Afrikas Taj Mahal: Große Moschee von Djenné restauriert
In Mali haben Tausende Muslime an der alljährlichen Restaurierung der historisch bedeutsamen Großen Moschee von Djenné vor Beginn der Regenzeit teilgenommen.
Während Frauen Wasser vom Fluss herbeischleppten, bereiteten Männer den Lehm vor, um die Moschee neu zu verputzen. Die Große Moschee von Djenné, die seit dem 13. Jahrhundert zweimal neu errichtet wurde und ihre heutige Form im Jahr 1907 erhielt, wird als Afrikas Taj Mahal bezeichnet.
Tausende malische Muslime haben die Lehmwände der historischen, unter dem Schutz der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) stehenden Moschee mit Eimern voll Lehm neu verputzt und damit instand gesetzt. Die Zahl der Touristen, die an den Arbeiten teilnahmen, war in diesem Jahr begrenzt, da die Moschee vor Beginn der Regenzeit im Juni eine neue Lehmschicht benötigt.
Der Kulturdirektor von Djenné, Moussa Moriba Diakite, erklärte gegenüber der Associated Press (AP), dass viele Menschen aufgrund der Sicherheitslage nicht an der alljährlichen Veranstaltung teilnehmen konnten. Diakite sagte: "Obwohl die Tourismusbranche zum Erliegen gekommen ist, muss die Instandhaltung der Moschee um jeden Preis fortgesetzt werden, um das kulturelle Erbe des Landes zu bewahren."
'ARM ODER REICH, ALLE SIND HIER'
Bei den Restaurierungsarbeiten brachten Frauen Wasser vom Fluss, während Männer den Lehm anrührten und die Moschee verputzten. Amadou Ampate Cisse, einer der Anwohner, die an den Arbeiten teilnahmen, äußerte: “Das Verputzen der Moschee ist ein Symbol des Friedens. Arm oder reich, jeder ist für dieses Ereignis hier.” Cisse betonte, dass sie diese Tradition von Generation zu Generation weitergeben würden: “Wir werden dies an unsere Kinder weitergeben, und sie werden dasselbe tun.”
Die Große Moschee von Djenné wurde erstmals im 13. Jahrhundert erbaut, danach zweimal zerstört und wiederaufgebaut, bis sie 1907 ihre heutige Gestalt annahm. Die Stadt Djenné mit ihren rund 30.000 Einwohnern steht seit 1988 mit ihrer aus Lehm erbauten Großen Moschee und ihren traditionellen Häusern auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.
Die UNESCO hatte die Stadt aufgrund von Terroranschlägen in der Region im Jahr 2016 auf die Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt.
AFRIKAS TAJ MAHAL
Die Moschee in der Region Djenné, die in einem abgelegenen Teil Malis liegt, gilt als das bedeutendste Werk, das das alte Königreich Mali der Region hinterlassen hat, und ist für alle Muslime in Afrika von großer Bedeutung.
Djenné liegt in der Region Mopti, nördlich der Hauptstadt Bamako, an der Grenze zu den separatistischen Tuareg. Djenné wurde im Überschwemmungsgebiet des Flusses Bani errichtet und verwandelt sich während der Regenzeit in eine Halbinsel, die von Wasser umgeben ist.
In der Region, die an der Handelsroute nach Timbuktu liegt, zeigten sich im 13. Jahrhundert die ersten Spuren des Islam. Die Moschee, die mit regionalen Materialien erbaut wurde, trägt zudem Merkmale der maurischen Architektur.
Die Moschee, die an der alten Pilgerroute in Westafrika liegt, ist sowohl für die Bewohner von Djenné als auch für Westafrikaner ein wichtiges Zentrum.
ARCHITEKTUR IM SUDAN-SAHEL-STIL
Die Große Moschee von Djenné besitzt konische und spiralförmige Minarette, die auf quadratischen Lehmpfeilern ruhen, welche aus zylindrischen Lehmziegeln, dem sogenannten „Banco“, im Architekturstil des „Sudan-Sahel“ errichtet wurden.
Hunderte Holzstämme, die in die Lehmwände eingelassen sind, dienen während der Regenzeit als Gerüst für die Instandhaltungsarbeiten. Diese Holzstämme, die keine dekorative Funktion haben, sind das markanteste Schmuckelement dieser schlichten Bauwerke.
DAS GRÖSSTE LEHMBAUWERK DER WELT
Die Große Moschee von Djenné, das größte Lehmbauwerk der Welt, wurde aus hochwertigen Lehmziegeln gefertigt, die aus der Erde von Djenné und einem traditionellen Öl, dem sogenannten „Djenne Faray“, bestehen.
Die Moschee wird von 99 Säulen gestützt, von denen jede einen der Namen Gottes trägt, die im Koran erwähnt werden. Welcher Name jedoch zu welcher Säule gehört, weiß außer den Ältesten der Region niemand.
Zur Belüftung der Lehm-Moschee werden 114 gebrannte Tonschornsteine, sogenannte „Ladis“, verwendet. Die Anzahl der Belüftungsschornsteine entspricht dabei der Anzahl der Suren des Korans. Die mit Motiven verzierten Abdeckungen der Schornsteine werden während der Regenzeit geschlossen und in der Trockenzeit, die den Großteil des Jahres ausmacht, geöffnet, um ihre Funktion zu erfüllen.
Nachrichtenquelle: 12punto
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