Die Bewährungsprobe eines Journalisten mit Fahrettin Altun: Bülent Arınç unterstrich seine Kritik beharrlich, während im Studio angespannte Momente herrschten
Der ehemalige stellvertretende Ministerpräsident und AKP-Politiker Bülent Arınç verwies in der Debatte um die von AKP-Chef und Präsident Erdoğan ins Spiel gebrachten „großen Rettiche im Sack“ auf Kommunikationsdirektor Fahrettin Altun. Währenddessen ließen Mimik und Gestik des Moderators und Journalisten Talat Atilla die angespannte Atmosphäre im Studio deutlich werden.
Arınç sagte zur Verhaftung des Bürgermeisters von Istanbul, Ekrem İmamoğlu: „Politische Inhaftierungen sollte es überhaupt nicht geben. Das habe ich auch schon für Demirtaş gesagt. Angefangen bei Esenyurt muss in allen Verfahren erst eine Anklageschrift verfasst werden, und das Gericht entscheidet über die Schuld. Erst danach werden Verhaftungen und ähnliche Maßnahmen geprüft. Die Freiheit während des laufenden Verfahrens sollte bei einem Oberbürgermeister die Regel sein.“
Der 22. Parlamentspräsident der Großen Nationalversammlung der Türkei und ehemalige stellvertretende Ministerpräsident Bülent Arınç äußerte sich in der auf TV 100 ausgestrahlten Sendung „Pazar Siyaseti mit Talat Atilla“ zu aktuellen politischen Themen.
Arınç erklärte, er sei „erstaunt“ über die Annullierung des Diploms des CHP-Präsidentschaftskandidaten Ekrem İmamoğlu und sagte: „Ich habe das von allen Professoren für Verwaltungsrecht gehört. Dieses Diplom kann nicht nach 35 Jahren annulliert werden; es gibt so etwas wie erworbene Rechte. Dass ein Universitätsvorstand dieses erworbene Recht ohne eine Entscheidung des Hochschulrats (YÖK) annulliert, ist falsch. Der Weg hierfür ist der Rechtsweg.“ Er fügte hinzu: „Diejenigen, die glauben, dass hier ein Komplott geschmiedet wurde, liegen nicht falsch.“
„FREIHEIT WÄHREND DES VERFAHRENS SOLLTE DIE REGEL SEIN“
Arınç kritisierte zudem die Verhaftung von İmamoğlu und anderen CHP-Bürgermeistern: „Politische Inhaftierungen sollte es überhaupt nicht geben. Das habe ich auch schon für Demirtaş gesagt. Angefangen bei Esenyurt muss in allen Verfahren erst eine Anklageschrift verfasst werden, und das Gericht entscheidet über die Schuld. Erst danach werden Verhaftungen und ähnliche Maßnahmen geprüft. Die Freiheit während des laufenden Verfahrens sollte bei einem Oberbürgermeister die Regel sein.“
„DIE RETTICH-METAPHER IST HÖCHSTWAHRSCHEINLICH ETWAS, DAS SICH FAHRETTIN ALTUN AUSGEDACHT HAT“
Arınç nahm die Äußerung von AKP-Chef und Präsident Recep Tayyip Erdoğan zur Korruptionsermittlung in der Stadtverwaltung von Istanbul, wonach „die großen Rettiche, die im Sack liegen, noch nicht ausgekippt wurden“, aufs Korn: „Die Rettich-Metapher ist höchstwahrscheinlich etwas, das sich Fahrettin Altun ausgedacht hat. Er steckt hinter allem, mein Lieber. Die Türkei befindet sich mittlerweile in einem solchen System. Er verbraucht ein Riesenbudget. Es geht nicht nur um Desinformation. Möge Gott ihm helfen. Sie antworten auf die Rettiche nun mit Quitten.“
Währenddessen spiegelte sich die Anspannung im Gesicht des Journalisten Talat Atilla wider; Atilla versuchte einerseits, das Thema zu beenden, und andererseits, die belastenden Aussagen von Arınç gegenüber Fahrettin Altun abzumildern.
Nachrichtenquelle : 12punto
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