiert. Diese Erklärungen erwecken den Eindruck einer gezielten Wahrnehmungsoperation. 

Kurz gesagt: Die Wahrnehmung, dass 'die Rakete aus dem Iran abgefeuert wurde' und 'dass diese Rakete von NATO-Einheiten im Mittelmeer abgefangen wurde', wird ständig wiederholt.

Das türkische Volk durchschaut diese Botschaft.

Dabei ist das tatsächliche Bild ein anderes. Es wird über die Munitionsprobleme der NATO diskutiert, die von den USA vernachlässigt wird, der Bereitschaftsgrad europäischer Armeen wird in Frage gestellt, und es zeigt sich, dass selbst Großbritannien Schwierigkeiten hat, Schiffe zu seinem Stützpunkt auf Zypern zu entsenden. 

Das bedeutet, die NATO braucht frisches Blut und freiwillige Statisten. 

Trotz der unbegrenzten militärischen, finanziellen und politischen Unterstützung für Kiew im Russland-Ukraine-Krieg hat die NATO ihre Ziele in diesem Konflikt nicht erreicht. 

Deshalb wird von einem großen Land wie der Türkei verlangt, ihre neutrale Position gegenüber Russland aufzugeben und sich als Russland-Gegner auf deren Seite zu stellen.

Ankara, das sich in einer sehr ernsten Finanzkrise befindet, wird in weniger als 100 Tagen den NATO-Gipfel 2026 ausrichten. Daher werden Projekte benötigt, die den Bürokraten in Ankara und den NATO-Anhängern auf dem Gipfel Prestige verschaffen.

Die Türkei kritisiert einerseits das Massaker in Gaza und verteidigt die Interessen des palästinensischen Volkes, agiert aber andererseits wie eine Werbeagentur für die NATO, die Israel und den USA, die faktisch im Krieg mit dem Iran stehen, die größte politische und teilweise militärische Unterstützung gewährt.  Sie verhält sich wie eine Art Werbeagentur.

In einem solchen Umfeld erzeugt die derartige Einbindung der Türkei in das Fahrwasser der NATO strategische Risiken im Schwarzen Meer, im östlichen Mittelmeer und im Kaspischen Becken. 

Die Türkei ist kein Statist; sie muss ihre eigene Luftverteidigung und ihre Souveränitätsreflexe in den Mittelpunkt stellen, technische Daten offenlegen und äußerst vorsichtig gegenüber solchen Manipulationen sein, die nach einer 'False Flag'-Operation riechen.

Die Türkei sollte ihr neutrales Regime bewahren und sich, wie in den Jahren des Zweiten Weltkriegs und des Kalten Krieges, nicht zum Werkzeug für Provokationen und Manipulationen irgendeiner Seite in ihrer Umgebung machen lassen.


Nachrichtenquelle: 12punto

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