Der allmächtige Gott gibt und gibt.
Was sich da an Erinnerungen angesammelt hat.
Unsere Wege haben sich mit der FETÖ-Organisation, der eine 40-jährige Geschichte nachgesagt wird, ziemlich oft gekreuzt.
Wenn ich alle Erinnerungen aufschreiben würde, die mir im Gedächtnis geblieben sind, ergäbe das einen ganzen Roman.
Einige davon habe ich bereits niedergeschrieben.
Eine davon wurde nicht veröffentlicht, weil sie als zu heikel eingestuft wurde – angeblich auch zu meiner eigenen Sicherheit.
Vielleicht wird das in Zukunft noch möglich sein.
Besonders als ich diese Nachricht las, kamen sie mir wieder in den Sinn.
„FETÖ-Aussteiger und 'geheime Imame' berichten: Um nicht zur FETÖ gehörende Piloten auszusortieren, erweiterten sie deren Herzkranzgefäße mit Blutdruckmedikamenten.“
Die Organisation sortierte Kandidaten, die sich für die Unteroffiziersfachschulen, die Militärakademie und die Militärschule qualifiziert hatten, aber nicht zu ihnen gehörten, durch inhaltlich falsche Gesundheitszeugnisse aus.
In diesem Rahmen wurde diesen Personen, obwohl sie keine gesundheitlichen Probleme hatten, Diagnosen wie „Mitralklappeninsuffizienz“, „Bluthochdruck“, „Aortenaneurysma“ und ähnliches gestellt, um ihre Entlassung aus den türkischen Streitkräften (TSK) oder ihre Versetzung auf passive Posten zu erzwingen. Damit nicht genug, sicherte sich die Organisation auch die Mehrheit im Militärgerichtshof (AYİM), der für diese Entlassungsverfahren zuständig war, und sorgte so dafür, dass die eingereichten Klagen abgewiesen wurden.“
In den Jahren 2011-2012 klopfte es an die Tür meines Büros an der Universität.
Junge Leutnants in Uniform und mit ihren Schiffchen in der Hand standen Schlange vor der Tür und wollten mich schüchtern um ein Gespräch bitten.
Da einer von ihnen ein Freund meines Bruders aus dem Maarif-Kolleg war, wollten sie mich kennenlernen.
Als ich von der Bekanntschaft erfuhr, bat ich sie herein.
Es waren stramme junge Männer.
Alle sahen aus wie Tom Cruise und hatten auch diese Ausstrahlung.
Sie waren überaus gutaussehend.
Körperbau, Statur, alles war perfekt.
Das Haar glänzte wie Kohle.
Wackere Burschen aus Anatolien.
Nach ein paar Scherzen kamen sie zum Punkt.
Die Ergenekon-Prozesse liefen in vollem Gange.
Das Schwert der FETÖ schnitt wie Zülfikar.
Die jungen Offiziere erzählten, dass sie nicht mehr als Piloten in der Luftwaffe fliegen konnten.
Sie berichteten von den Schikanen der FETÖ-Kommandanten und FETÖ-Ärzte.
Wegen banaler gesundheitlicher Gründe waren sie vom Flugdienst abgezogen worden.
Diese intelligenten, gutaussehenden und erfolgreichen jungen Männer, die zu den besten tausend Studenten gehörten, um Pilot zu werden, konnten ihren Traumberuf nicht ausüben.
Was mussten sie tun?
Sie sollten mit ihren Signalfahnen den landenden Flugzeugen auf der Piste Anweisungen geben und würden nie wieder eine aktive Rolle in der Luftwaffe spielen oder ihr Land, für das sie jahrelang gearbeitet hatten, im Ausland vertreten können; sie sollten nur noch passive Aufgaben übernehmen.
Ihre Karrieren, die sie nach harten Prüfungen und unzähligen Mühen mit dem Traum vom Fliegen begonnen hatten, endeten, wenn man so will, als Flugzeugabfertiger.
Sie sagten auch, dass sie die Armee verlassen wollten, weil sie schwerem Mobbing durch die FETÖ ausgesetzt waren.
Sie meinten, für den Job als Flugzeugabfertiger brauche man keine so harte Ausbildung.
Unterdessen äußerten sie den Wunsch, zumindest ihr Studium durch ein Masterstudium fortzusetzen.
Ich erklärte ihnen, dass ich wenig Zeit hätte, da ich mit Forschungsprojekten der Europäischen Union und anderen akademischen Arbeiten beschäftigt sei und mich nicht mit dem Militär befassen könne, aber dass ich sie bei den Masterkursen von Herzen gerne unterstützen würde.
Das habe ich dann auch getan.
Ein wenig aus der Ferne, ein wenig aus der Nähe und ein wenig mit Büchern habe ich versucht, die jungen Offiziere auszubilden.
Wie sie später sagten, habe ich ihnen auch gesagt, sie sollten auf keinen Fall die Armee verlassen.
Ich hätte beharrlich darauf bestanden, dass der Staat das FETÖ-Problem lösen würde.
Woher ich das auch immer wusste.
Sie haben wohl auf mich gehört, denn nach dem FETÖ-Putschversuch vom 15. Juli wurden diese jungen Männer am Morgen des 16. Juli alle als F16-Piloten übernommen. Sie dienen derzeit in den kritischsten Einheiten der Luftwaffe auf Ausbilderebene und bilden sowohl die neuen Piloten aus als auch ihre eigenen Nachfolger.
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