Nach dem Tod von Ece Gürel: Experten warnen vor 'spirituellem Missbrauch'
Die Vorwürfe, die nach dem Tod von Ece Gürel laut wurden – die vier Tage nach ihrem Verschwinden im Belgrader Wald lebend gefunden wurde, aber später verstarb –, sorgen weiterhin für Aufsehen. Nachdem Behauptungen aufkamen, sie habe einen Kurs namens „Hexenkunst“ besucht, warnten Experten nun eindringlich.
Die Fragen zum Tod von Ece Gürel, die vier Tage nach ihrem Verschwinden lebend aufgefunden, aber dennoch nicht gerettet werden konnte, sind noch immer ungeklärt.
Nachdem Behauptungen aufkamen, Gürel habe einen Kurs namens „Hexenkunst“ besucht, rückten Fragen zum Spiritualismus in den Fokus.
Die Hürriyet-Kolumnistin Fulya Soybaş thematisierte in ihrem heutigen Artikel, in dem sie über Spiritualismus schrieb und die Frage „Was hat Ece Gürel alleine im Belgrader Wald gemacht?“ aufwarf, die Ansichten der ganzheitlichen Lebensberaterin Aysun Akçalı.
Aysun Akçalı äußerte sich dazu wie folgt:
"Yoga und Meditation bedeuten nicht nur, auf dem Kopf zu stehen. Klangtherapie bedeutet nicht zwangsläufig, zu schreien. Leider vermischen sich in den letzten Jahren die immer populärer werdenden Konzepte wie Meditation, Yoga und Rückzug mit fernöstlichen sowie in Anatolien, auf diesem uralten Boden, beheimateten mystischen Philosophien wie dem Bleigießen, aber auch mit Astrologie, Numerologie und Energiearbeit. Fast jeder ist mittlerweile ein Experte für all diese Lehren.
Der Konflikt zwischen Religion und Wissenschaft ist in diesem modernen Zeitalter einem Konflikt zwischen Aberglaube und Wissenschaft gewichen. Denn die Menschen entfernen sich immer weiter davon, ihren Lebenssinn zu finden, während sie nach Lösungen für ihre weltlichen Probleme suchen. Das ist auch der Grund für das Entstehen der sogenannten ‚New Age‘-Bewegungen, der Sekten der neuen Generation sowie ‚falscher‘ Therapeuten und Experten. Und was noch wichtiger ist: Diese Angelegenheit hat sich in ein Geschäft verwandelt.
Dabei bedeutet Meditation, zu seinem eigenen Wesen zurückzukehren. Dafür muss man weder in den Wald gehen, noch schreien oder Rituale vollziehen. Meditation – das geht auch im Sitzen – bedeutet, die Augen zu schließen, den Geist zu beruhigen und sich von den Werten zu distanzieren, die einem die Gesellschaft auferlegt. Warum ist Ece Gürel in den Wald gegangen? Das weiß ich nicht. Aber die Rückkehr zur Natur ist nichts Schlechtes. Denn in unserem urbanisierten Leben haben wir die Verbindung zu unserem Wesen verloren. Wir können unsere eigene innere Stimme nicht mehr hören.
Dabei gibt es in der Natur einen strahlend blauen Himmel, Vogelgezwitscher und Blumendüfte. Ich gehe zum Beispiel spazieren, um mich von meinen weltlichen Problemen und dem Lärm der Stadt zu entfernen und mit einem ruhigen Geist Antworten auf meine Fragen zu finden. Auch richtiges Atmen ist wichtig. Gutes Atmen beruhigt und hilft dabei, richtige Entscheidungen zu treffen. All diese Methoden sind gute Werkzeuge und können natürlich genutzt werden. Aber nur solange man seinem Körper und seinem Verstand nicht schadet.
Jede Lehre, die in Extreme führt oder in die man hineingedrängt wird und deren Sklave man wird, schadet einem. Genau das ist der Punkt, den wir übersehen. Zurück zum Wesen zu finden bedeutet, den Verstand zu benutzen, Fragen zu stellen, zu hinterfragen und ein ehrlicher, aufrichtiger Mensch zu sein. Man braucht keinen Vermittler; alle Antworten, die du suchst, stecken bereits in dir.“
Nachrichtenquelle : 12punto
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