Patientenzahl pro Hausarzt schlägt Alarm: Gesundheitsziele erneut verfehlt
Im 12. Entwicklungsplan war vorgesehen, die Zahl der Einwohner pro Hausarzt auf 2.700 zu senken. Die Regierung hat jedoch nicht berücksichtigt, dass die Zielvorgabe für die Einwohnerzahl pro Arzt in den letzten beiden Zehnjahresplänen identisch geblieben ist.
Im 12. Entwicklungsplan für den Zeitraum 2024-2028, der dem Parlament vorgelegt wurde, fielen insbesondere die Ziele für die hausärztliche Versorgung und die Universitätskliniken auf. Wie schon im vorangegangenen Entwicklungsplan wurde darin festgelegt, dass die Zahl der Einwohner pro Hausarzt auf 2.700 gesenkt werden soll.
Wie Sibel Bahçetepe von BirGün berichtet, ist es bemerkenswert, dass das Ziel für die Einwohnerzahl pro Arzt in den letzten beiden Zehnjahresplänen unverändert geblieben ist.
Die Versprechen der Regierung, die zu den Zielen für das Jahr 2023 gehörten, wie etwa: "Unser Ziel ist es, eine Struktur zu schaffen, in der im Durchschnitt 3.200 Einwohner im Jahr 2015, 2.550 im Jahr 2019 und 2.000 im Jahr 2023 auf einen Hausarzt kommen", wurden erneut nicht erreicht.
Das 2010 landesweit eingeführte Hausarztsystem schlägt mittlerweile Alarm. Diese Situation spiegelt sich auch im 12. Entwicklungsplan für die Jahre 2024-2028 wider, der vom Präsidium für Strategie und Haushalt erstellt wurde.
ZIELVORGABE BLIEB UNVERÄNDERT
Im Entwicklungsplan, der letzte Woche dem Parlament vorgelegt wurde, erregten insbesondere die Ansichten zur Situation der Hausarztpraxen und Universitätskliniken Aufmerksamkeit. Während betont wurde, dass die Gesundheitsdienste einer der wichtigsten Faktoren für das Erreichen der Ziele des Entwicklungsplans seien, wurden zusammenfassend folgende Punkte aufgeführt:
"Die Verbesserung der regionalen Verteilung sowie die Steigerung der Qualität und Quantität der physischen Infrastruktur und der personellen Ressourcen sollen sichergestellt werden. In diesem Rahmen wird angestrebt, die Zahl der Einwohner pro Hausarzt von 3.040 auf 2.700 zu senken, indem die von Hausärzten angebotenen Gesundheitsdienste qualitativ und quantitativ verbessert werden. Das Verwaltungsmodell der Universitätskliniken soll im Hinblick auf ihre Funktionen in den Bereichen Ausbildung, Forschung und Dienstleistungserbringung in eine effiziente und nachhaltige Struktur überführt werden."
NICHT GENÜGEND MITTEL FÜR UNIVERSITÄTSKLINIKEN
Dr. Fikret Şahin, ehemaliger Vorsitzender der Ärztekammer Balıkesir, erklärte, dass der 12. Entwicklungsplan offenbare, wie weit man hinter den Zielen zurückgeblieben sei, und sagte: "Dass Bürger keine Termine bekommen können, ist eines der Hauptprobleme im Gesundheitswesen. Zudem führen die Tatsache, dass Untersuchungen erst nach sehr langen Wartezeiten oder gar nicht durchgeführt werden können, die Abwanderung von Ärzten ins Ausland und die zunehmende Gewalt im Gesundheitswesen dazu, dass die Probleme in diesem Bereich stetig wachsen. Darüber hinaus sind die Ziele für Universitätskliniken im Plan ein Eingeständnis für den schlechten Zustand, in den diese Kliniken gebracht wurden. Der wichtigste Grund dafür ist, dass die AKP-Regierung den Universitätskliniken nicht genügend Mittel zuweist, um den Weg für die Stadtkrankenhäuser zu ebnen."
"DIE EINWOHNERZAHL PRO HAUSARZT MUSS SCHNELLSTMÖGLICH GESENKT WERDEN"
Dr. Emrah Kırımlı, Vorsitzender der Hausarzt-Sektion der Türkischen Ärztevereinigung (TTB), erklärte, dass der Durchschnitt der Einwohner pro Hausarzt im Land derzeit bei etwa 3.500 liege und sagte: "Das Gesundheitsministerium gibt die durchschnittliche Einwohnerzahl pro Hausarzt mit 3.000 an, aber das entspricht nicht der Realität. In der gesamten Türkei gibt es etwa zweitausend 'virtuelle' Hausärzte, also solche ohne Patientenstamm. Wenn diese in den Durchschnitt einbezogen werden, kommt man auf die Zahl von 3.000, aber das ist nicht realistisch. Die Zahl der Einwohner pro Hausarzt muss schnellstmöglich gesenkt werden." Kırımlı betonte, dass ohne diese Maßnahme eine qualifizierte präventive Gesundheitsversorgung nicht möglich sei und fügte hinzu: "Pro Tag werden 60 bis 70 Patienten behandelt. Unter diesen Umständen läuft es leider darauf hinaus, dass man nur noch Rezepte ausstellt oder Untersuchungen anordnet."
Nachrichtenquelle: 12punto
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