Kritische 'HIV'-Warnung vom Experten: Aufwärtstrend in der Türkei nimmt zu!
Die Vorsitzende der Türkischen Gesellschaft für Klinische Mikrobiologie und Infektionskrankheiten, Prof. Dr. Serap Şimşek Yavuz, erklärte, dass der Aufwärtstrend der HIV-Positivitätsrate in der Türkei weiterhin anhält.
Anlässlich des Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember erklärte die Vorsitzende der Türkischen Gesellschaft für Klinische Mikrobiologie und Infektionskrankheiten (KLİMİK), Prof. Dr. Serap Şimşek Yavuz, dass dank durchgeführter Kampagnen und Aufklärungsarbeiten selbst in Subsahara-Afrika, wo die Infektion am häufigsten auftritt, die Positivitätsrate rückläufig sei. In der Region, zu der auch Osteuropa, Russland und die Türkei gehören, setze sich der Aufwärtstrend bei der Zahl der positiven Fälle jedoch fort, insbesondere in der Zeit nach der Pandemie.
EINE KRANKHEIT, DIE SOGAR KINDER BETREFFEN KANN
Prof. Dr. Yavuz betonte zudem, dass durch die Pandemie die Aufklärungs- und Bekämpfungskampagnen gegen HIV/AIDS sowie die dafür bereitgestellten Budgets unterbrochen wurden. Sie wies darauf hin, dass in der Türkei fast 40.000 Menschen mit einer HIV-Infektion registriert seien. Entgegen den Vorurteilen in der Gesellschaft sei HIV keine Infektion, die nur auf bestimmte Randgruppen beschränkt sei, sondern eine Krankheit, die durch Übertragung von der Mutter sogar Kinder betreffen könne.
Prof. Dr. Yavuz wies darauf hin, dass in der Türkei fast 1.500 Kinder mit HIV-positiven Befunden betreut werden, und sagte: „Der 1. Dezember wird seit 1988 als ein Tag begangen, an dem Treffen stattfinden, um auf HIV/AIDS aufmerksam zu machen. Seit die Krankheit 1981 erstmals definiert wurde, hat sie eine sehr hohe Zahl an Todesfällen verursacht. In 40 Jahren sind etwa 50 Millionen Menschen gestorben; die Zahl der Menschen, die an HIV/AIDS starben, ist so hoch wie bei Pestepidemien.“
"WIR HABEN WIRKSAME MEDIKAMENTE EINGEFÜHRT, ABER..."
Prof. Dr. Yavuz erwähnte, dass im Kampf gegen HIV in den letzten Jahren, insbesondere in Afrika, ernsthafte Erfolge erzielt wurden. Sie merkte an, dass der in unserem Land anhaltende Aufwärtstrend mit der Unzulänglichkeit der Kampagnen und Aufklärungsarbeiten zusammenhänge: „Wir haben wirksame Medikamente eingeführt, ja, wir können bei allen unseren Patienten die Behandlung im Rahmen der Kostenerstattung sofort beginnen. Aber der Kampf gegen eine Infektionskrankheit erfordert, dass man diese Patienten findet. Man muss diese Infektion bekämpfen, ohne die Betroffenen zu stigmatisieren. Wir hinken bei den gesellschaftlichen Maßnahmen und der Aufklärung hinterher. Hierfür müssen sowohl Ressourcen bereitgestellt als auch nationale Kampagnen durchgeführt werden“, sagte sie.
"KANN ZU SEHR SCHWEREN BEDINGUNGEN FÜHREN"
Prof. Dr. Yavuz betonte, dass bis in die 2000er Jahre in der Türkei jährlich 100 bis 200 Fälle verzeichnet wurden, diese Zahl seit 2010 jedoch in die Tausende ging und seit 2017 auf jährlich 4.000 angestiegen ist: „Obwohl die Fallzahlen derzeit auf etwa 4.000 pro Jahr geschätzt werden, geht man davon aus, dass insgesamt 40.000 Menschen HIV-positiv leben, darunter 1.500 Kinder unter 18 Jahren. Es wird geschätzt, dass die tatsächlichen Zahlen drei- bis viermal so hoch sind. Wenn sich dieser Anstieg fortsetzt, könnte dies für unser Land in 20 bis 30 Jahren zu sehr schweren Bedingungen führen“, sagte sie.
FRÜHERKENNUNG
Prof. Dr. Yavuz betonte, dass die HIV-Infektion keinesfalls mit bestimmten Gruppen in Verbindung gebracht werden sollte, und fuhr fort: „Es gibt nicht so etwas wie: Diese Krankheit tritt nur bei dieser Gruppe von Menschen auf und bei anderen nicht. Dies ist eine Infektionskrankheit. Sie kann sogar auf Kinder übertragen werden. Alle Behörden erkennen an, dass es derzeit in der Türkei einen schnellen Anstieg gibt. Und dieser Anstieg erfolgt, obwohl wir über sehr wirksame Medikamente und Diagnosemethoden verfügen. Das dürfen wir nicht akzeptieren. Die Angst vor Diskriminierung und Stigmatisierung ist ein sehr großes Hindernis.“
ZIEL: VERSTECKTE FÄLLE
„Dies ist eines der größten Hindernisse für Menschen, sich testen zu lassen. Eine HIV-Infektion kann jahrelang ohne jegliche Symptome im Körper verborgen bleiben. Da das Virus jedoch in dieser Zeit die Immunzellen des Körpers infiziert, beginnen die Betroffenen in den folgenden Jahren, schwere Infektionen durch Erreger zu erleiden, die bei anderen Menschen normalerweise keine Krankheit auslösen. Denn das Virus tötet die Immunzellen ab. Wenn man keine Maßnahmen ergreift, die zum Testen anregen, kann man diese Personen während der Zeit, in der das Virus verborgen bleibt, nicht erfassen. Wann kommt heraus, dass diese Personen positiv sind?
Erst wenn die Person mit den von mir erwähnten Infektionen medizinische Hilfe in Anspruch nimmt, kann man sie erfassen. In diesem Fall ist der Behandlungserfolg im fortgeschrittenen Stadium schwieriger. Wenn wir jedoch eine frühzeitige Diagnose stellen und eine wirksame Behandlung einleiten, unterscheidet sich die Lebenserwartung dieser Personen nicht von der gesunder Menschen. Das heißt, wie ein Patient mit Diabetes oder Bluthochdruck kann er mit einer wirksamen Behandlung sein Leben fortsetzen. Der andere wichtige Aspekt ist die gesellschaftliche Dimension. In der 8- bis 10-jährigen Phase, in der das Virus verborgen bleibt, können HIV-positive Personen die Infektion auf andere übertragen. Denn sie wissen selbst nichts davon. Indem wir also die versteckten Fälle finden, retten wir nicht nur das Leben des Patienten selbst, sondern können auch die Ausbreitung auf andere Menschen verhindern und die Infektion in der Gesellschaft kontrollieren.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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