Prof. Dr. Ender Arıkan erklärte, dass in den letzten Jahren ungesunde Ernährungsgewohnheiten und ein bewegungsarmer Lebensstil zu einer Zunahme des Fettgewebes im Körper geführt haben. Die von diesem Fettgewebe freigesetzten schädlichen chemischen Substanzen beeinträchtigen die Wirkung des Hormons Insulin, das den Blutzuckerspiegel reguliert, und führen so zu einer Insulinresistenz. Er betonte: „Die Insulinresistenz ist ein ernstes Gesundheitsproblem, das, wenn es nicht behandelt wird, den Boden für lebensbedrohliche Krankheiten wie Diabetes sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen bereitet. Beim Insulinresistenz-Syndrom muss eine medikamentöse Behandlung unbedingt durch Änderungen des Lebensstils unterstützt werden.“
'MEDITERRANE' ERNÄHRUNG
Prof. Dr. Ender Arıkan wies darauf hin, dass der Konsum von verarbeiteten Lebensmitteln, fett- und zuckerhaltigen Produkten sowie Kohlenhydraten heutzutage stetig zunimmt, was zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen kann: „Untersuchungen zeigen, dass die mediterrane Ernährung, also eine ballaststoffreiche Ernährung mit Schwerpunkt auf Obst, Gemüse und Salat, die gesündeste Ernährungsform ist. Die Ernährung sollte unbedingt auf den mediterranen Stil umgestellt werden.“
'TÄGLICH SPAZIERENGEHEN'
Der in der modernen Zeit immer weiter verbreitete bewegungsarme (sedentäre) Lebensstil lädt zu vielen Krankheiten ein. Tägliche sportliche Betätigung in einem bestimmten Tempo hält den Stoffwechsel aktiv. Prof. Dr. Arıkan betonte, dass man gegen das Insulinresistenz-Syndrom mindestens fünf Tage pro Woche 30 bis 45 Minuten zügig spazieren gehen sollte: „Auch wenn Spazierengehen eine Übungsart ist, die jede Altersgruppe einfach ausführen kann, muss man sich auf den Nutzen konzentrieren und Anstrengungen unternehmen, dies zur Gewohnheit zu machen.“
'SALZKONSUM REDUZIEREN'
Prof. Dr. Ender Arıkan betonte, dass der übermäßige Salzkonsum, der besonders in unserem Land sehr verbreitet ist, den Stoffwechsel negativ beeinflusst, indem er sowohl die Insulinresistenz stimuliert als auch den Appetit steigert. Er fuhr fort: „Ein Großteil der Bluthochdruckpatienten ist zudem salzempfindlich. Wenn man bedenkt, dass unser täglicher Salzkonsum fast das Vier- bis Fünffache unseres Bedarfs beträgt, ist es offensichtlich, dass eine Reduzierung des Salzes zu sehr positiven Ergebnissen führen wird.“
IDEALE SCHLAFZEIT
Schlaf muss hinsichtlich Periode, Dauer, Tiefe und Qualität bewertet und reguliert werden. Prof. Dr. Arıkan erklärte, dass Wachsein zwischen 23:00 Uhr nachts und 07:00 Uhr morgens zusammen mit einem Anstieg des Stresshormons zu einem Anstieg des Insulinspiegels führt: „Ein qualitativ hochwertiger Schlaf sollte zwischen 23:00 Uhr nachts und 07:00 Uhr morgens stattfinden, eine gewisse Tiefe erreichen und eine Zeit sein, in der unsere biologischen Rhythmen vollständig wiederhergestellt werden. Zudem muss das Vorhandensein von Hypopnoe oder Apnoe, die einen gesunden Schlaf verhindern, untersucht werden.“
STRESSBEWÄLTIGUNG LERNEN
Stress, Angstzustände und Störungen, die unter heutigen Bedingungen fast zum Teil des Lebens eines jeden geworden sind, erhöhen die Insulinresistenz im Körper. Wenn dieser Anstieg anhält, drohen dem Betroffenen zudem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettleibigkeit und Diabetes. Aus diesem Grund ist es notwendig, Stressbewältigung zu erlernen und bei Bedarf nicht davor zurückzuschrecken, fachliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
BETONUNG DES 'IDEALGEWICHTS'
Der Spezialist für Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen, Prof. Dr. Ender Arıkan, sagt: „Studien zeigen, dass Übergewicht im Körper zu einer Resistenz gegen Insulin führt. Insbesondere ein Taillenumfang von über 80 cm bei Frauen und über 94 cm bei Männern führt zu einer Insulinresistenz und lädt in der Folge zu Diabetes und einer Zunahme von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein.“
Nachrichtenquelle: 12punto