Fünf weitere Opfer im Fall Seçil Erzan aufgetaucht: Neue Anklageschrift erstellt
Im Prozess gegen die Bankmanagerin Seçil Erzan, der vorgeworfen wird, zahlreiche Personen betrogen zu haben – darunter bekannte Namen wie Arda Turan, Fernando Muslera und Emre Belözoğlu –, sind fünf weitere Opfer aufgetaucht. Durch die Zusammenlegung der für die neuen Opfer erstellten Anklageschriften mit dem Hauptverfahren stieg die Zahl der Kläger von 21 auf 26, und das für Erzan geforderte Strafmaß erhöhte sich auf 275 Jahre Haft.
Im Prozess gegen die Filialleiterin Seçil Erzan, der vorgeworfen wird, 21 Personen, darunter bekannte Fußballer wie Arda Turan, Fernando Muslera, Emre Belözoğlu und Selçuk İnan, um rund 25 Millionen Dollar und 7 Millionen 384 Tausend Lira betrogen zu haben, indem sie behauptete, es gäbe einen zuverlässigen Fonds mit hoher Rendite, an dem auch Persönlichkeiten wie Fatih Terim beteiligt seien, sind fünf weitere Opfer aufgetaucht.
Mit der Annahme der von der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft eingereichten Anklageschriften, die eine Zusammenlegung der Verfahren forderten, stieg die Zahl der Opfer von 21 auf 26. In den Anklageschriften werden Kaan Sinih, Sevgil Sinih, Tursun Sinih, Hacer Çorbacı und Hasan Çorbacı als „Nebenkläger“ geführt.
"DER VERLUST IST NICHT WICHTIG"
In der Anklageschrift wird festgehalten, dass die Nebenkläger Hacer und Hasan Çorbacı in Tekirdağ leben und ihren Lebensunterhalt als Marktverkäufer bestreiten. Es wird darauf hingewiesen, dass eine Bekanntschaft zwischen Erzan und den Nebenklägern bestand, da auch Erzans Vater als Marktverkäufer tätig war. Erzan habe die Nebenkläger überzeugt, indem sie sie anrief und behauptete, ihre Ersparnisse in einen geheimen Fonds zu investieren. Die Kläger hätten insgesamt 1 Million 900 Tausend Lira auf das Konto des Mitangeklagten Hüseyin Eligül überwiesen und erst später, als sie den Betrug bemerkten, Anzeige erstattet.
In der Anklageschrift, in der auch die Aussage des Nebenklägers Hasan Çorbacı zitiert wird, heißt es: „Im Jahr 2022 forderte ich von Erzan Geld zurück, um ein Grundstück zu kaufen. Sie sagte zu mir: ‚Bruder, wenn du dein Geld jetzt abziehst, wirst du einen sehr großen Verlust machen‘.“
Ich sagte daraufhin: „Der Verlust ist nicht wichtig“, und verlangte, dass sie mir mein Geld schickt. Seit diesem Datum konnte ich sie nicht mehr erreichen. Sie hielt mich hin, indem sie Dinge schrieb wie: „Ich bin in einer Präsentation“ oder „Ich bin in einer Besprechung“. In den darauffolgenden Tagen sah ich, dass die Ereignisse ans Licht kamen, und begriff, dass ich betrogen worden war“, so die Aussage.
„ICH HABE KEINE SCHULDEN“
Erzan hingegen erklärte in ihrer Aussage: „Ich kenne Hacer und Hasan Çorbacı, weil sie Marktverkäufer sind. Ich habe von ihnen zu keinem Zeitpunkt Geld unter dem Namen eines Fonds oder unter einem anderen Vorwand entgegengenommen. Sie haben lediglich einige rechtliche Bankgeschäfte getätigt. Ich habe ihnen gegenüber keinerlei Schulden“, heißt es in der Aufzeichnung.
In der Anklageschrift wird dargelegt, dass Erzan die Nebenkläger täuschte, indem sie ihnen versprach, Investitionen zu tätigen, und sie so dazu brachte, Geld in den Fonds einzuzahlen. Erzan habe in gemeinsamer Absicht und Handlung mit dem Mitangeklagten Hüseyin Eligül insgesamt 125 Tausend Lira von den Nebenklägern entgegengenommen und Betrug begangen.
SIE ERFAHREN DURCH NACHRICHTEN VOM BETRUG
In der Anklageschrift wird zudem ausgeführt, dass Erzan die Nebenkläger Kaan Sinih, Sevgil Sinih und Tursun Sinih von Anfang an getäuscht und dazu überredet habe, Geld in den Fonds zu investieren. Sie habe den Nebenklägern insgesamt 2 Millionen 250 Tausend Lira sowie 150 Tausend Dollar abgenommen und sie so betrogen.
In der Anklageschrift wird vermerkt, dass die Nebenkläger Erzan über Freunde kennengelernt hätten. Erzan habe den Nebenklägern eingeredet, es handele sich um einen staatlich geförderten Fonds, und sie dazu angehalten, mit niemandem darüber zu sprechen, wodurch sie die Nebenkläger betrogen habe. Es wurde festgehalten, dass die Nebenkläger erst dann begriffen hätten, dass sie betrogen wurden, als sie die Medienberichte über Erzan sahen, nachdem sie ihr Geld abheben wollten.
Unterdessen stieg mit der Annahme der Anklageschriften das gegen Seçil Erzan geforderte Strafmaß auf bis zu 275 Jahre Haft.
Nachrichtenquelle: İHA
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