Ich war ein unabhängiger Kandidat für das Bürgermeisteramt.
Er stammte wohl aus der Gegend von Kars, Erzurum oder Ağrı. So habe ich es in Erinnerung. Sein Name ist Daşoy. In der Umgebung nennen sie ihn Deli Daşoy (Verrückter Daşoy). Ins Gesicht sagen sie zu ihm Daşoy Ağa. Hinter seinem Rücken Deli Daşoy, ins Gesicht Daşoy Ağa. Mal Deli Daşoy, mal Daşoy Ağa. So fließt das Leben dahin. Tage und Monate ziehen ins Land.
Ach, das hätte ich fast vergessen. Wenn es mir gerade einfällt, sollte ich es auch sagen. Dieser Deli Daşoy ist übrigens auch ein guter Sozialist. Er wusste sehr wohl, dass er nicht derselben Klasse angehörte wie die Grundbesitzer (Ağas), für die er arbeitete. Er selbst gehörte zur ausgebeuteten Arbeiterklasse, die Ağas zur ausbeutenden herrschenden Klasse.
Eine Zeit lang war er auch gewerkschaftlich aktiv.
Der Glaube von Deli Daşoy lässt sich zusammenfassend so beschreiben:
Der religiöse und der politische Glaube dieses Deli Daşoy waren eins und ein Ganzes. Er hatte Religion, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft miteinander vereint.
Alles, was existiert, bildete eine unzertrennliche und unteilbare Einheit.
Er kandidierte für das Amt des Oberbürgermeisters.
Da es keine Partei gab, die ihn aufstellen wollte, trat er als unabhängiger Kandidat an.
Er zog von Dorf zu Dorf, von Viertel zu Viertel. Obwohl es so schien, als sei es unbedingt notwendig gewesen, waren auch die Dörfer in Stadtviertel umgewandelt worden.
Wie dem auch sei, kommen wir zur Kandidatur von Daşoy Efendi:
In einem Dorf saß eine Menschenmenge in einem Café und unterhielt sich:
-Der scherzhafte Dorfvorsteher (Muhtar) sagte: "Mensch, Daşoy Efendi, du bist doch ohnehin ein bekannter und anerkannter Mann. Es gibt niemanden in dieser Stadt, der dich nicht kennt. Anstatt dir die Mühe zu machen, bis hierher zu kommen, hättest du uns auch einen Zettel schicken können. Wir geben dir ohnehin unsere Stimme, unsere Unterstützung und unser Leben." Daşoy Efendi betrachtete den Muhtar von oben bis unten und sagte:
-Mensch, Herr Muhtar, wie sehr haben wir uns doch daran gewöhnt, getäuscht zu werden und zu täuschen. Die Politiker der großen Parteien kommen und täuschen euch. Sie nehmen eure Stimmen und gehen. Und ihr täuscht mich auch, von wegen 'wir werden wählen'. Es ist klar, dass ihr nicht wählen werdet. Schaut her, Brüder, wir sind durch das ständige Täuschen und Ausbeuten nur noch Haut und Knochen. Unsere Dörfer sind verwüstet. Unsere Felder sind unfruchtbar geworden, die Natur ist verschmutzt und niemand kümmert sich um uns. Wir werden von Tag zu Tag ärmer. Was wir produzieren, ist nichts wert, aber ihr macht euch über mich lustig."
Der Muhtar sah, dass Deli Daşoy sehr gute Antworten gab, und wechselte sofort das Thema. Er sagte: "Herr, ich möchte Sie etwas fragen."
-Es gibt so viele Kommunen, so viele Bürgermeister. Es gibt so viele Mitglieder der Gemeinderäte. Die Kommunen haben so viele Ausgaben. Da sind die Auslandsreisen des Bürgermeisters, die Auslandsreisen des Gemeinderats. Was sind das für private Ausgaben des Bürgermeisters? Haben wir von diesen Kommunen irgendeinen Nutzen, hat das Volk irgendeinen Nutzen davon?
Deli Daşoy sagt: "Niemals einen Nutzen." Niemals…
-Warum?
-"Die Kommunen sind zunehmend zu den Kassen der Parteien geworden. Sie sind zu Orten geworden, an denen Politiker reich werden."
Muhtar:
"-Was soll also passieren? Das Ergebnis?"
Deli Daşoy:
"-Die Kommunen müssen abgeschafft und durch etwas Neues ersetzt werden. Sonst geht es immer so weiter wie bisher."
Meistgelesen
Überraschende Ergebnisse zur 'neuen Partei' von Özgür Özel
Die PKK-Öffnung und der Weg von Özgür Özel!..
Wie haben die Zeitungen den Abschied von Özgür Özel von der CHP bewertet?
Er tötete seine Ehefrau durch einen Schnitt in den Hals: Die Kinder wurden Zeugen der Tat
Was hat die CHP getan?
Özels Vorstoß für eine neue Partei in der Weltpresse
Brand im TUSAŞ-Motorenwerk in Eskişehir unter Kontrolle
Die neue CHP gegen die CEHAPE
Von der Selbstwirksamkeit zur Hilflosigkeit
Erste Reaktion von Kılıçdaroğlu auf Özgür Özels Ankündigung einer neuen Partei