Es sind 10 Jahre seit dem Aufstand vom 15. Juli vergangen. Die Türkei erlebte in jener Nacht eine große Katastrophe. Ein Teil der Mitglieder der Fetullah-Organisation innerhalb der Streitkräfte wusste, dass sie vor dem bevorstehenden Obersten Militärrat (YAŞ) entlassen werden würden. Um dem zuvorzukommen, unternahmen sie einen Putschversuch. Ich habe „ein Teil“ geschrieben, weil nach diesem Datum in den darauffolgenden Jahren infolge von Ermittlungen und Gerichtsverfahren Tausende Menschen sowohl aus der Armee als auch aus anderen Ämtern im öffentlichen Dienst entlassen wurden.
Obwohl es wichtig war, dass das Volk auf die Straße ging, war es das Ausbleiben ausreichender Unterstützung innerhalb der Armee, das diesen verhängnisvollen Versuch scheitern ließ.
Nach dem Aufstand nach 2016 wurden wichtige Änderungen in den Streitkräften vorgenommen. Die Militärjustiz und das Gesundheitssystem wurden weitgehend aufgelöst. Militärgymnasien wurden geschlossen. Die Hochschulbildung wird nun von der Nationalen Verteidigungsuniversität (MSÜ) durchgeführt. Mit den Änderungen im Wehrpflichtsystem können Sie ab 2026, sofern Sie über etwa 475.000 TL verfügen, diese Verpflichtung mit einer einmonatigen Ausbildung erfüllen.
Während Experten unterschiedliche Ansichten über die Vor- und Nachteile der oben genannten Änderungen haben, herrscht nahezu vollständiger Konsens darüber, dass es sinnvoll wäre, das militärische Gesundheitssystem wieder so zu organisieren, wie es vor dem 15. Juli war.
Den im Internet verfügbaren Informationen zufolge wurde die Hälfte der insgesamt 358 aktiven Admirale und Generäle zum Stand vom 15. Juli 2016 verurteilt, weil sie an dem Aufstand beteiligt waren. Fast 50 Jahre lang nisteten sich diese Organisationsmitglieder mit Wissen der Politik und der Bürokratie in den Streitkräften ein und handelten schließlich, als sie glaubten, die Macht für einen Putsch erreicht zu haben. Für diejenigen, die heute mit großen Worten diese Organisation und ihren verstorbenen Anführer verfluchen, bleiben die Worte, die sie in der Vergangenheit gesagt, und die Unterstützung, die sie geleistet haben, als Dokumente der Schande in den Archiven. Nehmen wir an, einige wenige könnten aufgrund ihrer Gutgläubigkeit getäuscht worden sein, aber kann ein ganzer Staat mit seinen verschiedenen Institutionen diese Organisation nicht gesehen haben?
Es ist offensichtlich, dass die Organisation in Wirklichkeit eine Spionageorganisation ist, die von ausländischen Staaten genutzt wird. Es reicht aus, sich anzusehen, wo ihr Anführer bis zu seinem Tod lebte und seine Organisation leitete und in welchen Ländern sich die flüchtigen Mitglieder aufhalten. Es ist bekannt, dass sie in der Nacht des 15. Juli Unterstützung von ausländischen Militärstützpunkten in unserem Land erhielten und versuchten, in diese Stützpunkte zu flüchten.
Für die Republik Türkei handelt es sich um eine Beziehung, die schwer zu erklären und zu führen ist. Auf der einen Seite gibt es eine Organisation, die wir als Parallelstruktur und Terrororganisation definieren. Auf der anderen Seite steht unser Verbündeter, die USA, und die von ihr angeführte NATO. Wie kann Vertrauen und Loyalität, die erste Regel von Bündnis und Partnerschaft, gewährleistet werden, wenn offensichtlich ist, dass diejenigen, die gegen die verfassungsmäßige Ordnung aufbegehrten, von den genannten Staaten und Organisationen geschützt werden? Das kann nicht gewährleistet werden.
Was würde wohl ein Amerikaner denken, wenn wir ihm folgendes Szenario schildern würden? Die Hälfte der Admirale und Generäle, die in den US-Streitkräften dienen, sind einer Organisation unterstellt, deren Anführer ein geistesgestörter Prediger mit Grundschulabschluss ist, der in Moskau oder Peking lebt. Diese Organisationsmitglieder beginnen eines Nachts in der bevölkerungsreichsten Stadt des Landes damit, Brücken zu sperren, und bombardieren das CIA-Hauptquartier und das Weiße Haus. Der Aufstand wird niedergeschlagen, aber die USA setzen die Zusammenarbeit und das Bündnis mit den Staaten, die die Organisation schützen und unterstützen, fort, als wäre nichts geschehen.
Klingt überhaupt nicht akzeptabel, oder?
Die Geschichte der Militärputsche, Aufstände und Umsturzversuche in der Türkei begann nicht mit der Ära der Republik. Im Osmanischen Reich gab es Sultane, die durch Ereignisse, die als Putsch bezeichnet werden könnten, abgesetzt wurden. Osman II. (Genç Osman), Selim III., Mehmed IV., Abdülaziz und Abdülhamid II. sind Beispiele dafür. Der Versuch, wie es manche tun, jedes negative Ereignis der Republik zuzuschreiben, ist unbegründet und haltlos. Macht- und Regimewechsel erfolgten meist mit Waffengewalt. Jede Epoche hat ihre eigenen Bedingungen.
Um Militärputsche in der Türkei zu verstehen, muss man die seit 80 Jahren bestehenden politischen und militärischen Bündnisse gut bewerten. Insbesondere die Untersuchung der klassenspezifischen, politischen und wirtschaftlichen Inhalte des 12. März und 12. September wird uns zum wahren Täter führen. Es wird verständlich werden, welche Ordnung in der Türkei durch den Knüppel des Putsches etabliert werden sollte.
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