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Ruşen Gültekin kritisiert das Strafvollzugssystem: 'Richter verhängen hohe Strafen, doch die Täter kommen frei'

Der Jurist Ruşen Gültekin kritisierte nach der Urteilsverkündung im Fall des Mordes an Ahmet Mattia Minguzzi das aktuelle Strafvollzugssystem. Gültekin erklärte: „Die Richter verhängen die Höchststrafen, aber aufgrund des Vollzugssystems kommen die Täter wieder auf freien Fuß.“

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Ruşen Gültekin kritisiert das Strafvollzugssystem: 'Richter verhängen hohe Strafen, doch die Täter kommen frei'

Das Gericht hat sein Urteil im Fall der Ermordung von Ahmet Mattia Minguzzi verkündet. In dem Prozess gegen vier Angeklagte wurden zwei von ihnen zu lebenslanger Haft unter erschwerten Bedingungen sowie zu 24 Jahren Gefängnis verurteilt. Die anderen beiden Angeklagten wurden freigesprochen.

„DAS VOLLZUGSSYSTEM SCHWÄCHT DIE GERECHTIGKEIT“

Der Jurist Ruşen Gültekin äußerte sich nach der Urteilsverkündung und erklärte, dass das Strafvollzugssystem in der Türkei das Gerechtigkeitsempfinden schwäche. Gültekin sagte: „Die Richter verhängen die höchstmöglichen Strafen, aber aufgrund des Vollzugssystems bleiben die Täter nicht in Haft. Wenn sie im Gefängnis keine weiteren Straftaten begehen, kommen sie nach 8 Jahren wieder frei.“

„GESETZE WURDEN DURCHLÖCHERT“

Gültekin merkte an, dass Politiker das Strafvollzugssystem über Jahre hinweg durch ständige Änderungen beschädigt hätten, und fügte hinzu: „Die Politiker haben das Gesetz mehrfach geändert und das System durchlöchert. Das Strafvollzugsgesetz ist mittlerweile nicht mehr vollstreckbar.“

„POLITIKER HABEN GEFÄNGNISSE ZU WÄHLERRESERVOIREN GEMACHT“

Gültekin behauptete, dass Gefängnisse zu „Wählerreservoiren“ geworden seien, und teilte statistische Daten zur aktuellen Lage mit:

„Derzeit gibt es 430.000 Häftlinge. Multiplizieren Sie das mit fünf, dann haben Sie ein riesiges Wählerreservoir. Zudem stehen 2 Millionen Menschen unter gerichtlicher Aufsicht. Politiker sammeln Stimmen, indem sie Straftäter begnadigen.“

„GEFÄNGNISSE SIND ZU VERBRECHENS-AKADEMIEN GEWORDEN“

Gültekin betonte zudem, dass Gefängnisse keine Resozialisierungszentren mehr seien, und führte weiter aus:

 „Straftäter gehen bewusst ins Gefängnis; sie lassen sich einsperren, um neue Wege der Kriminalität zu erlernen. Die Gefängnisse sind keine Einrichtungen mehr, die Straftäter resozialisieren, sondern solche, die sie erneut zur Kriminalität führen.“


Nachrichtenquelle: 12punto

Mattia Ahmet Minguzzi