Reaktion von Aleviten-Verbänden auf die Einstufung von Cemevis als 'kulturelle Einrichtungen': Politik der Leugnung
Durch eine Änderung der Verordnung über die Erstellung von Raumordnungsplänen durch das Ministerium für Umwelt, Urbanisierung und Klimawandel wurden Cemevis im Baurecht als 'kulturelle Einrichtungen' definiert. Die am 22. Januar 2026 im Amtsblatt mit der Nummer 33145 veröffentlichte Verordnung stieß auf heftige Kritik.
Alevitische Institutionen erklärten, dass sie die Regelung ablehnen, da sie das Prinzip der gleichberechtigten Bürgerschaft und die Religionsfreiheit verletze.
In einer gemeinsamen Erklärung der Alevitisch-Bektaschitischen Föderation, der Konföderation der Alevitischen Gemeinden in Europa, der Alevitischen Föderation der Türkei, der Hacı Bektaş Veli Stiftung für anatolische Kultur, der Alevitischen Kulturvereine, des Pir Sultan Abdal Kulturvereins und der Alevitisch-Bektaschitischen Föderation Australiens wurde die Verordnung als 'eine neue Verkündung der Politik der Leugnung' bezeichnet.
"Die Moschee als 'Gotteshaus', das Cemevi als 'kulturelle Einrichtung' zu bezeichnen, ist ein Verfassungsbruch"
Uğur Kalkan, ehemaliges Ratsmitglied der CHP in der Gemeinde Şahinbey, kritisierte die Änderung: 'Diese neue Legende, die im Amtsblatt veröffentlicht wurde, ist ein Dokument offener Diskriminierung. Während Artikel 10 der Verfassung die Gleichheit vor dem Gesetz und Artikel 24 die Religionsfreiheit garantiert, ist es ein Verfassungsbruch, die Moschee als Gotteshaus und das Cemevi als kulturelle Einrichtung einzustufen. Ein Cemevi ist kein Hobbyraum oder Ausstellungssaal, sondern das Zentrum eines Glaubens. Einen Glauben als Gottesdienst und den anderen als kulturelle Aktivität zu kodieren, bedeutet, das Prinzip der gleichberechtigten Bürgerschaft zu ignorieren. Wir fordern keine Definition, sondern Anerkennung!'
Gemeinsame Erklärung der Aleviten-Verbände
In der gemeinsamen Erklärung der Alevitisch-Bektaschitischen Föderation, der Konföderation der Alevitischen Gemeinden in Europa, der Alevitischen Föderation der Türkei, der Hacı Bektaş Veli Stiftung für anatolische Kultur, der Alevitischen Kulturvereine, des Pir Sultan Abdal Kulturvereins und der Alevitisch-Bektaschitischen Föderation Australiens hieß es:
'Die Verordnung zur Änderung der Verordnung über die Erstellung von Raumordnungsplänen des Ministeriums für Umwelt, Urbanisierung und Klimawandel wurde am 22. Januar 2026 im Amtsblatt mit der Nummer 33145 veröffentlicht.
Diese Verordnung ist keine Lösung für die Forderungen, die die alevitische Gemeinschaft seit Jahren äußert; im Gegenteil, sie ist eine neue Verkündung der Politik der Leugnung!
Die Definition von Cemevis im Baurecht unter der Überschrift 'Kulturelle Einrichtung' ist der deutlichste Beweis dafür, dass die AKP und der Palast versuchen, den alevitischen Glauben auszulöschen und Cemevis nicht als Gotteshäuser anerkennen!
Für Aleviten ist ein Cemevi kein 'Kulturzentrum', sondern ein Gotteshaus!
Dieses Thema kann weder durch Verordnungen noch durch Wortklauberei gelöst werden.
Diese Regelung, die bewusst vermeidet, Cemevis als gleichwertige Gotteshäuser neben Moscheen, Kirchen und Synagogen zu stellen, verletzt das Prinzip der gleichberechtigten Bürgerschaft eklatant.
Während der Staat einerseits die Rhetorik einer 'Aleviten-Öffnung' verbreitet und unter dem Vorwand, die Probleme der Cemevis zu lösen, die Präsidentschaft für alevitisch-bektaschitische Kultur und Cemevis gründet, vermeidet er es andererseits, die Gotteshäuser der Aleviten in den Gesetzen klar zu benennen.
Dies hat einmal mehr gezeigt, dass es der AKP-Regierung und dem Palast nicht darum geht, die Forderungen der Aleviten zu erfüllen, sondern unseren Glauben zu ignorieren.
Es ist bestätigt, dass diese geschaffene Struktur funktionslos ist und ihr Gründungszweck der Assimilation unseres Glaubens dient.
Diese heuchlerische Haltung kann nicht verborgen werden und ist inakzeptabel.
Als alevitische Institutionen erklären wir deutlich: Der Status von Cemevis darf nicht durch Verordnungen, sondern muss auf der Grundlage von Religionsfreiheit und gleichberechtigter Bürgerschaft als Gotteshaus in die Verfassung aufgenommen werden.
Der alevitische Glaube ist einer der ursprünglichen Glauben dieses Landes, und diese Tatsache muss früher oder später auch rechtlich anerkannt werden.
Wir lehnen diese Regelung ab. Jede 'Regelung', die den Willen der alevitischen Gemeinschaft ignoriert und unseren Glauben nicht anerkennt, ist für uns nicht legitim.'
Nachrichtenquelle: 12punto
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