Daron Acemoğlu erklärt, wie sich die türkische Wirtschaft erholen kann: 'In 15-20 Jahren...'
Der Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, Prof. Dr. Daron Acemoğlu, äußerte sich zu wichtigen Aspekten der türkischen Wirtschaft, der Inflation und der Entwicklung. Acemoğlu betonte die Notwendigkeit von Justiz- und Bildungsreformen sowie Investitionen in Technologie und Humankapital.
Der Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, Prof. Dr. Daron Acemoğlu, nahm an der Sendung des Journalisten Fatih Altaylı teil und äußerte sich zur türkischen Wirtschaft. Acemoğlu erklärte, dass "Armut" eines der Hauptprobleme der türkischen Wirtschaft sei, und wies auf die Notwendigkeit von Reformen für eine Erholung hin.
Acemoğlu betonte, dass sich für die Türkei ein Zeitfenster für Chancen schließe: "Die Türkei wird in 15 bis 20 Jahren deutlich stärker altern und läuft Gefahr, den Anschluss an die Zeit zu verlieren. Deshalb ist es unerlässlich, schnell in Technologie und Humankapital zu investieren", sagte er.
"Reformen in Bildung und Justiz sind unerlässlich"
Der Ökonom Acemoğlu wies auf drei grundlegende Faktoren hin, damit sich die türkische Wirtschaft langfristig erholen kann.
Er betonte, dass ein zuverlässiges Justizsystem aufgebaut werden müsse und eine grundlegende Reform des Bildungssystems zwingend erforderlich sei.
"Ohne ein Bildungssystem aufzubauen, das offen für Wettbewerb ist und freies Denken fördert, ist eine dauerhafte Erholung der türkischen Wirtschaft nicht möglich", erklärte er.
Technologie und Produktivitätssteigerung erforderlich
Acemoğlu ging auf die Bedeutung der richtigen Nutzung von Technologie für die Zukunft des Landes ein und sagte: "Wir müssen Technologie nicht nur für die Automatisierung nutzen, sondern auch, um die Fähigkeiten der Arbeiter zu verbessern und ihnen neue Arbeitsfelder zu eröffnen. Um die Löhne der Arbeiter zu erhöhen, muss man sich auf Produktivitätssteigerungen konzentrieren."
"Niedrige Löhne führen zu wirtschaftlichem Ungleichgewicht"
Acemoğlu erklärte, dass niedrige Löhne eine der grundlegenden Dynamiken seien, die Armut und Inflation verstärken: "In der Türkei arbeitet fast die Hälfte der Arbeiter zum Mindestlohn. In dieser Gleichung liegt ein Fehler. Wir müssen die Produktivität der Arbeiter steigern, damit die Arbeitgeber gezwungen sind, höhere Gehälter zu zahlen", sagte er.
"Durch Produktivitätssteigerung können wir Armut und Arbeitslosigkeit lösen"
Acemoğlu betonte, dass der Weg zur Überwindung der wirtschaftlichen Probleme in der Türkei über die Steigerung der Produktivität durch Technologie und Bildung führe: "Diese Schritte zu unternehmen, wird nicht nur die Inflation senken, sondern auch Armut und Arbeitslosigkeit erheblich reduzieren", sagte er.
Nachrichtenquelle : 12punto
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