Prof. Dr. Osman Bektaş zur möglichen Istanbul-Erdbeben-Prognose: 'Die Wahrscheinlichkeit, dass es eintritt...'
Während die anhaltende seismische Aktivität in der Ägäis für Aufmerksamkeit sorgt, hat Prof. Dr. Osman Bektaş wichtige Erklärungen zum erwarteten großen Erdbeben in Istanbul abgegeben. Bektaş bewertete die Wahrscheinlichkeit eines schweren Bebens in der Metropole.
Die Erdbebenserie, die seit Wochen in der Ägäis anhält, nimmt weiter an Intensität zu. Während die Zahl der in der Region registrierten Beben die Marke von 2.000 überschritten hat, äußern Experten weiterhin ihre Ansichten zu den Auswirkungen dieser seismischen Aktivität auf die Marmara-Region und insbesondere auf Istanbul. Zuletzt erklärte der Erdbebenforscher Prof. Dr. Osman Bektaş, dass die Wahrscheinlichkeit eines schweren Erdbebens in Istanbul gering sei.
''GROSSES ERDBEBEN IN ISTANBUL UNWAHRSCHEINLICH''
Prof. Dr. Osman Bektaş präsentierte in einem Beitrag in den sozialen Medien wichtige Daten zur Erdbebengefahr in Istanbul. Bektaş nahm eine detaillierte Bewertung des Adalar-Verwerfungssegments östlich von Istanbul vor und betonte, dass die Stärke der Erdbeben, die dieses Segment in der Vergangenheit erzeugt hat, begrenzt blieb.
Basierend auf historischen Aufzeichnungen wies Bektaş darauf hin, dass die großen Istanbuler Erdbeben der Jahre 1509 und 1766 eine Stärke zwischen 6,8 und 7,2 aufwiesen. Dies deute darauf hin, dass die Energie an der Adalar-Verwerfung weitgehend abgebaut sein könnte. Gleichzeitig erklärte er, dass das Erdbeben der Stärke 6,3 im Jahr 1963 in der Region der Prinzeninseln (Adalar) ebenfalls ein wirksamer Faktor bei der Verringerung des Risikos an diesem Segment gewesen sei.
VERWERFUNGSKRIECHEN IM MARMARAMEER
Bektaş erklärte, dass die Erdbebengefahr westlich von Istanbul gering sei, da in diesem Gebiet in den letzten 500 Jahren kein schweres Beben aufgetreten sei. Zudem sagte er, dass aktuelle Studien zeigten, dass die Verwerfungen in der Marmara-Region ein schleichendes Verhalten (Creep) aufweisen.

Unter Verwerfungskriechen versteht man die langsame und kontinuierliche Bewegung der Erdkruste, was das Risiko für große Erdbeben erheblich verringern kann. Bektaş betonte, dass solche Bewegungen westlich von Istanbul beobachtet wurden und dies das Risiko eines schweren Bebens senke.
Prof. Dr. Osman Bektaş wies auch auf den Erdbebenzyklus in der Marmara-Region hin und stellte fest, dass die aktivste Phase der letzten 500 Jahre im 20. Jahrhundert lag. Er erinnerte daran, dass in diesem Zeitraum 6 schwere Erdbeben (M>7) auftraten, die von Westen nach Osten wanderten.
Er fügte jedoch hinzu, dass die Ruhephasen zwischen diesen großen Beben normalerweise zwischen 89 und 163 Jahren dauerten und dass dieser Zyklus nun möglicherweise in eine Phase der Beruhigung eingetreten sei.

RISIKOANALYSE FÜR ISTANBUL ERKLÄRT
Bektaş bewertete das Erdbebenrisiko in Istanbul und erklärte, dass ein mögliches schweres Beben auf langfristigen Perioden basiere und sich große Erdbeben in bestimmten historischen Zyklen wiederholten. Da die Marmara-Region im 20. Jahrhundert eine ihrer aktivsten seismischen Phasen erlebt habe, argumentierte Bektaş, dass die Wahrscheinlichkeit eines schweren Erdbebens in Istanbul in naher Zukunft gering sei.
Nachrichtenquelle: 12punto
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