Prof. Dr. Ergün Tozkoparan erklärte, dass das Konzept der Packungsjahre entwickelt wurde, um die Intensität des Rauchens zu bestimmen: „Die durchschnittliche Anzahl der täglich gerauchten Zigarettenpackungen wird mit der Gesamtzahl der Raucherjahre multipliziert. Wenn eine Person beispielsweise 20 Jahre lang täglich 2 Packungen Zigaretten geraucht hat, beträgt die Rauchintensität 40 Packungsjahre.
Bei jemandem, der dreißig Jahre lang eine halbe Packung pro Tag geraucht hat, sind es 15 Packungsjahre. Nach 20 Packungsjahren steigt das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, deutlich an. Zudem sollte man Passivrauchen, umweltbedingte Karzinogene (Asbest und bestimmte andere Chemikalien) sowie Luftverschmutzung meiden“, sagte er.
BILDGEBENDE VERFAHREN SPIELEN EINE ENTSCHEIDENDE ROLLE
Prof. Dr. Tozkoparan wies darauf hin, dass für die Diagnose zunächst bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen der Lunge und Computertomographien des Brustkorbs sowie in erforderlichen Fällen MRT- und PET-Untersuchungen durchgeführt werden müssen: „Wenn bei den bildgebenden Verfahren ein verdächtiger Befund in Bezug auf Lungenkrebs festgestellt wird, wird eine Biopsie geplant, um die Krebsdiagnose zu bestätigen, den Subtyp zu bestimmen und gegebenenfalls genetische Tests am Krebsgewebe durchzuführen, die für die Behandlung wegweisend sein können.
Die Biopsie erfolgt in der Regel mittels einer Lungenendoskopie, der sogenannten Bronchoskopie, oder durch eine computertomographiegestützte Nadelbiopsie, bei der die Lunge durch die Brustwand erreicht wird. Darüber hinaus werden für das Staging von Lungenkrebs das bildgebende Verfahren PET-CT sowie für Diagnose und Staging die EBUS-Methode (endobronchialer Ultraschall) eingesetzt“, fügte er hinzu.
DIE HÄUFIGSTEN METHODEN
Prof. Dr. Ergün Tozkoparan listete die Methoden zur Behandlung von Lungenkrebs wie folgt auf:
Chirurgische Behandlung,
Strahlentherapie,
Chemotherapie,
Gezielte Therapie (intelligente Medikamente),
Immuntherapie
ERFOLGSVERSPRECHENDE BEHANDLUNG
Prof. Dr. Tozkoparan erklärte, dass die chirurgische Behandlung in der Regel bei Fällen im Frühstadium angewendet wird, in denen sich der Tumor noch nicht in den Brustraum oder andere Körperregionen ausgebreitet hat, und dass sie die erfolgversprechendste Behandlung darstellt: „Während bei Fällen im Frühstadium die chirurgische Behandlung allein ausreicht, kann in einigen Fällen vor oder nach der Operation eine Chemotherapie und/oder Strahlentherapie durchgeführt werden.
Bei fortgeschrittenem Krankheitsstadium werden meist Chemotherapie und Strahlentherapie angewendet. Bei Lungenkrebsfällen mit ausgeprägten Genmutationen in genetischen Untersuchungen kann eine gezielte Therapie – im Volksmund als intelligente Medikamente bezeichnet – eingesetzt werden, die nur auf mutierte Krebszellen wirkt.
Die Immuntherapie hingegen wird eher bei metastasiertem Lungenkrebs eingesetzt und zielt darauf ab, das Immunsystem zu stimulieren, damit es die Tumorzellen angreift“, schloss er seine Ausführungen.
Nachrichtenquelle: 12punto