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Der Rettungsweg für Rentner und eine lebenswerte Rente

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Der Wandel im Politik- und Wirtschaftsverständnis unseres Landes nach 1980 hat auch zu einer Veränderung des Verständnisses vom Sozialstaat geführt. Das Wirtschaftsverständnis der 1980er Jahre fand in der Politik schnell seinen Widerhall. Das Modell der importsubstituierenden nationalen Industrialisierung wurde unter dem Deckmantel der exportorientierten Industrialisierung durch ein neoliberales Wirtschafts- und Politikverständnis ersetzt, dessen Hauptziel die Verkleinerung des Staates in der Wirtschaft ist und das die wirtschaftliche Last auf Arbeitnehmer, Rentner und Arme abwälzt. Indem der Sozialstaat in unserem Land abgebaut wurde, hat ein Politik- und Wirtschaftsverständnis, das man als freie Marktwirtschaft bezeichnet – in der die Armen ärmer und die Reichen reicher werden –, diese Struktur, die schnell von Krisen und Armut zehrt, in das Zentrum von Politik und Wirtschaft gerückt.

Dieses Verständnis hat vor allem bei Lohnempfängern und Arbeitnehmern zu schwerwiegenden existenziellen Verlusten geführt. Die Hoffnungslosigkeit, Einsamkeit und der Identitätsverlust, die Rentner erleben, haben das Leben dieser Bürger als würdevolle Menschen ernsthaft beeinträchtigt. Dies hat dazu geführt, dass Rentner seit langem unter körperlichen und psychischen Problemen leiden und ihre Lebensqualität gesunken ist.

Das grundlegende Problem hierbei ist, dass verschiedene politische Parteien trotz ihrer Unterschiede das neoliberale Verständnis der freien Marktwirtschaft, wie es die Globalisierung diktiert, in den Mittelpunkt ihres Wirtschaftsmodells stellen und Konzepte wie geplante Entwicklung, gemeinwohlorientierte Wirtschaft und den Sozialstaat aufgegeben haben.

Während das Konzept der Rente eigentlich das Ende des Arbeitslebens eines Menschen bedeutete, hat es sich nun in ein Ende des Lebens verwandelt. Das bedeutet, die Rente ist zu einer Phase geworden, in der Menschen in Krisensituationen geraten. Während das Rentenberechnungsniveau vor 1999 bei etwa 75 Prozent lag, wurde dieser Satz später auf 65 Prozent gesenkt. Im Jahr 2008 wurde er auf 50 Prozent reduziert.

Das Rentenberechnungsniveau liegt zuletzt bei durchschnittlich etwa 30 Prozent. Das ist heute das Hauptproblem der Rentner. Um die Armutssituation der Rentner zu korrigieren, muss das Rentenberechnungsniveau wieder auf das Niveau von 75 Prozent angehoben werden. Oder die niedrigste Rente sollte auf dem Niveau des Mindestlohns für Rentner liegen. Da der Mindestlohn seit langem unter der Armutsgrenze liegt, sollte stattdessen ein „lebenswerter Lohn“ geschaffen werden. Ein lebenswerter Lohn muss definitiv über der Armutsgrenze liegen.

Eigentlich besteht die Lösung des Rentnerproblems nicht darin, die Löhne jedes Jahr ein wenig zu erhöhen. Es bedarf eines ausreichenden Grundgehalts, einer fairen Anpassung, eines Gleichgewichts zwischen Beiträgen und Gehältern, eines Wohlfahrtsanteils, einer niedrigen Inflation und sozialer Unterstützung, die die Grundausgaben der Rentner senkt; kurzfristig bedeutet dies kostenlose innerstädtische Verkehrsmittel für Rentner, grundlegende Unterstützung bei Strom und Erdgas, Mietzuschüsse, Null-Zuzahlung bei lebensnotwendigen Medikamenten und Unterstützung durch Sozialmärkte.

Während der Netto-Mindestlohn heute bei 28.075,50 TL liegt, beträgt die Armutsgrenze 38.318 Lira. Um die niedrigste Rente über die Armutsgrenze zu heben, müssen zunächst informelle Beschäftigung verhindert und die Löhne, die über die der Beamten hinausgehen, vollständig ausgewiesen werden; zudem müssen die Sozialversicherungsfonds mit Marktzinsen bewertet werden.

Die Verbesserung der niedrigsten Rente muss auf alle Rentner übertragen werden. Die Sozialversicherungsanstalt (SGK) sollte sich ausschließlich mit den Renten- und Sozialversicherungsangelegenheiten der Rentner befassen. Die Beiträge sollten jeden Monat mit der Einkommensteuererklärung an das Finanzamt gezahlt werden. Nicht gezahlte Sozialversicherungsbeiträge müssen vom Finanzministerium verfolgt und eingezogen werden. Denn bei der Einziehung der Sozialversicherungsbeiträge gibt es erhebliche Verzögerungen und Probleme.

In unserer Studie haben wir festgestellt: Wenn Sozialversicherungsbeiträge vollständig deklariert und rechtzeitig eingezogen werden und informelle Beschäftigung verhindert wird, enden die monatlichen Zuschüsse des Finanzministeriums aus dem allgemeinen Haushalt an die Sozialversicherungsanstalt aufgrund von Sozialversicherungsdefiziten, und unser Haushalt würde sogar keinen Fehlbetrag aufweisen. Wenn der Haushalt keinen Fehlbetrag aufweist, gäbe es keine Kreditaufnahme für Sozialversicherungsdefizite und somit auch keine Zinslast für den Haushalt. Gemäß unserer Verfassung ist ein menschenwürdiges, ehrenhaftes und lebenswertes Leben für jeden Rentner eine grundlegende und unverzichtbare Aufgabe des Staates.