Schock für das französische Unternehmen Obilet: Vorwürfe wegen kopierter Software und polizeiliche Durchsuchung
Die Online-Ticketplattform Obilet sieht sich mit rechtlichen Schritten des Unternehmens ARİVA konfrontiert, dem Rechteinhaber der ORS-Software, das „Software-Kopie und Wettbewerbsverstöße“ geltend macht. Nach einer polizeilich begleiteten Büroinspektion und einem Sachverständigengutachten wurde bei Gericht eine einstweilige Verfügung beantragt, um die Nutzung der Obus-Software zu stoppen.
Die Online-Reise- und Ticketplattform Obilet sieht sich mit Vorwürfen wegen Verletzung von Software-Urheberrechten und wettbewerbswidriger Praktiken konfrontiert. Die ARİVA Bilgisayar Yazılım Danışmanlık Sanayi ve Ticaret AŞ, Rechteinhaberin der über Jahre von Obilet genutzten ORS-Software, kündigte im Jahr 2025 den Vertrag mit Obilet.
Nach Vertragsende nahm Obilet die Software namens 'Obus' in Betrieb. Es wird behauptet, dass das Unternehmen diesen Wechsel in nur etwa einer Woche vollzog und rund 200 Busunternehmen, darunter etablierte Firmen wie Varan und Ulusoy, die zuvor ORS-Software nutzten, zur Umstellung auf dieses System zwang. Firmen, die sich gegen den Wechsel wehrten, seien damit gedroht worden, dass ihre Tickets nicht mehr auf der Plattform verkauft würden.

POLIZEILICH BEGLEITETE UNTERSUCHUNG IM OBİLET-BÜRO
Aufgrund dieser Entwicklungen leitete ARİVA rechtliche Schritte ein und behauptete, dass die von Obilet eingeführte Obus-Software durch das Kopieren der Infrastruktur, der Datenbank und des Front-End-Designs der ORS-Software entstanden sei.
Im Rahmen der Vorwürfe wurde bekannt, dass im Obilet-Büro unter Polizeiaufsicht eine Untersuchung durchgeführt und die Software-Infrastruktur von Sachverständigen geprüft wurde.
In dem von einem dreiköpfigen technischen Sachverständigengremium erstellten Bericht wurde festgestellt, dass die von Obilet verwendete Obus-Software von der ORS-Software der Firma ARİVA kopiert wurde.
Nach diesen Feststellungen beantragte ARİVA bei Gericht eine einstweilige Verfügung, um die Nutzung der Obus-Software zu stoppen. Dennoch soll Obilet die betreffende Software weiterhin nutzen.
FÜR 550 MILLIONEN DOLLAR AN FRANZOSEN VERKAUFT
Andererseits ist bekannt, dass die Mehrheit der Anteile an Obilet im Jahr 2024 von der Comuto SA, der Eigentümerin der in Paris ansässigen Marke BlaBlaCar, für rund 550 Millionen Dollar erworben wurde. Dass die Wettbewerbsbehörde (Rekabet Kurumu) diesem Verkauf zugestimmt hatte, war öffentlich geworden. Es heißt, dass bereits zuvor zahlreiche Beschwerden bei der Wettbewerbsbehörde gegen Obilet eingegangen seien, insbesondere wegen der Schaffung einer Monopolstellung auf dem Markt für Busticketverkäufe.
MAHNUNG AN DAS FRANZÖSISCHE UNTERNEHMEN
Neben den Vorwürfen wegen kopierter Software wurde bekannt, dass ARİVA über Anwälte eine Mahnung an die Comuto SA, die Obilet erworben hat, nach Frankreich geschickt hat und zudem plant, in der Türkei Strafanzeige gegen die ausländischen Führungskräfte von Obilet zu erstatten.
Der Kern der seit langem in der Branche schwelenden Spannungen liegt in den von Obilet erhobenen technischen Infrastrukturgebühren und hohen Provisionssätzen für Busunternehmen. Einige Firmenvertreter argumentieren, dass Obilet die Unternehmen von seinem eigenen System abhängig mache und keine Alternativen zulasse.

Nachrichtenquelle: 12punto
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