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Neue Krise im Fall Gülistan Doku: Familie widerspricht Polizeibericht

Die Familie von Gülistan Doku hat scharfen Einspruch gegen den Bericht der Nachrichtendienstabteilung der Generaldirektion für Sicherheit vom 17. März 2020 erhoben. Die Familie erklärte, dass zahlreiche Punkte in dem Bericht – von der angeblichen „Abschiedsnotiz“ über Telefonsignale und Kameraaufzeichnungen bis hin zu Zeugenaussagen – im Widerspruch zu den Akten stünden.

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Neue Krise im Fall Gülistan Doku: Familie widerspricht Polizeibericht

Der 42-seitige Bericht der Nachrichtendienstabteilung der Generaldirektion für Sicherheit vom 17. März 2020 zum Verschwinden von Gülistan Doku in Tunceli wurde von der Familie detailliert kritisiert. Die Einwände der Familie wurden von İsmail Saymaz in der Sendung Para Siyaset öffentlich gemacht.

„KEINE ABSCHIEDSNOTIZ, SONDERN EIN SCHERZ“

Die Familie wies die Behauptung einer im Bericht erwähnten Abschiedsnotiz zurück. In der Erklärung wurde dargelegt, dass die besagte Notiz von Gülistan Doku etwa ein Jahr vor ihrem Verschwinden aus humoristischen Gründen verfasst worden sei.

Es wurde darauf hingewiesen, dass in der Notiz kein Name einer Person genannt werde, sondern lediglich die Worte: „Freunde, ich liebe euch, räumt meinen Schrank auf, damit sie nach meinem Tod nicht sagen, er war sehr unordentlich.“ Es wurde betont, dass diese auf einem kleinen gelben Klebezettel geschriebene Notiz als Scherz gedacht war und dies auch von vier Freunden Dokus gegenüber der Staatsanwaltschaft bestätigt wurde.

„SIE HAT DIE LETZTE NACHT NICHT IM WOHNHEIM VERBRACHT“

Die Familie widersprach auch der Information im Bericht, wonach Gülistan Doku einen Tag vor ihrem Verschwinden das Wohnheim aufgesucht und ihrer Freundin Dilek Malay gesagt habe, sie werde in den Munzur springen. In der Erklärung wurde festgehalten, dass Dilek Malay bei der Staatsanwaltschaft aussagen wollte, dass sie eine solche Aussage nie getätigt habe, ihre Aussage jedoch nicht aufgenommen worden sei.

Die Familie teilte zudem mit, dass Doku die letzte Nacht vor ihrem Verschwinden nicht im Wohnheim, sondern im Haus einer Freundin verbracht habe.

DEBATTE UM TELEFONSIGNAL UND SUCHAKTIONEN

Im Bericht wurde die Information angeführt, dass das Telefon von Gülistan Doku am 5. Januar 2020 um 12.21 Uhr das letzte Signal gesendet habe, der Standort jedoch nicht habe bestimmt werden können. Die Familie äußerte sich kritisch zum Verlauf der Ermittlungen in diesem Punkt.

In der Erklärung wurden die Fragen gestellt: „Wenn der Standort nicht bekannt war, warum wurde dann monatelang in diesem Stausee gesucht? Warum wurde keine Untersuchung über die SIM-Karte durchgeführt? Warum wurden keine Ermittlungen in diese Richtung angestellt, obwohl Mobilfunkbetreiber Standorte bestimmen können?“ Es wurde darauf hingewiesen, dass es in der Region zahlreiche Basisstationen gebe und es daher unmöglich sei, den Standort nicht zu bestimmen.

Die Familie ging auch auf die Information ein, dass ein auf Gülistan Doku ausgestelltes Rezept im Wasser oder im See gefunden worden sei. In diesem Zusammenhang wurde gefragt, warum die Krankenhausunterlagen nicht geprüft wurden und warum Spezialteams diesen Fund nicht bewertet haben.

BEHAUPTUNG EINER „KONSTRUKTION EINES VOM BRÜCKENPFEILER FALLENDEN OBJEKTS“

Auch der im Bericht enthaltenen Behauptung, dass auf einer Aufnahme aus 1500 Metern Entfernung ein glänzendes Objekt zu sehen sei, das von der Brücke falle, wurde widersprochen. Die Familie erklärte, dass ein solcher Fund nicht existiere und bei späteren Untersuchungen festgestellt worden sei, dass diese Information eine Konstruktion sei.

BEHAUPTUNG, ZEYNALS TELEFON SEI NICHT UNTERSUCHT WORDEN

Die Familie gab an, dass das Telefon einer Person namens Zeynal zwar beschlagnahmt, aber keiner kriminaltechnischen Untersuchung unterzogen worden sei. In der Erklärung wurde betont, dass gelöschte Nachrichten auf dem Telefon nicht untersucht wurden.

Die Familie merkte an, dass es auch bei den Überwachungskameras Fragezeichen gebe. Obwohl sich in der Akte keine Kameraaufzeichnung befinde, seien Aussagen wie „eine Person wurde gesehen, die von der Brücke in Richtung Tunceli ging“ enthalten, obwohl auf den Bildern eine solche Feststellung nicht zu treffen sei. In der Erklärung wurde die Frage gestellt: „Wer hat sich die nicht existierenden Bilder wie angesehen?“

DETAIL ZU LUXUSAUTO UND FÄHRE

Im Bericht wurde zudem behauptet, dass die zum Tatzeitpunkt vorbeifahrenden Fahrzeuge identifiziert und deren Insassen befragt worden seien. Die Familie behauptete hingegen, dass ein luxuriöser BMW, der vom Sohn des Gouverneurs gefahren wurde, viermal auf derselben Strecke vorbeigefahren sei, diese Information jedoch keinen Eingang in die Ermittlungsakte gefunden habe.

Während darauf hingewiesen wurde, dass Informationen über ein weinendes Mädchen auf der Fähre nicht ausreichend bewertet wurden, wurde die Frage gestellt, warum dieser Punkt nicht detailliert untersucht wurde, obwohl GBT-Datensätze (Personenüberprüfung) von Hunderten Personen vorlägen, die von der Fähre stiegen.


Nachrichtenquelle: 12punto

Gülistan Doku