Prozess gegen 4 Polizisten wegen Informationsweitergabe an den FETÖ-Anhänger Cevheri Güven hat begonnen: 'Kaplans Verhandlung wurde beobachtet und Informationen weitergegeben'
Vor dem 17. Schwurgericht in Ankara hat der Prozess gegen vier Polizisten, von denen einer inhaftiert ist, begonnen. Ihnen wird vorgeworfen, Informationen und Dokumente an den flüchtigen FETÖ-Anhänger Cevheri Güven weitergegeben zu haben. Die Verhandlung war von bemerkenswerten Aussagen und Anschuldigungen geprägt.
Vor dem 17. Schwurgericht in Ankara hat der Prozess gegen vier Polizisten, von denen einer inhaftiert ist, begonnen. Ihnen wird vorgeworfen, Informationen und Dokumente an den flüchtigen FETÖ-Anhänger Cevheri Güven weitergegeben zu haben. Während der Verhandlung kam es zu wichtigen Entwicklungen bezüglich der Aussagen der Angeklagten und des von ihren Anwälten geforderten Teilnahmerechts.
KAPLANS VERHANDLUNG WURDE BEOBACHTET UND INFORMATIONEN WEITERGEGEBEN
Wie die Journalistin und 12punto-Autorin Müyesser Yıldız berichtet, beantragte der Anwalt von Ayhan Bora Kaplan die Teilnahme am Verfahren. Er behauptete, dass die Verhandlung gegen Kaplan von Polizeibeamten beobachtet worden sei und währenddessen ein Informationsfluss an Cevheri Güven stattgefunden habe. Das Gericht lehnte Kaplans Antrag auf Teilnahme am Verfahren ab.
AUFSEHENERREGENDE VERTEIDIGUNG VON SERKAN DİNÇER
Der inhaftierte Angeklagte und Polizist der Drogenfahndung, Serkan Dinçer, machte während der Verhandlung bemerkenswerte Aussagen. Dinçer erklärte, sein Referenzgeber sei der Polizeipräsident von Ankara, Dinç, gewesen. Er behauptete, während der viertägigen Ingewahrsamnahme körperlicher Folter ausgesetzt gewesen zu sein und dazu gezwungen worden zu sein, auszusagen, dass Mitglieder der Nurcu-Meşveret-Gruppe bei der Polizei FETÖ-Anhänger seien.
Dinçer wies den Vorwurf zurück und sagte: "Ich akzeptiere den Vorwurf nicht, Informationen an FETÖ-Anhänger weitergegeben zu haben. Sie müssen keine Informationen von mir erhalten, denn ihre eigenen Leute arbeiten bereits." Er fügte hinzu, dass er der Meşveret-Gruppe der Nurcu angehöre und diesen Umstand nicht verheimliche.
Serkan Dinçer äußerte zudem einen interessanten Vorwurf gegen den Staatsanwalt, der die Anklageschrift verfasst hatte. Dinçer behauptete: "Es gibt einen vorbestraften Direktor namens K.A., der aus der FETÖ entlassen wurde. K.A. besucht die Staatsanwältin und postet eine Story mit dem Text 'Der Kaffee war lecker'. Welche Beziehung hat ein Vorbestrafter wie K.A. zur Staatsanwältin, dass so etwas passiert?" Damit deutete er eine Verbindung zur Staatsanwaltschaft an.
DİNÇERS BEHAUPTUNGEN ZUM 15. JULI
Serkan Dinçer erklärte, dass er während des Putschversuchs vom 15. Juli gemeinsam mit dem damaligen Leiter des Nachrichtendienstes der Generaldirektion für Sicherheit (EGM), Engin Dinç, zum TRT-Gebäude gegangen sei, um die Putschisten außer Gefecht zu setzen. Zudem habe er den vom Putschisten angeschossenen Leiter der Terrorabwehrabteilung (TEM), Turgut Arslan, im Krankenhaus freiwillig bewacht und begleitet. Dinçer sagte: "Während selbst seine Familie nicht zu dem von den Putschisten angeschossenen TEM-Leiter Turgut Arslan ging, war ich im Krankenhaus sein freiwilliger Wächter und Begleiter."
Nachrichtenquelle: 12punto
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