Sekten-Szenen in „Arka Sokaklar“ hatten islamistische Kreise verärgert: Erwartete Stellungnahme des RTÜK-Vorsitzenden liegt vor
Der RTÜK-Vorsitzende Ebubekir Şahin äußerte sich zu der Kritik, die nach der Thematisierung von Sekten- und Gemeinschaftsstrukturen in der aktuellen Folge der langjährigen Kanal-D-Serie „Arka Sokaklar“ aufgekommen war. Şahin unterstrich seine Haltung gegen Islamophobie und informierte über die Aufgaben und Befugnisse des RTÜK.
Die seit fast 20 Jahren ausgestrahlte Kanal-D-Serie „Arka Sokaklar“ ist in den Mittelpunkt von Diskussionen gerückt, nachdem sie in ihrer aktuellen Folge Sekten- und Gemeinschaftsstrukturen thematisiert hat.
Während islamistische Kreise die in der Serie behandelten Themen mit der Begründung kritisierten, sie würden „religiöse Werte ins Visier nehmen“, wurden von HÜDA PAR, Yeni Akit und verschiedenen Social-Media-Konten Forderungen an den RTÜK gestellt.
STELLUNGNAHME DES RTÜK-VORSITZENDEN EINGETROFFEN
Aufgrund der Kritik veröffentlichte der RTÜK-Vorsitzende Ebubekir Şahin eine Erklärung auf seinem Social-Media-Konto. Şahin erklärte, dass der RTÜK keine islamophoben Sendungen dulde und dass die gegen ihn persönlich und seine Institution gerichteten Anschuldigungen inakzeptabel seien.
Şahin äußerte sich in seiner Stellungnahme wie folgt:
„Es ist unmöglich, die ungerechtfertigten Anschuldigungen, ja sogar Verleumdungen gegen meine Person und meine Institution zu akzeptieren, ohne die Themen vollständig erfasst zu haben oder über korrekte Informationen zu verfügen. Der RTÜK lässt niemals Sendungen zu, die Islamophobie, die Krankheit unserer Zeit, schüren.“
Şahin erinnerte an die Regulierungs- und Aufsichtsaufgaben des RTÜK im Rundfunkbereich und machte folgende Ausführungen:
Şahin betonte, dass der RTÜK eine führende Institution im Kampf gegen Islamophobie sei. Unter Hinweis auf den mit Unterstützung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan durchgeführten „Internationalen Gipfel zu Islamophobie und Medien“ erklärte er, dass der RTÜK die Islamfeindlichkeit im Westen zur Diskussion gestellt und Lösungsvorschläge unterbreitet habe.
Er betonte, dass der RTÜK sensibel gegenüber Sendungen agiere, die Gewalt verherrlichen, Terrorpropaganda enthalten und die nationale Sicherheit gefährden.
Er unterstrich, dass der RTÜK keine islamfeindlichen Szenen, Inhalte, die Geistliche herabwürdigen, oder Sendungen, die gesellschaftliche Werte zerstören, durchgehen lasse.
Şahin stellte klar, dass der RTÜK keine Zensurbehörde sei und lediglich eine nachträgliche Kontrolle der Sendungen durchführe. Zudem erinnerte er daran, dass Zensur laut Verfassung verboten sei.
Şahin informierte auch über die in jüngster Zeit im Rundfunkbereich verhängten Sanktionen. Demnach:
Wurden 119 Sanktionen gegen Sendungen verhängt, die nationale und moralische Werte zerstören.
Gegen gewalthaltige Sendungen wurden 18, gegen Sendungen mit Terrorpropaganda 14 Sanktionsentscheidungen getroffen.
Im Rahmen von Verstößen gegen das Gesetz Nr. 6112 wurden insgesamt 69 verschiedene Sanktionen verhängt.
In seiner Erklärung betonte Şahin, dass der RTÜK seine Arbeit fortsetzen werde, dankte der Öffentlichkeit für konstruktive Kritik und erklärte, dass die Institution weiterhin im Einklang mit den Erwartungen der Nation arbeiten werde.
WAS STECKT HINTER DEN DISKUSSIONEN?
Diese Erklärung des RTÜK erfolgte nach dem Unmut, den die Folge der Serie „Arka Sokaklar“, die Sekten- und Gemeinschaftsstrukturen thematisierte, in islamistischen Kreisen ausgelöst hatte. Die Szenen in der Serie hatten insbesondere bei Kreisen wie HÜDA PAR und Yeni Akit für Reaktionen gesorgt.
Nachrichtenquelle : 12punto
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