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RTÜK-Vorsitzender Şahin: „Unser Ziel ist es, das Gleichgewicht zu wahren“ – Verurteilung der CHP: „Unklar, wem und was dies dient“

Der Vorsitzende des Rundfunk- und Fernseh-Oberrates (RTÜK), Ebubekir Şahin, hat auf den Boykottaufruf des CHP-Vorsitzenden Özgür Özel gegen bestimmte Fernsehsender reagiert und sein Unbehagen über dessen Äußerungen zum Ausdruck gebracht.

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RTÜK-Vorsitzender Şahin: „Unser Ziel ist es, das Gleichgewicht zu wahren“ – Verurteilung der CHP: „Unklar, wem und was dies dient“

Die CHP hatte nach den Ermittlungen gegen Ekrem İmamoğlu und hochrangige Führungskräfte der Stadtverwaltung Istanbul (İBB) eine Boykottkampagne gegen bestimmte Marken gestartet. 

Bei einer Kundgebung der CHP unter dem Motto „Wir stehen zum Volkswillen“ im Istanbuler Stadtteil Avcılar wiederholte Özel den Boykottaufruf und erklärte:

„TRT, die Albayrak-Gruppe, Turkuvaz Medya, Doğuş Medya… Wir boykottieren sie alle geschlossen. TGRT zum Beispiel hat sich fast dazu verschworen, die CHP zu beschimpfen. Sie verdienen ihr Geld mit der Marke İhlas. Wir kaufen ihre Produkte nicht. Sender wie NTV, Star und Kral schalten wir niemals ein.“

Şahin reagierte auf Özeis Aufruf, indem er die betreffenden Sender auf X markierte:

Der Nahe Osten erlebt eine der sensibelsten Phasen seiner Geschichte. Während sich die Spannungen zwischen dem Iran und Israel weiter verschärfen, wird die Region anfälliger für Instabilität, Bedrohungen und Provokationen. In einer Zeit, in der die Sicherheit der Türkei und die diplomatischen Gleichgewichte in der Region auf eine harte Probe gestellt werden, ist es kein besonnener und nationaler Ansatz, Boykottaufrufe zu starten, die die Debatten über die Medien im Inland vertiefen und den Rundfunkbereich zu einem Instrument der Polarisierung machen. 

In einer solch fragilen Zeit verurteilen wir es aufs Schärfste, dass der Vorsitzende der größten Oppositionspartei und der Kommunikationskanal der CHP Rundfunkanstalten wie TRT, ATV, Kral Pop, A Haber, Beyaz TV, Kanal D, CNN Türk, NTV, Star TV und TGRT Haber – allesamt etablierte Sender mit einem breiten Publikum in der Türkei – ins Visier nehmen und einen Boykottaufruf starten, von dem unklar ist, wem und was er dient, und der gelinde gesagt als Unbesonnenheit bezeichnet werden kann.

Diese Haltung führt zu unnötigen Spannungen und Spaltungen in der Gesellschaft und schadet der Pressefreiheit sowie dem Recht der Öffentlichkeit auf Information erheblich. Solche politischen Vorstöße, die Medien systematisch zur Zielscheibe machen, verletzen direkt das Recht der Bevölkerung, sich aus verschiedenen Quellen zu informieren.

Natürlich sind Kritikpunkte ein natürlicher und unverzichtbarer Bestandteil des demokratischen Lebens. Es ist jedoch von großer Bedeutung, dass diese Kritik nicht dazu führt, Institutionen direkt an den Pranger zu stellen, damit die öffentliche Debatte gesund und konstruktiv geführt werden kann. Die Rundfunkbranche ist nicht nur verpflichtet, die Meinungsfreiheit zu verteidigen, sondern auch mit einem Bewusstsein für soziale Verantwortung zu handeln.

Als Rundfunk- und Fernseh-Oberrat (RTÜK) prüfen wir sorgfältig, ob die Sendungen mit dem Gesetz und den ethischen Regeln übereinstimmen; bei festgestellten Verstößen greifen wir im gesetzlichen Rahmen entschlossen ein. Unser Ziel ist es, das Gleichgewicht zwischen Freiheit und Verantwortung im Mediensektor zu wahren und sicherzustellen, dass die Öffentlichkeit Zugang zu korrekten und zuverlässigen Informationen hat.

Um zu diesem sensiblen Gleichgewicht beizutragen und den sozialen Frieden zu stärken, muss auch die politische Institution ihrer Verantwortung gerecht werden. Gerade in solchen Zeiten ist es die gemeinsame Pflicht aller, statt Medien an den Pranger zu stellen, eine verbindende, versöhnliche und verantwortungsbewusste Sprache zu wählen.

Während die etablierten Rundfunkanstalten der Türkei ihre Aufgaben weiterhin im Einklang mit dem Gesetz, ethischen Grundsätzen und dem öffentlichen Interesse erfüllen, werden wir als Oberrat diesen Prozess weiterhin mit großer Entschlossenheit und Sensibilität verfolgen.“

Das CHP-RTÜK-Mitglied Tuncay Keser hatte zuvor TRT Haber, Haber Global und A Haber wegen ihrer Berichterstattung über die Ermittlungen gegen die Stadtverwaltung Istanbul beim Rat angezeigt und erklärt, Şahin habe diese Anträge „ignoriert und zu den Akten gelegt“.


Nachrichtenquelle: 12punto

Pressefreiheit Boykottaufruf CHP CNN Türk Ekrem İmamoğlu Rundfunk- und Fernseh-Oberrat RTÜK