Tierfreunde protestieren gegen 'Eros'-Urteil: 'Es gibt keine Strafmilderung für Mord'
Nachdem der Angeklagte im Fall der Katze 'Eros' auf freien Fuß gesetzt wurde, haben Tierschützer mit einer Presseerklärung gegen das Urteil protestiert.
In dem öffentlichen Gerichtsverfahren um die in der Silvesternacht in Istanbul getötete Katze namens Eros war der Angeklagte İbrahim Keloğlan zunächst zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt worden.
Nachdem das Gericht dem Angeklagten eine Strafmilderung wegen guter Führung gewährt hatte, wurde die Strafe auf zweieinhalb Jahre reduziert, und es wurden ein Ausreiseverbot sowie gerichtliche Auflagen gegen ihn verhängt.
Mit dieser Entscheidung kam der Angeklagte auf freien Fuß. Um gegen das Urteil zu protestieren, hielten Tierschützer in der Sakarya-Straße eine Pressekonferenz ab.

"WIR WOLLTEN GERECHTIGKEIT, ABER ES KAM ANDERS"
In der Erklärung wurde darauf hingewiesen, dass man gehofft hatte, die Haftstrafe für den Täter, der Eros sechs Minuten lang zu Tode getreten hatte, würde ein Präzedenzfall werden. Es hieß weiter:
“Wir haben mit angehaltenem Atem und ineinander verschränkten Händen auf diesen Moment gewartet. Wir hatten Eros ein Versprechen gegeben. Wir wollten Gerechtigkeit. Es kam anders.
Das System gewährte dem Mörder von Eros eine Strafmilderung wegen guter Führung. Dass er nach der Tötung von Eros aufs Land ging und Tiere fütterte, wurde als Argument zur Entlastung des Täters genutzt, woraufhin er freigelassen wurde.
Wir schämen uns dafür, dass in diesem Land eine Katze sechs Minuten lang zu Tode getreten werden kann. Wir schämen uns dafür, dass der Katzenmörder keine Haftstrafe antreten muss und obendrein eine Strafmilderung wegen guter Führung erhalten hat."

SITZSTREIK DURCHGEFÜHRT
Im weiteren Verlauf der Erklärung wurde betont, dass der Verkauf von Tieren im Tierschutzgesetz nicht verboten sei: "Wir schämen uns dafür, dass ihr die Tiere, die ihr als Lebewesen bezeichnet, in 'mit Besitzer' und 'ohne Besitzer' unterteilt und Eros als 'herrenlos' bezeichnet habt. Jedes Tier ist ein Subjekt seines eigenen Lebens.
Es ist keine Ware, sondern ein Lebewesen, und für keinen Tiermord kann es eine Strafmilderung geben, genauso wenig wie es bei Frauenmorden eine Strafmilderung geben darf.
Wir akzeptieren weder eure 'Krawatten-Rabatte' (Strafmilderung wegen ordentlichem Auftreten vor Gericht) noch eure Reuebekundungen. Für etwas, das nicht wiedergutzumachen ist, gibt es keine Strafmilderung", hieß es.
Nach der Presseerklärung fand ein Sitzstreik für die Tiere statt.
Nachrichtenquelle: İHA
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