Prozessakte zum Mord an Hrant Dink zur Stellungnahme an die Staatsanwaltschaft übermittelt
Im Prozess um die Ermordung des Chefredakteurs der Agos-Zeitung, Hrant Dink, in dem auch Beamte angeklagt sind, hat das Gericht nach der Aufhebung des Urteils durch den Kassationshof für 15 Angeklagte die Übermittlung der Akte an die Staatsanwaltschaft zur Vorbereitung des Plädoyers angeordnet.
Die Neuverhandlung des Prozesses um die Ermordung des Chefredakteurs der Agos-Zeitung, Hrant Dink, in dem auch Beamte angeklagt sind und den der Kassationshof für 15 Angeklagte teilweise aufgehoben hatte, wurde fortgesetzt.
An der Verhandlung vor dem 14. Schwurgericht in Istanbul nahmen 14 Angeklagte, von denen 7 inhaftiert und 7 auf freiem Fuß sind, per Video- und Audiosystem (SEGBİS) teil.
Bei der Anhörung waren sowohl die Anwälte der Angeklagten als auch die Anwälte der Familie Dink anwesend.
"DER PROZESS, DER ZUM MORD FÜHRTE, MUSS AUFGEKLÄRT WERDEN"
Während der Verhandlung forderte Havva Hülya Deveci, eine der Anwältinnen der Familie Dink, das Generalstabschef-Amt schriftlich dazu auf, den Grund und Zweck der Pressemitteilung vom 24. Februar 2004 auf dessen Website zu erläutern. Zudem solle geklärt werden, ob der Bericht, der nach dem Treffen mit Hrant Dink im Gouverneursamt von Istanbul am selben Tag an das Unterstaatssekretariat des Nationalen Nachrichtendienstes (MİT) übermittelt wurde, auch an ihre Institution weitergeleitet wurde.
Deveci forderte zudem zu klären, von wem Şenkal Atasungun vom Generalstab aus angerufen wurde und warum ein Treffen mit Hrant Dink gewünscht wurde. Sie betonte, dass der Mord nicht in allen Aspekten aufgeklärt werden könne, solange der Prozess, der zu diesem Verbrechen führte, nicht vollständig beleuchtet sei.
"ICH HÄTTE FLIEHEN KÖNNEN, HABE ES ABER NICHT GETAN"
In seiner Verteidigung erklärte der Angeklagte Hasan Durmuşoğlu: "Ich hätte damals fliehen können, habe es aber nicht getan und mich nicht versteckt, doch ich sitze seit zweieinhalb Jahren zu Unrecht in Haft. Ich beantrage, den Prozess auf freiem Fuß fortzusetzen."
Der Angeklagte Oğuz Karakaya gab in seiner Verteidigung an, dass die Ermittlungen auf der Grundlage der zweifelhaften Aussagen von Ogün Samast geführt worden seien.
PLÄDOYER WIRD VORBEREITET
Das Gericht verkündete seinen Zwischenbeschluss und ordnete unter Berücksichtigung der Art der den inhaftierten Angeklagten Gazi Günay, Hasan Durmuşoğlu, Muharrem Demirkale, Okan Şimşek, Osman Gülbel, Veysel Şahin und Yavuz Karakaya zur Last gelegten Straftaten sowie der vorliegenden Beweise die Fortdauer der Untersuchungshaft an. Das Gremium ordnete zudem die Übermittlung der Prozessakte an den Staatsanwalt zur Vorbereitung des Plädoyers an und vertagte die Verhandlung.
Nachrichtenquelle: İHA
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