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Semahat Arsel erzählt von Kindheitserinnerungen mit ihrem Bruder Rahmi Koç: „Mein ganzes Leben habe ich Rahmi vor Mutter und Vater beschützt"

Semahat Arsel erzählte in dem Podcast „Vehbi Koç Vakfı Sohbetleri" von Kindheitserinnerungen mit ihrem Bruder Rahmi Koç. Arsel sagte: „Ich kann mich nicht erinnern, jemals mit Rahmi gestritten zu haben. Sein Spielzeug war seins, mein Spielzeug war meins. Wir haben uns immer sehr gut verstanden – und das blieb bis zum Schluss so."

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Semahat Arsel erzählt von Kindheitserinnerungen mit ihrem Bruder Rahmi Koç: „Mein ganzes Leben habe ich Rahmi vor Mutter und Vater beschützt

Die Vehbi Koç Vakfı hat anlässlich ihres 55-jährigen Bestehens eine neue Podcast-Reihe mit dem Titel „Vehbi Koç Vakfı Sohbetleri" gestartet. Als erste Gästin der Reihe war Semahat Arsel, Vorsitzende des Stiftungsrats der Vehbi Koç Vakfı und Mitglied des Aufsichtsrats der Koç Holding, zu Gast.

In dem Gespräch, das im Magazin „Bizden Haberler" der Koç Holding veröffentlicht wurde, teilte Semahat Arsel mit den Zuhörern Erinnerungen an ihre Kindheit in Ankara in den frühen Jahren der Republik, ihre Beziehung zur Familie sowie die Traditionen jener Zeit.

„IN UNSERER KINDHEIT WAREN FAMILIEN VIEL DISZIPLINIERTER ALS HEUTE"

Semahat Arsel beschrieb im Gespräch, wie es war, als Kind in Ankara aufzuwachsen:

„Ankara ist zunächst einmal das Zentrum der Türkei, die Hauptstadt der Republik, und war daher im Vergleich zu anderen Städten, insbesondere Istanbul, viel kontrollierter. In meiner Kindheit entwickelte sich Ankara gerade erst. Und es war so geordnet und schön, dass ich es mit einer kleinen Schweizer Stadt verglichen hätte.

In unserer Kindheit waren Familien viel disziplinierter als heute. Das galt auch für die Familie Koç. Es gab keinen übermäßigen Konsum. Kleidung, Ausstattung – alles war maßvoll. Man kaufte eher in größeren Mengen ein. Denn in Ankara gab es im Vergleich zu heute viel weniger Geschäfte. Da auch die Fortbewegung schwierig war, traf man sich hauptsächlich mit Nachbarn. Frauen und Kinder gingen kaum in die Stadt. Die Schulen lagen in der Nähe des jeweiligen Wohnhauses. Die Frauen statteten Nachbarinnen Besuche ab. Nur die Männer fuhren ins Stadtzentrum zu ihren Arbeitsstätten."

„ES GAB ETWAS STARKES ZWISCHEN UNS"

Semahat Arsel erzählte auch von ihren Erinnerungen mit Rahmi Koç:

„Meine Mutter kümmerte sich sehr intensiv um uns. Ob es daran lag, dass Rahmi ein Junge und ich ein Mädchen war, oder daran, wie wir erzogen wurden – ich kann mich nicht erinnern, jemals, wirklich niemals mit ihm gestritten zu haben. Kinder streiten sich doch miteinander, wegen Spielzeug und so, sie zanken sich. Ich kann mich nicht erinnern, jemals mit Rahmi gestritten zu haben. Sein Spielzeug war seins, mein Spielzeug war meins. Wir haben uns immer sehr gut verstanden – und das blieb bis zum Schluss so. Mein ganzes Leben habe ich Rahmi vor Mutter und Vater beschützt.

„Die kleinen Schwestern, die beiden stritten sich ständig miteinander. Sie schnappten sich gegenseitig das Spielzeug. Daran erkannte ich, dass wir uns wohl nie in die Haare gerieten, weil unser Spielzeug getrennt war. Es gab etwas Starkes zwischen uns: einander vor Mutter und Vater zu schützen. In Tarabya, im Tokatlıyan, gab es einen wunderschönen Platz. Die Vergnügungen jener Zeit fanden dort statt. Rahmi wollte nachts auch dorthin gehen. Damals hatte nicht jeder ein Auto wie heute. Es gab nur ein einziges Auto.

Ohne dass es Vater merkte, sollte Rahmi mit dem Auto nach Tarabya fahren und zurückkommen. Nachts würden wir das Auto wieder unbemerkt in die Garage stellen. Ich wartete oben, ich schwöre. Wir schliefen beide ganz oben, im obersten Stockwerk des Hauses. Das Zimmer von Mutter und Vater lag hinten. Rahmi fährt los. Es wird Mitternacht, es wird ein Uhr morgens, und trotzdem ist er noch nicht da. Ich warte immer noch auf dem Balkon. Er wird kommen, und ich werde unbemerkt nach unten gehen, die Tür öffnen. Wir werden das Auto in die Garage stellen."


Nachrichtenquelle: 12punto

Rahmi Koç Semahat Arsel