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Wir sind auf Augenhöhe mit Amerika: Prof. Dr. Mehmet Cindoruk gibt Adipositas-Zahlen für die Türkei bekannt

Prof. Dr. Mehmet Cindoruk, Präsident der Türkischen Gesellschaft für Gastroenterologie, weist darauf hin, dass Adipositas kein bloßes Gewichtsproblem, sondern eine Krankheit ist. Er erklärte: „Die Türkei ist bei der Häufigkeit von Adipositas leider auf Augenhöhe mit Amerika gekommen, die Raten liegen fast gleichauf. Den Daten zufolge sind 30 Prozent unserer Bevölkerung adipös.“

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Wir sind auf Augenhöhe mit Amerika: Prof. Dr. Mehmet Cindoruk gibt Adipositas-Zahlen für die Türkei bekannt

Prof. Dr. Mehmet Cindoruk, Präsident der Türkischen Gesellschaft für Gastroenterologie (TGD), sprach im Rahmen des wissenschaftlichen Programms des 41. Nationalen Gastroenterologie-Wochenkongresses, der in einem Hotel in Antalya stattfand.

Im Rahmen des Programms fanden 56 Sitzungen, 12 Konferenzen, 4 Panels, 1 Videositzung und 15 Satellitensymposien statt, an denen fast 1400 Teilnehmer teilnahmen.

Der Verbandspräsident Cindoruk sagte auf einer Pressekonferenz während des Kongresses, dass Adipositas zu einem ernsten Problem geworden sei, das die öffentliche Gesundheit bedrohe.

„30 PROZENT DER BEVÖLKERUNG IN DER TÜRKEI SIND ADIPÖS“

Cindoruk betonte, dass Adipositas weltweit rapide zunehme und epidemische Ausmaße angenommen habe: „Adipositas ist kein Gewichtsproblem, sondern eine Krankheit. Es ist ein großes Problem auf der ganzen Welt, einschließlich entwickelter und weniger entwickelter Länder. Die Türkei ist bei der Häufigkeit von Adipositas leider auf Augenhöhe mit Amerika gekommen, die Raten liegen fast gleichauf. Laut der Kartierung, die das Adipositasrisiko zeigt, sind sowohl Amerika als auch wir rot markiert. Den Daten zufolge sind 30 Prozent unserer Bevölkerung adipös.“

Cindoruk merkte an, dass Adipositas nicht nur ein ästhetisches Anliegen sei, sondern ein wesentlicher Risikofaktor, der vielen schwerwiegenden Krankheiten zugrunde liege, wie Herzerkrankungen, Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Atemwegsproblemen, Gelenkbeschwerden und psychischen Problemen.

Cindoruk erklärte, dass Adipositas im Allgemeinen als ein Body-Mass-Index von über 30 definiert werde, und fuhr fort:

„Adipositas ist jedoch nicht nur eine Frage des körperlichen Erscheinungsbildes, sondern ein Zustand mit sehr schwerwiegenden Auswirkungen auf die Gesundheit. Adipositas führt zu vielen negativen Zuständen wie Herzerkrankungen, Gelenkproblemen, Depressionen und sozialer Isolation sowie zu Krebsarten wie Darmkrebs, Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs.“

Cindoruk wies darauf hin, dass Adipositas viele verschiedene Ursachen haben könne, wobei genetische Veranlagung, falsche Ernährungsgewohnheiten, Bewegungsmangel, Stress und hormonelle Ungleichgewichte nur einige davon seien.

Cindoruk betonte, dass Adipositas eine vermeidbare Krankheit sei und durch Änderungen des gesunden Lebensstils unter Kontrolle gebracht werden könne.

„WESTLICHE ERNÄHRUNGSWEISE STÖRT DAS GLEICHGEWICHT DES IMMUNSYSTEMS“

Kongresspräsident Prof. Dr. Aykut Ferhat Çelik wies darauf hin, dass entzündliche Darmerkrankungen zunehmen.

Çelik betonte, dass die Ursache dieser Krankheit nicht genau bekannt sei, aber genetische und Umweltfaktoren bei ihrer Entstehung eine Rolle spielten: „Umweltfaktoren sind Auslöser. Es gibt mittlerweile so viele Toxine in der Umwelt, Toxine und Mikroplastik haben sich bis in die Antarktis ausgebreitet, und diese werden zwangsläufig mit allem aufgenommen. Da der Körper diese als ein fremdes Antigen betrachtet, reagiert er reaktiv, und diese Toxine schädigen auch die nützliche Flora im Darm.“

Çelik berichtete, dass ein ernsthafter Anstieg der Häufigkeit von entzündlichen Darmerkrankungen in der Türkei beobachtet werde, und erklärte, dass der moderne Lebensstil wichtige Risikofaktoren mit sich bringe, die die Krankheit bei genetisch veranlagten Personen auslösen könnten.

Çelik sagte: „Umweltfaktoren wie westliche Ernährung, ein hoher Anteil an verarbeiteten Lebensmitteln, industrielle Verschmutzung und die Exposition gegenüber Toxinen, Rauchen und chronischer Stress können das Gleichgewicht des Immunsystems stören und sowohl beim Ausbruch als auch bei der Schwere der Krankheit eine Rolle spielen.“

Çelik wies darauf hin, dass sich die Krankheit durch Symptome wie Bauchschmerzen, chronischen Durchfall, blutigen Stuhl, Schwäche, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust äußere, und betonte, dass sie bei ausbleibender Behandlung zu schwerwiegenden Komplikationen führen könne.

Prof. Dr. Şebnem Gürsoy erklärte, dass Darmkrebs eine der wenigen Krebsarten sei, die frühzeitig erkannt und verhindert werden könne, und merkte an, dass Darmkrebs nach Lungen- und Prostatakrebs bei Männern sowie Lungen- und Brustkrebs bei Frauen die am häufigsten vorkommende Krebsart sei.


Nachrichtenquelle: AA

Prof. Dr. Mehmet Cindoruk Fettleibigkeit Adipositasbehandlung