Sevim Belli auf ihrem letzten Weg verabschiedet
Die Autorin und Übersetzerin Sevim Belli, eine der führenden Persönlichkeiten der türkischen sozialistischen Bewegung, die vor wenigen Tagen verstarb, wurde auf ihrem letzten Weg verabschiedet. Die Trauerfeier fand in der Şişli-Moschee statt, von wo aus der Sarg unter Begleitung von Sprechchören zum Feriköy-Friedhof überführt wurde.
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Sevim Belli, eine der führenden Persönlichkeiten der türkischen sozialistischen Bewegung, ist vor wenigen Tagen im Alter von 99 Jahren in ihrem Zuhause in Istanbul verstorben. Bellis Trauerfeier fand nach dem Totengebet in der Şişli-Moschee unter großer Anteilnahme statt.

Anschließend zog die Menschenmenge über die Halaskargazi-Straße in Şişli unter Rufen wie "Sevim Belli ist unsere Ehre" weiter. Nach dem Trauermarsch wurde Sevim Belli auf dem Feriköy-Friedhof an der Seite ihres Ehemannes, des Autors Mihri Belli, der ebenfalls eine führende Figur der sozialistischen Bewegung war, beigesetzt. 
Die 1925 in Istanbul geborene Belli schloss ihr Studium an der Medizinischen Fakultät der Universität Istanbul ab, ging in die USA und begann anschließend ihre Facharztausbildung in Paris.
Während des 3. Weltfestivals der Jugend und Studenten, an dem sie von dort aus teilnahm, lernte sie im August 1951 in Berlin Nâzım Hikmet kennen und übernahm die Aufgabe als Kurierin zwischen den im Ausland und im Inland tätigen Führungskräften der TKP. Nachdem sie auf diesem Weg in die Türkei gereist war, wurde sie bei ihrer Rückkehr von Istanbul nach Paris festgenommen. Daraufhin wurde eine groß angelegte Operation gegen die TKP eingeleitet.

Im Zuge der sogenannten "51er-Verhaftungswelle" wurde sie in Gewahrsam genommen und gemeinsam mit den Mitgliedern des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Türkei; Şefik Hüsnü Değmer, Zeki Baştımar, Reşat Fuat Baraner, Mehmet Bozışık, Halil Yalçınkaya und Mihri Belli inhaftiert. 1957 heiratete sie im Gefängnis den TKP-Funktionär Mihri Belli.
Da Ärzten, die wegen kommunistischer Aktivitäten verurteilt wurden, das Recht zur Berufsausübung entzogen wurde, verließ sie 1964 mit ihren Kindern das Land, um in den 1960er Jahren in Algerien als Ärztin zu arbeiten. 1966 kehrte sie in die Türkei zurück.
Während der Zeit des 12. März wurde sie erneut festgenommen und verbrachte drei Jahre im Gefängnis. Nach dem Militärputsch vom 12. September ging sie erneut ins Ausland. Ihre Erinnerungen hielt sie in dem Buch "Boşuna Mı Çiğnedik" (Haben wir es umsonst durchlebt) fest.
Nachrichtenquelle : 12punto
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