Ermittlungen zu Handel mit menschlichen Plazenten in Pakistan: 500 Kilogramm Material beschlagnahmt
Die FIA hat ihre Ermittlungen ausgeweitet, da der Verdacht besteht, dass in Krankenhäusern gesammelte Plazenten verarbeitet wurden, um daraus Anti-Aging-Injektionen herzustellen.
In Pakistan haben Bundesbehörden die Ermittlungen ausgeweitet, nachdem der Verdacht aufgekommen war, dass menschliche Plazenten illegal aus Krankenhäusern gesammelt und verarbeitet wurden, um sie für die Herstellung von Anti-Aging-Injektionen zu verwenden.
Die pakistanische Bundesermittlungsbehörde (FIA) vermutet, dass das Netzwerk jeden Monat etwa 200 Kilogramm Plazenta von verschiedenen Krankenhäusern aufgekauft hat. Bei einer Razzia Ende letzten Monats in der Hauptstadt Islamabad wurden an einem Ort, der als illegale Verarbeitungsanlage diente, 500 Kilogramm Material beschlagnahmt, bei dem es sich vermutlich um menschliche Plazenten handelt; zunächst wurden fünf Personen festgenommen.
Berichten zufolge stieg die Zahl der im Zuge der Ermittlungen festgenommenen Personen später auf neun. FIA-Beamte gaben zudem bekannt, dass am internationalen Flughafen Islamabad 100 Kilogramm menschliche Plazenta sichergestellt wurden, die nach Vietnam geschickt werden sollten. Es wird darauf hingewiesen, dass die Verwendung von tierischen Plazenten in Vietnam erlaubt, die Verwendung von menschlichen Plazenten jedoch verboten ist.
KRANKENHÄUSER UND ABFALLUNTERNEHMEN WERDEN UNTERSUCHT
Hina Kanwal von der pakistanischen Behörde für Organtransplantationen erklärte, dass die Verdächtigen den Krankenhäusern in Islamabad und Rawalpindi etwa 2,90 Dollar pro Plazenta zahlten, was ohne die Zusammenarbeit der Krankenhausverwaltung nicht möglich gewesen wäre.
Nach Angaben der FIA sollten die gesammelten Materialien nach dem Trocknen und Verarbeiten ins Ausland geschickt werden, um dort in Anti-Aging-Injektionen umgewandelt zu werden, die jeweils für etwa 2.530 Dollar verkauft werden sollten. Der Handel mit menschlichen Plazenten ist in Pakistan illegal; wer des Sammelns menschlicher Organe zu kommerziellen Zwecken für schuldig befunden wird, muss mit bis zu 10 Jahren Haft und einer Geldstrafe von bis zu 3.600 Dollar rechnen.
Die Behörden geben an, dass sich die Aktivitäten des Netzwerks möglicherweise auch auf andere Großstädte wie Lahore und Peschawar ausgeweitet haben könnten. Im Rahmen der Ermittlungen werden neben den Krankenhäusern auch mögliche Komplizenschaften von Abfallentsorgungsunternehmen und Einwanderungsbeamten untersucht.

Die Gynäkologin Sadaf Tariq aus Pakistan betonte, dass die Plazenta als „hochgradig infektiöser medizinischer Abfall“ gelte und unmittelbar nach der Geburt in biologische Gefahrengutbeutel verpackt werden müsse. Laut Tariq wird die Plazenta aus dem Kreißsaal oder Operationssaal in das zentrale Kühlhaus des Krankenhauses transportiert, dort maximal 24 Stunden gelagert und anschließend gemäß Standardverfahren durch Verbrennung entsorgt.
TRADITIONELLE NUTZUNG UND WISSENSCHAFTLICHE DEBATTE
Die Plazenta ist ein vorübergehendes Organ, das sich während der Schwangerschaft in der Gebärmutter entwickelt und über die Nabelschnur Sauerstoff und Nährstoffe zum Baby transportiert. Die nach der Geburt ausgestoßene oder bei einem Kaiserschnitt entfernte Plazenta wird in einigen Kulturen seit Jahrhunderten in der traditionellen Medizin verwendet.
Auch die Nachfrage nach Plazentaextrakten in der Kosmetik- und Nahrungsergänzungsmittelbranche wächst. Laut dem in den USA ansässigen Marktforschungsunternehmen Polaris liegt der globale Wert des legalen Plazentahandels bei über 700 Millionen Dollar jährlich; es wird erwartet, dass diese Zahl bis 2034 die Marke von 1,4 Milliarden Dollar überschreiten wird. Die Nachfrage wird mit Plazentaextrakten von Schweinen, Schafen, Pferden und Menschen in Verbindung gebracht.
Experten betonen jedoch, dass es keine eindeutigen wissenschaftlichen Beweise für die Anti-Aging-Wirkung menschlicher Plazenten gibt. Während die Verwendung von Plazentaprodukten in einigen medizinischen Bereichen umstritten ist, variieren die Vorschriften von Land zu Land. Unkontrollierte und unhygienische Konsum- oder Verarbeitungsprozesse führen aufgrund von Infektionsrisiken wie HIV, Hepatitis B und Syphilis zu ernsthaften gesundheitlichen Bedenken.

Auch aus China wird berichtet, dass menschliche Plazenten trotz eines kommerziellen Verkaufsverbots weiterhin unter verschiedenen Namen auf Online-Plattformen oder „unter der Hand“ verkauft werden. Experten sind der Ansicht, dass der illegale Handel mit Geweben, die als medizinischer Abfall eingestuft sind, sowohl aus Sicht der öffentlichen Gesundheit als auch ethisch gesehen ernsthafte Risiken birgt.
Nachrichtenquelle: 12punto
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