Vorläufiger Bericht zum Schiffsunfall bei Silivri: Die Katastrophe kündigte sich an!
Im vorläufigen Bericht zur Kollision der Schiffe Alsu und Tuğberk İmamoğlu im Marmarameer werden mangelnde Wachdisziplin und das Fehlen eines Ausgucks hervorgehoben.
Im Rahmen der von der Generalstaatsanwaltschaft Silivri geführten Ermittlungen wurde ein vorläufiger Sachverständigenbericht zu dem Unfall erstellt, an dem die Schiffe Alsu und Tuğberk İmamoğlu im Marmarameer beteiligt waren.
Im vorläufigen Bericht wird festgehalten, dass sich die Kollision um 03:13 Uhr ereignete. Nach dem Unfall sei das Schiff Tuğberk İmamoğlu aufgrund eines Risses an der Backbordseite schnell gesunken, während am Schiff Alsu außer leichten Schrammen an der Steuerbordseite keine größeren Schäden entstanden seien, die die Fahrt hätten behindern oder zu einem Wassereinbruch hätten führen können.
Als Hauptursache des Vorfalls wurden im Bericht „beidseitige Disziplinlosigkeit auf der Brücke, die vollständige Missachtung von Wachstandards und der Verlust des Situationsbewusstseins“ identifiziert. Dass das Schiff Tuğberk İmamoğlu mit ausgeschaltetem AIS-Gerät fuhr und entgegen der Funkabsprache auf den letzten 0,5 Seemeilen nach Steuerbord drehte, wurde als aktiver Auslöser für die Kollision bewertet.
Darüber hinaus wird im Bericht dargelegt, dass die Schwachstellen auf der Brücke der M/T Alsu entscheidend für die schwerwiegenden Folgen der Katastrophe waren. Die Kontrolle auf der Alsu habe bei einem unerfahrenen dritten Kapitän gelegen; bei Anwesenheit eines erfahrenen Kapitäns und eines zusätzlichen Ausgucks auf der Brücke hätte das Risiko früher erkannt werden können.
Dem Bericht zufolge hätte die unkontrollierte Steuerbord-Wende der Tuğberk İmamoğlu bei Einhaltung der „Watch Condition B“-Regel aus dem eigenen Sicherheitsleitfaden der Alsu bereits in einer Entfernung von 1,5 bis 1,8 Seemeilen statt erst bei 0,5 Seemeilen erkannt werden können. In diesem Fall, so die Einschätzung, hätte die Kollision durch das Stoppen der Maschinen oder ein Notmanöver (Tornistan) vollständig verhindert oder durch eine Verringerung der Aufprallwucht das Sinken abgewendet werden können.
Im vorläufigen Bericht wird zudem darauf hingewiesen, dass in den von der Generaldirektion für Küstensicherheit (Kıyı Emniyeti Genel Müdürlüğü) bereitgestellten VTS-Aufnahmen keine Aufzeichnung des Schiffes Tuğberk İmamoğlu enthalten war, das Schiff jedoch auf dem ECDIS-Bildschirm der Alsu zu sehen war.
Nachrichtenquelle: 12punto
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