Wichtige Entwicklung im Fall Mattia Ahmet Minguzzi: Anwalt legt Mandat nieder
Im Prozess um den Tod des 15-jährigen Mattia Ahmet Minguzzi in Kadıköy gibt es eine neue Entwicklung. Der Anwalt des Angeklagten A.Ö. hat sein Mandat mit Verweis auf die in der Öffentlichkeit entstandene Wahrnehmung eines „gefälschten Gutachtens“ niedergelegt.
Im Prozess um den Tod des 15-jährigen Mattia Ahmet Minguzzi, der nach einem Angriff auf dem historischen Dienstagsmarkt in Kadıköy ums Leben kam, hat sich eine bemerkenswerte Entwicklung ereignet. Es wurde bekannt, dass der Anwalt des in diesem Fall angeklagten A.Ö. das Mandat niedergelegt hat.
Der Vorfall hatte nach dem Tod des jungen Mattia Ahmet Minguzzi in der Öffentlichkeit für großes Aufsehen gesorgt.
ANWALT LEGT MANDAT NIEDER
Nach Informationen von Veryansın TV teilte der Anwalt des Angeklagten A.Ö. dem Gericht in einem eingereichten Schriftsatz mit, dass er sein Mandat beendet habe.
In dem Schreiben an das 2. Schwurgericht für Kinder in Istanbul Anadolu bezog sich der Anwalt auf die Diskussion um ein „Behindertengutachten“, die am 2. Oktober stattgefunden hatte.
Nach diesem Vorfall waren in der Öffentlichkeit Vorwürfe laut geworden, dass „ein gefälschtes Gutachten eingereicht wurde, um den Haupttäter zu schützen“.
Der Anwalt erklärte in seinem Schriftsatz an das Gericht, dass diese in der Öffentlichkeit entstandene Wahrnehmung falsch sei.
In seiner Erklärung betonte er, dass er „keinerlei Gutachten in die Prozessakte eingereicht habe“ und dass „sein Mandant A.Ö. nicht die Rolle des Haupttäters innehabe“.
Der Anwalt erklärte, dass er aufgrund der „Umstände, die zu falschen Interpretationen führten“, sein Mandat für A.Ö. niederlege und seine Tätigkeit beende.
WAS WAR PASSIERT?
Der Vorfall ereignete sich am Freitag, den 24. Januar, gegen 08.25 Uhr auf dem historischen Dienstagsmarkt in Kadıköy. Mattia Ahmet Minguzzi, der Sohn des italienischen Kochs Andrea Minguzzi und der Cellistin Yasemin Akıncılar, geriet laut Zeugenaussagen in einen Streit mit einer Gruppe von Fahrradfahrern.
Nachdem Umstehende eingegriffen hatten, löste sich die Gruppe auf, und Mattia Ahmet Minguzzi ging zum Flohmarkt, um einzukaufen. Auf dem Markt wurde Minguzzi von B.B., der mutmaßlich zu der Gruppe gehörte, mit der er zuvor gestritten hatte, an fünf Stellen niedergestochen. Der andere zu diesem Zeitpunkt anwesende Verdächtige, U.B., trat auf den am Boden liegenden Minguzzi ein. Minguzzi verstarb nach einer 15-tägigen Behandlung im Krankenhaus.
Gegen B.B. und U.B., die beide 15 Jahre alt sind, wurde ein Verfahren wegen „vorsätzlicher Tötung eines Kindes“ mit einer Forderung von 18 bis 24 Jahren Haft eingeleitet.
Gegen die Angeklagten M.A.D. und A.Ö., die am Tag des Vorfalls in Begleitung der Verdächtigen waren, wurde eine Anklageschrift mit dem Antrag auf Zusammenlegung der Verfahren wegen „Beihilfe zur vorsätzlichen Tötung eines Kindes“ erstellt. Im Rahmen des zusammengelegten Verfahrens erschienen die vier Angeklagten am 2. Oktober erstmals gemeinsam vor Gericht.
In der angespannten Verhandlung löste die Vorlage eines „Integrationsgutachtens“ aus der Grundschulzeit des Angeklagten A.Ö. durch dessen Anwalt den Unmut der anwesenden Bürger aus. Nach einer Unterbrechung äußerte ein Bürger seinen Unmut gegenüber dem Anwalt, weil dieser ein Behindertengutachten für den Angeklagten vorgelegt hatte: „Sie waren nicht behindert, als sie einen Menschen töteten, sind sie es jetzt? Wollen Sie die Mörder schamlos als behindert bezeichnen? Haben Sie kein Gewissen? Wenn Sie ein Gewissen hätten, würden Sie diese Mörder nicht verteidigen.“
In dem vom Anwalt des A.Ö. vorgelegten Gutachten wurde dargelegt, dass der Angeklagte während seiner Grundschulzeit ein Integrationsgutachten erhalten habe. Es wurde darauf hingewiesen, dass es sich bei einem Integrationsgutachten um ein Dokument handelt, das von den dem Bildungsministerium unterstellten Beratungs- und Forschungszentren für Schüler mit atypischer Autismus-Diagnose, einem IQ zwischen 60 und 90, Konzentrationsschwäche und spezifischen Lernschwierigkeiten ausgestellt wird.
Nachrichtenquelle: 12punto
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