Sie hatte ihren Ehemann getötet: Gericht ordnet Haftentlassung an
Im Prozess gegen Serap Avcı, die wegen der Tötung ihres Ehemannes Yasin Avcı in Untersuchungshaft saß, wurde im Urteilstermin die Haftentlassung angeordnet.
Im Fall von Serap Avcı, die wegen der Tötung ihres Ehemannes Yasin Avcı, von dem sie angab, über lange Zeit misshandelt worden zu sein, in Untersuchungshaft saß, wurde die Haftentlassung beschlossen. Die fünfte Verhandlung des Prozesses am Justizpalast Küçükçekmece hatte vor kurzem stattgefunden, wobei die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer schwere Vorwürfe erhoben hatte.
DAS PLÄDOYER DER STAATSANWALTSCHAFT HATTE FÜR DISKUSSIONEN GESORGT
In der Verhandlung hatte der Staatsanwalt eine Bestrafung von Serap Avcı wegen „qualifizierten vorsätzlichen Mordes“ gefordert und erklärt, dass der Vorfall lediglich im Rahmen einer unrechtmäßigen Provokation bewertet werden könne. Auf Antrag der Verteidigung auf Fristverlängerung war der Urteilstermin auf den 9. Dezember verschoben worden. In der heutigen Verhandlung ordnete das Gericht die Haftentlassung an.
„BEWEISE FÜR GEWALT WURDEN IGNORIERT“
Während des Prozessverlaufs hatten Frauenorganisationen auf die Einschätzungen der Staatsanwaltschaft reagiert.
In der Kritik wurde betont, dass die Beweise, die über Monate hinweg in den Akten vorhanden waren und die Gewalt belegten, der Serap Avcı ausgesetzt war, im Plädoyer weitgehend unberücksichtigt blieben.
In diesem Zusammenhang:
Die Aussagen der Nachbarn als Zeugen,
Die Einschätzungen der Stiftung Mor Çatı Kadın Sığınağı Vakfı,
Die Berichte der Rechtsmedizin, die die Spuren von Misshandlungen an Seraps Körper zeigten,
seien im Plädoyer nicht berücksichtigt worden.
„DAS HAUS BEBTE“
Den Unterlagen der Staatsanwaltschaft zufolge ereignete sich der Vorfall am frühen Morgen des 18. April 2024.
Nachbarn gaben an, dass die Geräusche aus der Wohnung des Paares das Gefühl vermittelten, „das Haus würde sich aus den Angeln heben“, und dass sie Angst um das Leben von Serap Avcı hatten.
„ICH WURDE MEHRMALS MIT DEM TOD BEDROHT“
Serap Avcı wiederholte sowohl während der Ermittlungen als auch in den Verhandlungen folgende Punkte:
Dass sie jahrelang systematischer Gewalt ausgesetzt war,
Dass ihr während der Ehe verboten wurde, sich zu trennen,
Dass ihr Ehemann sie nach Alkohol- und Drogenkonsum mehrfach angegriffen habe,
Dass sie über ihr Kind erpresst wurde,
Dass sie mit dem Tod bedroht wurde.
Sie schilderte, dass sie in der Tatnacht zum Balkon geschleift wurde und aus Angst, hinuntergeworfen zu werden, keine andere Möglichkeit sah, als sich zu verteidigen.
Dem Bericht zufolge wurden an Serap Avcı Spuren von Misshandlungen im Bereich von Hals, Kopf, Bauch und Schultern gefunden. Es wurde festgestellt, dass diese Verletzungen mit den Gewaltvorwürfen übereinstimmen.
Die Staatsanwaltschaft bewertete dieses Bild jedoch nicht als Notwehr und schlug stattdessen die Anwendung einer Strafmilderung wegen unrechtmäßiger Provokation vor.
Entsprechend dem Antrag der Staatsanwaltschaft war im Rahmen des Vorwurfs des „qualifizierten vorsätzlichen Mordes“ eine Strafmilderung wegen unrechtmäßiger Provokation gefordert worden. Im heutigen Urteilstermin ordnete das Gericht die Haftentlassung für die inhaftierte Serap Avcı an.
Nachrichtenquelle: 12punto
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