Gehört Benzin der Vergangenheit an? Jetzt wird es durch diesen Kraftstoff ersetzt
Indien hat ein beispielhaftes Projekt gestartet, bei dem Kuhdung in umweltfreundlichen Kraftstoff umgewandelt wird, um die Energieimporte zu reduzieren. Dieser Schritt soll sowohl die ländliche Wirtschaft stärken als auch zur Energieunabhängigkeit des Landes beitragen.
Als eines der Länder mit dem weltweit höchsten Energieimportbedarf zieht Indien mit einer innovativen Methode zur Deckung seiner kritischen Energielücke die Aufmerksamkeit auf sich. Kuhdung, der im Land traditionell in der Landwirtschaft verwendet wird und zudem als heilig gilt, wird nun in Form von biologisch komprimiertem Erdgas (Bio-CNG) in Kraftstoff umgewandelt und füllt die Tanks von Fahrzeugen.
Die neue Anlage und Tankstelle, die in der Region Banaskantha im Bundesstaat Gujarat errichtet wurde, wird in Partnerschaft zwischen der japanischen Suzuki Motor Corp. und Banas Dairy, einer der größten Milchgenossenschaften Asiens, betrieben. Die Anlage, die täglich mehr als 700 Fahrzeuge mit erschwinglichem und erneuerbarem Kraftstoff versorgt, zielt darauf ab, die Abhängigkeit des Landes von Importen zu verringern.
Dass Indien einen erheblichen Teil seines Gasbedarfs aus dem Ausland deckt, machte das Land insbesondere gegenüber Schwankungen auf den globalen Märkten verwundbar. Diese neue Initiative bietet jedoch ein auf heimischen Ressourcen basierendes Kraftstoffmodell und trägt dazu bei, Indien vor externen Einflüssen zu schützen. Zudem kann Bio-CNG in bestehenden CNG-Fahrzeugen ohne Hardwareänderungen verwendet werden und bietet den Nutzern durch die Stückkosten zusätzliche Einsparungen.
DIREKTER BEITRAG ZUR DORFWIRTSCHAFT
Täglich werden etwa 88 Tonnen Kuhdung aus den umliegenden Dörfern gesammelt und in der Anlage verarbeitet. Durch diesen Sammelprozess erhalten lokale Landwirte die Möglichkeit, ein Zusatzeinkommen zu erzielen, während das nach der Verarbeitung verbleibende organische Material als landwirtschaftlicher Dünger wieder in den Boden zurückgeführt wird. Auf diese Weise bietet das Projekt ein Beispiel für eine Kreislaufwirtschaft und verleiht sowohl dem Energie- als auch dem Agrarsektor neuen Schwung.
Der Kilopreis dieses aus Biogas gewonnenen Kraftstoffs bietet dem Verbraucher im Vergleich zu herkömmlichem Benzin erhebliche Einsparmöglichkeiten. Zudem beabsichtigt die indische Regierung, mit diesem Modell eine Lösung für die chronische Kraftstoffinflation im Land zu finden.
HEIMISCHE LÖSUNG, VORTEIL IM GLOBALEN WETTBEWERB
Indien, das sich außerhalb der von China dominierten Lieferkette für Batterien bei der Umstellung auf Elektrofahrzeuge positionieren möchte, plant mit der heimischen Bio-CNG-Produktion sowohl den Aufbau einer unabhängigen Energieinfrastruktur als auch die Senkung der Importrechnung. Experten weisen darauf hin, dass Indien selbst dann, wenn nur ein Drittel des gesamten Kuhdung-Potenzials des Landes wirtschaftlich genutzt würde, seinen Bedarf an importiertem Erdgas vollständig decken könnte.
Im Rahmen eines neuen Abkommens des Staates mit Japan wurde beschlossen, landesweit tausend weitere Biogasanlagen zu errichten. Mit diesem Schritt strebt Indien an, auf der globalen Bühne im Bereich der Biokraftstoffe einen Unterschied zu machen und zu einem der führenden Länder zu werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Prozess der Umwandlung von Kuhdung in Bio-CNG für Indien neben nachhaltiger Entwicklung und Energieunabhängigkeit auch wichtige Beiträge zum wirtschaftlichen Wohlstand des ländlichen Lebens leistet.
Nachrichtenquelle: 12punto
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