Stellungnahme der Anwaltskammer Istanbul nach dem Tiermassaker in Gebze: 'Wir fordern das Verfassungsgericht zum Handeln auf!'
Das Zentrum für Tierrechte der Anwaltskammer Istanbul gab eine Erklärung im Behandlungs-, Rehabilitations- und Ausbildungszentrum für Straßentiere der Gemeinde Gebze ab, nachdem dort Hunde, Katzen und Krähen mit Medikamenten getötet und in einen Container geworfen worden waren. In der Erklärung hieß es: 'Die Änderung des Tierschutzgesetzes Nr. 5199 muss unverzüglich aufgehoben werden.'
Das Zentrum für Tierrechte der Anwaltskammer Istanbul gab eine Erklärung ab, nachdem fast 35 Hunde, 13 Katzen und eine Krähe im Behandlungs-, Rehabilitations- und Ausbildungszentrum für Straßentiere der Gemeinde Gebze mit Medikamenten getötet worden waren.
'WIE MÜLL BEHANDELT...'
In der Erklärung wurden folgende Aussagen getroffen:
Die Videoaufnahmen, die das Massaker im Behandlungs-, Rehabilitations- und Ausbildungszentrum für Straßentiere der Gemeinde Gebze am 11.10.2024 belegen, haben die Gesellschaft zutiefst erschüttert. Auf den Bildern des Massakers ist zu sehen, wie Hunde nach der Injektion chemischer Substanzen bei lebendigem Leib in einen Müllcontainer geworfen wurden. Unabhängig davon, ob sie bereits verstorben waren oder nicht, wurden Hunde, Katzen und sogar Vögel – ohne Rücksicht auf Alter, Gesundheitszustand oder Trächtigkeit – in Müllsäcke gesteckt und wie Abfall in einen Müllcontainer geworfen. Beim Öffnen der aus dem Müllcontainer geholten Säcke wurde deutlich, dass einige Tiere noch im Todeskampf lagen; mit anderen Worten: Sie wurden in Müllsäcke gesteckt und diese wurden zugebunden, damit sie entweder durch die Chemikalien oder, falls sie nicht daran starben, durch Ersticken verendeten.
VERFASSUNGSWIDRIG!
Das begangene Massaker verstößt eindeutig gegen die Verfassung der Republik Türkei, das türkische Strafgesetzbuch Nr. 5237 und alle im Tierschutzgesetz Nr. 5199 festgelegten Regeln zum Schutz von Tieren und der Umwelt. Die Verantwortlichen für diesen schrecklichen Vorfall sind in erster Linie die Gemeinde Gebze sowie die Tierärzte und das Hilfspersonal, die im Behandlungs-, Rehabilitations- und Ausbildungszentrum für Straßentiere der Gemeinde Gebze arbeiten. Wir möchten betonen, dass dieses Massaker, das von den betreffenden Tierärzten oder unter deren Aufsicht, Zustimmung oder Anweisung durchgeführt wurde, im krassen Widerspruch zum tierärztlichen Eid steht.
Kein Tier verdient es, so grausam getötet zu werden, wie es heute im Behandlungs-, Rehabilitations- und Ausbildungszentrum für Straßentiere der Gemeinde Gebze geschehen ist – egal ob ausgewachsen oder jung –, und schon gar nicht, während es noch im Todeskampf liegt, in einen Müllsack gesteckt und in einen Müllcontainer geworfen zu werden. Diese erschütternden Handlungen sind inakzeptabel; sie verstoßen nicht nur eindeutig gegen die Gesetzgebung, sondern widersprechen auch dem tief empfundenen Mitgefühl unserer Gesellschaft. Selbst die blutige Änderung des Tierschutzgesetzes Nr. 5199 rechtfertigt eine solche Grausamkeit nicht. Es handelt sich eindeutig um ein Massaker, und die Täter werden sich vor Gericht verantworten müssen.
Dies ist unser offener Appell an das Verfassungsgericht: Um grausame Taten wie das heutige Massaker in Gebze zu verhindern, die unter dem Deckmantel der Änderung des Tierschutzgesetzes Nr. 5199 begangen werden oder werden könnten, und um unmenschliche Verhaltensweisen zu stoppen, die in der Gesellschaft Empörung auslösen und das Gewissen verletzen, muss die Änderung des Tierschutzgesetzes Nr. 5199 aus Respekt vor dem Recht auf Leben unverzüglich aufgehoben werden.
Wir werden weder die unschuldigen Tiere noch die Natur der Republik Türkei diesen blutigen Händen überlassen. Alle notwendigen rechtlichen Schritte, einschließlich einer Strafanzeige gegen die Gemeinde Gebze, die betreffenden Tierärzte und das Hilfspersonal, werden unverzüglich eingeleitet.
Nachrichtenquelle : 12punto
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