Neues Kapitel im F-16-Poker: Türkei setzt sich an den Verhandlungstisch
Die Türkei bereitet sich auf neue Verhandlungen vor, um den Streit über die Kosten für F-16 Block 70-Kampfjets mit dem US-Rüstungskonzern Lockheed Martin beizulegen. Berichten zufolge hat Präsident Erdoğan das Thema bei seinem Treffen im Weißen Haus direkt bei Präsident Trump angesprochen.
Die Türkei bereitet sich auf einen neuen Verhandlungsprozess vor, um den anhaltenden Preisstreit mit dem US-amerikanischen Rüstungsunternehmen Lockheed Martin über die Kosten für F-16 Block 70-Kampfjets beizulegen. Mit der Angelegenheit vertraute Kreise berichteten, dass Präsident Recep Tayyip Erdoğan das Thema der Kosten für den F-16-Kauf bei seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump im September im Weißen Haus direkt zur Sprache gebracht habe.
KONGRESSZUSTIMMUNG UND PREISSTREIT
Der US-Kongress hatte im Februar 2024 dem Kauf von 40 F-16 Viper-Kampfjets durch die Türkei zugestimmt. Zwischen Ankara und Lockheed Martin konnte jedoch keine Einigung über die geforderten zusätzlichen Zahlungen für die Modernisierung der Missionscomputer der Flugzeuge und die Erweiterung der Produktionslinien erzielt werden. Es heißt, die Türkei lehne es ab, diese zusätzlichen Kosten in das Budget aufzunehmen.
TÜRKEIS FORDERUNG NACH TECHNOLOGIEZUGANG
Die Türkei, die nach den USA über die größte F-16-Flotte verfügt, fordert Zugang zu den Quellcodes der Missionscomputer, um heimische Raketen- und Radarsysteme in die neuen Flugzeuge integrieren zu können. Diese Forderung wird als Teil von Ankaras Ziel gewertet, die Abhängigkeit von ausländischen Quellen in der Verteidigungsindustrie zu verringern.
In einer Stellungnahme von Lockheed Martin wurde erklärt, dass F-16-Flugzeuge über „angemessene Betriebs- und Lebenszykluskosten“ verfügten. Das Unternehmen teilte mit, dass Fragen zu Preisen und technischen Details von den Regierungen der USA und der Türkei beantwortet werden müssten.
F-35-OPTION AUF DEM TISCH
Die Türkei plant, die Beschaffung von 40 F-35-Kampfjets wieder aufzunehmen, sofern die vom US-Kongress aufgrund des russischen S-400-Luftabwehrsystems verhängten Sanktionen aufgehoben werden. Es wurde berichtet, dass diese Möglichkeit beim letzten Treffen zwischen Präsident Erdoğan und Präsident Trump zur Sprache kam, jedoch keine konkreten Fortschritte erzielt wurden.
Während sich die Verzögerungen bei der Triebwerksbeschaffung für das türkische Kampfflugzeugprojekt Kaan fortsetzen, hat der Abschluss des Kaufs von Rafale-Kampfjets aus Frankreich und F-35-Jets aus den USA durch Griechenland die Suche Ankaras nach Alternativen beschleunigt.
In diesem Zusammenhang hat die Türkei im vergangenen Monat ein Abkommen mit dem Vereinigten Königreich über den Kauf von 20 Eurofighter Typhoon-Kampfjets unterzeichnet. Zudem werden Gespräche über den Kauf von 12 gebrauchten Typhoon-Jets aus Katar und 12 aus dem Oman geführt. Diese Verträge sollen im Laufe des Jahres 2025 abgeschlossen werden, wobei die Auslieferung der Flugzeuge für das erste Quartal 2026 geplant ist.
Der Auslieferungsprozess der neuen F-16 Block 70-Kampfjets wird voraussichtlich um das Jahr 2030 beginnen.
Nachrichtenquelle: 12punto
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