Reaktion von Mansur Yavaş auf Suat Toktaş: 'Wer entschädigt diese 34 Tage?'
Der Bürgermeister der Stadtverwaltung Ankara, Mansur Yavaş, reagierte auf die Freilassung von Suat Toktaş, der im sogenannten „Gutachter“-Prozess gegen Halk TV 34 Tage lang inhaftiert war. Yavaş betonte die Bedeutung der Gerechtigkeit und erklärte: „Freiheit ist kein Privileg, sondern ein grundlegendes Menschenrecht.“
Der Bürgermeister der Stadtverwaltung Ankara, Mansur Yavaş, äußerte sich in einem Beitrag auf seinem Social-Media-Account zur Freilassung von Suat Toktaş, der 34 Tage lang inhaftiert war und dessen erster Gerichtstermin im Halk-TV-Prozess heute stattfand.
Yavaş erklärte: „Er saß genau 34 Tage im Gefängnis. Es wurde die Entscheidung zu seiner Freilassung getroffen. Doch was ist mit diesen 34 verlorenen Tagen? Wer wird für diese verlorenen Tage, das erlittene Unrecht und die gestohlene Freiheit aufkommen?“ Yavaş betonte, dass das Recht kein Instrument der Unterdrückung, sondern eine Garantie für Gerechtigkeit sein müsse, und fügte hinzu: „Freiheit ist kein Privileg, sondern ein grundlegendes Menschenrecht, und die Untersuchungshaft sollte die Ausnahme bleiben.“
FREISPRUCH ERTEILT
In dem Prozess, der nach der Ausstrahlung eines Telefonats des Bürgermeisters der Stadtverwaltung Istanbul, Ekrem İmamoğlu, mit einem in einigen CHP-Akten genannten Gutachter auf Halk TV eröffnet wurde, erging ein Freispruch für den inhaftierten Halk-TV-Chefredakteur Suat Toktaş sowie für den Journalisten Barış Pehlivan, den verantwortlichen Redakteur und Programmgestalter von Halk TV, Serhan Asker, die Moderatorin Seda Selek und den Programmkoordinator Kürşad Oğuz.
Nach der ersten Anhörung, bei der alle fünf Journalisten im „Gutachter“-Prozess gegen Halk TV freigesprochen wurden, teilte Yavaş auf seinem Social-Media-Account folgende Worte mit:
„Wenn die Waage der Gerechtigkeit einmal aus dem Gleichgewicht gerät, schadet dieser Fehler nicht nur einer Person, sondern der gesamten Gesellschaft. Die Unschuldsvermutung, eines der Grundprinzipien des Rechts, also der Grundsatz, dass ‚jeder unschuldig ist, bis seine Schuld bewiesen ist‘, ist eine der grundlegendsten Garantien, die wir alle eines Tages benötigen könnten.
Im Rahmen der gegen Halk TV eingeleiteten ‚Gutachter‘-Ermittlungen wurden Suat Toktaş und vier weitere Journalisten, die sich in Untersuchungshaft befanden, freigesprochen. Doch Suat Toktaş saß genau 34 Tage im Gefängnis. Es wurde die Entscheidung zu seiner Freilassung getroffen. Doch was ist mit diesen 34 verlorenen Tagen? Wer wird für diese verlorenen Tage, das erlittene Unrecht und die gestohlene Freiheit aufkommen?
Genau deshalb sagen wir immer wieder: Das Recht darf kein Instrument der Unterdrückung sein, sondern muss die Garantie der Gerechtigkeit darstellen. Vergessen wir nicht das seit Jahrhunderten nachhallende Zitat des Juristen und Philosophen Cesare Beccaria:
‚Es ist besser, tausend Schuldige laufen zu lassen, als einen Unschuldigen einen Tag lang einzusperren.‘
Das ist das Grundprinzip des Rechts. Denn Freiheit ist kein Privileg, sondern ein grundlegendes Menschenrecht, und die Untersuchungshaft sollte die Ausnahme bleiben.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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