RTÜK verhängt Höchststrafen gegen HBO Max, Prime Video, Netflix und Disney+
Der türkische Rundfunkrat RTÜK hat für bestimmte Inhalte auf HBO Max, Prime Video, Netflix und Disney+ die Entfernung aus dem Katalog sowie Geldstrafen beschlossen.
Der Hohe Rat für Rundfunk und Fernsehen (RTÜK) hat in seiner Sitzung zur Bewertung aktueller Sendeverstöße Sanktionen gegen vier digitale Plattformen beschlossen. Der Rat kündigte an, dass für bestimmte Produktionen auf HBO Max, Prime Video, Netflix und Disney+ die Entfernung aus dem Katalog sowie verwaltungsrechtliche Geldstrafen verhängt werden.
Die Entscheidungen wurden im Rahmen der Bestimmungen des Gesetzes Nr. 6112 über die Gründung und Rundfunkdienste von Radio- und Fernsehanstalten bezüglich der Grundsätze für Rundfunkdienste getroffen. Als Begründung für die Sanktionen führte der RTÜK Verstöße gegen die öffentliche Moral, die Verbreitung von Inhalten, die Gewalt verherrlichen, Kindesmissbrauch sowie Verstöße gegen die nationalen und moralischen Werte der Gesellschaft an.
WELCHE SANKTIONEN WURDEN GEGEN WELCHE PLATTFORM VERHÄNGT?
Der RTÜK bewertete den auf HBO Max ausgestrahlten Dokumentarfilm „Bang My Box: The Robin Byrd Story“ als Verstoß gegen die Bestimmungen des Artikels 8, Absatz 1 des Gesetzes Nr. 6112, wonach Sendungen „nicht gegen die nationalen und moralischen Werte der Gesellschaft, die allgemeine Moral und den Grundsatz des Schutzes der Familie verstoßen dürfen“ sowie „nicht obszön sein dürfen“. In diesem Zusammenhang wurden gegen HBO Max die Entfernung aus dem Katalog sowie eine Geldstrafe in Höhe von 3 Prozent verhängt.
Für die auf Prime Video verfügbare Serie „Spartacus: House of Ashur“ wurde festgestellt, dass gegen die Bestimmungen verstoßen wurde, die das Senden von obszönen oder Gewalt verherrlichenden bzw. verharmlosenden Inhalten untersagen. Gegen die Plattform wurden die Entfernung aus dem Katalog sowie eine Geldstrafe in Höhe von 5 Prozent verhängt.
Auch der auf Netflix ausgestrahlte Film „Heartstopper: Sonsuza Dek“ stand auf der Tagesordnung des Rates. Der RTÜK erklärte, dass gegen Netflix die Entfernung aus dem Katalog sowie eine Geldstrafe in Höhe von 3 Prozent verhängt wurden, da der Film gegen die Bestimmung verstößt, dass Sendungen „nicht gegen die nationalen und moralischen Werte der Gesellschaft, die allgemeine Moral und den Grundsatz des Schutzes der Familie verstoßen dürfen“.
In der Entscheidung zur Serie „A Teacher“, die auf Disney+ ausgestrahlt wird, wurde der Aspekt des Kindesmissbrauchs hervorgehoben. Der RTÜK bewertete die Art und Weise, wie die Beziehung zwischen einer Lehrkraft und ihrem minderjährigen Schüler in der Serie dargestellt wird, als eine Verharmlosung des Missbrauchs, die das Risiko einer Normalisierung in sich trage. Gegen Disney+ wurden die Entfernung aus dem Katalog sowie eine Geldstrafe in Höhe von 5 Prozent verhängt.
Nachrichtenquelle: 12punto
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