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Das Problem ist nicht ein Schiedsrichter, sondern eine Management-Mentalität

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Als Kongressmitglied des Fenerbahçe Spor Kulübü bin ich der Meinung, dass die Schiedsrichterdiskussionen in unserem Fußball längst über die klassischen Analysen nach neunzig Minuten hinausgehen. Die Ereignisse der letzten Spiele lassen uns eher an der Führung des türkischen Schiedsrichterwesens zweifeln als an einzelnen Spielszenen.

Die Entscheidungen, die in den letzten Spielen von Fenerbahçe getroffen oder nicht getroffen wurden, lösen in unserer Gemeinschaft verständlicherweise Reaktionen aus. Doch das Problem nur durch die Brille zu betrachten, dass "gegen Fenerbahçe entschieden wurde", verharmlost die eigentliche Problematik.

Die eigentliche Frage lautet: Warum werden in der Türkei für identische Situationen unterschiedliche Standards angewandt?

Ein Zweikampf, der in einem Spiel weiterlaufen gelassen wird, führt im nächsten Spiel zu einem Foul. Eine Situation, die in einer Woche mit Gelb bestraft wird, gilt in der nächsten als natürlicher Spielfluss. Selbst bei Eingriffen im Strafraum sehen wir keinen einheitlichen Standard.

Auch beim VAR herrscht dieselbe Unsicherheit. Die Technologie wurde eingeführt, um klare und offensichtliche Fehler zu reduzieren, doch heute steht der VAR selbst im Zentrum der Debatte. Solange kein konsistenter Standard dafür existiert, wann eingegriffen wird, wird er eher Misstrauen als Vertrauen säen.

Es ist zu einfach, die Verantwortung hier allein den Schiedsrichtern auf dem Platz zuzuschieben. Das MHK (Zentralrat der Schiedsrichter) ist die Institution, die Schiedsrichter ansetzt, ihre Leistungen bewertet und die anzuwendenden Standards festlegt.

Ich glaube, dass die Erwartungen der Vereine identisch sind.  

Die Erwartung der Fußballfans ist äußerst simpel: Gleiche Entscheidung für gleiche Situation.

Wenn ein Foul eines Fenerbahçe-Spielers eine Karte nach sich zieht, muss dies auch gelten, wenn das Foul an einem Fenerbahçe-Spieler begangen wird. Und ebenso, wenn es einen Spieler von Beşiktaş oder Karagümrük betrifft...  Gerechtigkeit   ist nur möglich, wenn sie für jedes Team gleichermaßen angewandt wird.

Wenn wir auf dem Platz schlecht spielen, müssen wir das zugeben können. Wenn unser Gegner besser spielt, müssen wir das akzeptieren können. Doch unser schlechtes Spiel macht eine falsche Schiedsrichterentscheidung nicht richtig.

Wenn wir den türkischen Fußball retten wollen, müssen wir das Schiedsrichtersystem grundlegend reformieren. Was wir bei der Weltmeisterschaft erlebt haben, ist offensichtlich. Millionen unserer Bürger waren enttäuscht. Es ist an der Zeit, dieses System und die seit Jahren diskutierten "Voreingenommenheiten" anzugehen.

Nicht gegebene Elfmeter, ausbleibende Karten, wo sie nötig wären, und dann Karten in völlig irrelevanten Situationen... Das Ergebnis ist, dass die Fans außer sich sind, und das unabhängig vom Verein.

Das Hauptproblem vor dem MHK sind nicht mehr die Namen der Schiedsrichter, sondern die Vertrauensfrage.

Dass Menschen bereits bei der Bekanntgabe des Schiedsrichternamens darüber diskutieren, wie dieser in der Vergangenheit bei welchem Team gepfiffen hat, ist ein ernstes Alarmsignal für das System.

Das MHK muss transparenter werden. Es muss der Öffentlichkeit erklären, nach welchen Kriterien Schiedsrichter bewertet werden, in welchen Fällen der VAR eingreift und warum ähnliche Situationen unterschiedlich ausgelegt werden.

Denn jede nicht erklärte Entscheidung erzeugt eine neue Debatte, jede inkonsistente Entscheidung neues Misstrauen.

Fenerbahçe ist seit 1907 eine der wichtigsten Sportinstitutionen der Türkei. Die Erwartung einer solchen Gemeinschaft ist kein Privileg, sondern Gerechtigkeit.

Deshalb ist unser Appell an das MHK ganz klar:

Gewähren Sie Fenerbahçe keine Privilegien.

Gewähren Sie auch unseren Konkurrenten keine Privilegien.

Wenden Sie einfach für alle denselben Standard an.

Niemand erwartet einen fehlerfreien Schiedsrichter. Menschen machen Fehler. Aber ein Schiedsrichtersystem, das Fehler bewertet, Standards wahrt und bei Bedarf Rechenschaft ablegt, ist unser aller Recht.

Das Problem ist nicht die Pfeife.

Das Problem ist nicht ein einzelner Schiedsrichter.

Das Problem ist, dass das System, das dieses Schiedsrichterwesen verwaltet, kein Vertrauen erweckt.

Die Frage, die das MHK beantworten muss, ist einfach:

Wird im türkischen Fußball für die gleiche Situation wirklich die gleiche Entscheidung getroffen?

Wenn ja, dann legen Sie es offen. Wenn nein, erklären Sie warum und wie Sie es korrigieren wollen.