Der Liebling des Ramadan: Die Geschichte des Güllaç
Im 13. Jahrhundert wurde ein flüssiger Teig aus Weizenstärke und Wasser oder geschlagenem Eiweiß auf eine heiße Platte gegossen, um Güllaç-Blätter herzustellen. Heute wird der Güllaç-Teig aus Maisstärke und Wasser zubereitet.
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Güllaç wurde erstmals 1489 in die Palastküche aufgenommen. Ali Usta aus Kastamonu weichte übrig gebliebene Yufka-Teigblätter während einer Reise von Palastbeamten nach Kastamonu in gezuckerter Milch ein und verwandelte sie so in ein Dessert.
Die Palastbeamten, denen das Dessert dort schmeckte, nahmen Ali Usta zusammen mit dieser Süßspeise als Chefkonditor mit in den Palast.
In der osmanischen Zeit wurden die Güllaç-Blätter als „Varak“ (Blatt) bezeichnet.
Den Aufzeichnungen der Palastküche zufolge wurden zwischen 1573 und 1574 insgesamt 19.740 Varak in den osmanischen Palast geliefert, während es zwischen 1642 und 1654 10.300 Stück waren.
Turabi Efendi beschrieb die Herstellung der Varak in seinem Buch wie folgt: „Geben Sie das Eiweiß von 20 Eiern in eine Schüssel und schlagen Sie es gründlich auf. Fügen Sie dann nach und nach etwa ein halbes Kilogramm Weizenstärke hinzu und vermengen Sie alles gut. Geben Sie anschließend so viel Wasser hinzu, dass ein dünner Teig entsteht, und verrühren Sie diesen. Um eine Überhitzung zu vermeiden, platzieren Sie eine runde, leicht gewölbte Eisenplatte, unter die Sie zuvor eine etwa eineinhalb Zentimeter dicke Schicht Asche aufgetragen haben, über einem Holzkohlenfeuer.
Sobald die Platte mäßig heiß ist, gießen Sie mit einem geeigneten Löffel so viel Teig in die Mitte der Platte, dass ein Yufka-Blatt von der Größe eines großen Esstellers oder größer entsteht. In weniger als einer Minute ist dieses Blatt fertig. Es sollte schneeweiß und so dünn wie Seidenpapier sein.“
Die Herstellung der Varak erfordert handwerkliches Geschick; ist das Blatt zu dick, wird das Güllaç matschig, ist es zu dünn, zerfällt es.
ZUBEREITUNG MIT ZUCKERSIRUP
Güllaç, das auf den Tafeln der osmanischen Sultane nie fehlen durfte, wurde meist mit Zuckersirup zubereitet; zudem wurden Rosenwasser, Moschus, Sahne (Kaymak), Pistazien, Mandeln oder Haselnüsse hinzugefügt. Die Güllaç-Blätter wurden als Bündel, Dreiecke oder Rollen geformt. Es gab auch eine Variante, bei der die Blätter in Ei gewendet, frittiert und anschließend in Sirup getaucht wurden...
Das wichtigste Erbe, das aus der osmanischen und türkischen Ramadan-Kultur geblieben ist, ist das Güllaç, auch wenn wir uns heute kaum noch an die alten Bräuche, Speisen und Traditionen erinnern.
Wenn man an Güllaç denkt, denkt man an den Ramadan, und wenn man an den Ramadan denkt, denkt man an Güllaç.