Rückrufentscheidung für das Buch 'Aşkın Son Ozanı Neşet Ertaş'
Der Autor Bayram Bilge Tokel hat den Prozess gegen Sinan Yağmur gewonnen, dessen Buch 'Aşkın Son Ozanı Neşet Ertaş' (Der letzte Barde der Liebe Neşet Ertaş) laut Tokel ein Plagiat seines eigenen Werkes 'Neşet Ertaş Kitabı' ist. Das Gericht ordnete den Rückruf und den Stopp der Veröffentlichung von Yağmurs Buch an.
Das 2. Zivilgericht für geistiges Eigentum in Ankara hat im Plagiatsverfahren des forschenden Autors und Musikers Bayram Bilge Tokel gegen Sinan Yağmur ein Urteil gefällt.
Als Ergebnis des Verfahrens wurde in dem 2022 erschienenen Buch 'Aşkın Son Ozanı Neşet Ertaş' durch Sachverständigengutachten ein Plagiat festgestellt. Das Gericht ordnete an, dass der Nachdruck, die Veröffentlichung und der Vertrieb des Buches unterbunden werden, die bereits gedruckten Exemplare zurückgerufen werden, das Gerichtsurteil in der auflagenstärksten überregionalen Zeitung veröffentlicht wird und Sinan Yağmur an Bayram Bilge Tokel eine Entschädigung in Höhe von 11.025 Lira zahlt.
WIRD ALS LEHRBUCH VERWENDET
Der Anwalt von Bayram Bilge Tokel gab in der Klagebegründung an, dass das 1999 veröffentlichte Werk seines Mandanten mit dem Titel „Neşet Ertaş Kitabı“ das erste über den berühmten Volksbarden geschriebene Werk sei, insgesamt sieben Auflagen erreicht habe und nach der Übersetzung ins Englische an der Bilkent-Universität als Lehrbuch verwendet werde.
In der Klageschrift, in der auch Details zur Beziehung zwischen Bayram Bilge Tokel und Neşet Ertaş aufgeführt wurden, wurde zudem der Einfluss der Freundschaft zu Tokel auf die Rückkehr von Neşet Ertaş in die Türkei nach 25 Jahren hervorgehoben.
DOKUMENTATIONEN ERSTELLT
In den Akten wurde zudem festgehalten, dass der forschende Autor Tokel zwei Dokumentationen vorbereitet hat, bei denen er in jeder Phase – vom Drehbuch bis zur Programmberatung – mitgewirkt hat, darunter „Bozkırın Tezenesi“ und „Garip“. Zudem wurde detailliert aufgeführt, dass er Neşet Ertaş, der in Deutschland lebte und nur sehr selten in die Türkei kam, nach 25 Jahren zum ersten Mal für fünf Stunden live in der Sendung „Gönül Dağı“ als Gast begrüßte.
Der Vorwurf, dass Sinan Yağmur in seinem Buch Auszüge aus dem „Neşet Ertaş Kitabı“ verwendet und dabei die Regeln für Zitate und Quellenangaben nicht eingehalten habe, wurde von einem Sachverständigengremium durch die Prüfung beider Bücher bewertet. Im Bericht des Sachverständigengremiums wurde die Formulierung verwendet: "Die im Inhalt des Buches des Beklagten enthaltenen Teile, die vom Kläger stammen, gehen über das durch den Zweck gerechtfertigte Maß hinaus."
Es wurde betont, dass Sinan Yağmur in seinem Buch kein Quellenverzeichnis für die Informationen im Text verwendet habe und Bayram Bilge Tokel auch am Ende des Buches nicht als Quelle genannt wurde.
Den im Sachverständigengutachten vorgelegten Beispielen zufolge wurde auf einigen Seiten eine Übereinstimmung von 100 Prozent festgestellt.
Nachrichtenquelle: 12punto
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