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Entscheidung von BYD zur Türkei: Produktion startet früher

Der chinesische Automobilriese BYD verschiebt den Produktionszeitplan für sein Elektrofahrzeugwerk in Ungarn, bereitet sich jedoch darauf vor, im türkischen Werk in Manisa früher als geplant mit der Produktion zu beginnen.

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Entscheidung von BYD zur Türkei: Produktion startet früher

Der chinesische Konzern BYD, einer der weltweit größten Hersteller von Elektrofahrzeugen, hat den Produktionsstart in seinem 4-Milliarden-Euro-Elektroautowerk im ungarischen Szeged auf das Jahr 2026 verschoben. Laut Quellen, die gegenüber Reuters sprachen, wird das Werk in den ersten zwei Jahren nicht mit voller Kapazität arbeiten können und lediglich einige zehntausend Fahrzeuge produzieren.

Die Anlage, die ursprünglich mit einem Produktionsziel von 150.000 Fahrzeugen pro Jahr konzipiert wurde, wird ihr endgültiges Kapazitätsziel von 300.000 Einheiten erst nach 2027 erreichen. BYD hat noch nicht geklärt, welche Modelle in dem Werk in Szeged, dessen Inbetriebnahme für Oktober 2025 angekündigt war, produziert werden sollen. Die Modelle Atto 2, Atto 3, Dolphin und der kostengünstige Seagull stehen zur Auswahl.

PRODUKTIONSPRIORITÄT VERSCHIEBT SICH IN DIE TÜRKEI

Im türkischen Werk von BYD in Manisa werden die Räder hingegen früher als erwartet anfangen, sich zu drehen. Informationen zufolge wird die Anlage, die mit einer Investition von 1 Milliarde Dollar realisiert wurde und eine Kapazität von 150.000 Fahrzeugen pro Jahr aufweist, Ende 2026 die Serienproduktion aufnehmen.

Quellen zufolge wird dieses Werk zudem bereits ab dem ersten Jahr mehr produzieren als die Anlage in Ungarn. Im Jahr 2027 soll die Marke von 150.000 Fahrzeugen überschritten und die Kapazität im Jahr 2028 deutlich erhöht werden.

STRATEGISCHER SCHRITT FÜR ZOLLFREIEN EXPORT IN DIE EU

Ein Großteil der im Werk Manisa produzierten Fahrzeuge soll in die Länder der Europäischen Union exportiert werden. Dank der Zollunion zwischen der Türkei und der EU werden diese Exporte keinen Zöllen unterliegen.

Dieser Schritt ist von großer Bedeutung, um die von der Europäischen Kommission gegen Elektrofahrzeuge chinesischer Herkunft verhängten Zölle von bis zu 27 Prozent zu umgehen. Ungarn, das als Produktionszentrum von BYD in Europa geplant war, hat trotz der Zollvorteile aufgrund hoher Arbeitskosten an Priorität für den chinesischen Riesen verloren.

PLÄNE IN UNGARN VERLANGSAMT

Quellen berichteten, dass sich die Installation der Produktionslinien in Ungarn verzögert habe und einige in China hergestellte Ausrüstungen verspätet geliefert worden seien. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass BYD seine Pläne zur Beschleunigung der Produktion aus wirtschaftlichen Gründen gedrosselt habe.

Im Werk Szeged, das 2026 die Produktion aufnehmen soll, wird zunächst kein Betrieb mit voller Kapazität möglich sein. Die Produktion wird erst 2027 steigen, wobei jedoch nicht damit gerechnet wird, dass die geplanten Niveaus erreicht werden.

WACHSTUM AUF DEM CHINESISCHEN MARKT VERLANGSAMT, BLICK RICHTUNG AUSLAND

Aufgrund des zunehmenden Wettbewerbs und der Preiskämpfe in China hat BYD sein Wachstum auf dem Binnenmarkt verlangsamt. In einigen Produktionsstätten wurden Schichten reduziert und die Installation neuer Linien verschoben. Aus diesem Grund konzentriert sich das Unternehmen verstärkt auf Investitionen im Ausland.

Die Türkei stellt für BYD eine attraktive Alternative dar, da sie bereits großen Herstellern wie Renault, Toyota, Ford, Hyundai und Stellantis als Standort dient. Günstige Arbeitskräfte, logistische Vorteile und der zollfreie Zugang zur EU machen die Türkei zu einem bevorzugten Standort.

UMSTRITTENER PROZESS IN BRASILIEN

BYD expandiert nicht nur in Europa, sondern auch in Lateinamerika. Das Unternehmen, das sein Werk in Brasilien weiter ausbaut, sah sich dort mit rechtlichen Schritten aufgrund von Vorwürfen der Ausbeutung von Arbeitnehmern konfrontiert, in die chinesische Auftragnehmer verwickelt waren.


Nachrichtenquelle: 12punto

BYD