Neue Entscheidung des Kassationshofs im Fall Leyla Aydemir: Ermittlungen auch gegen AFAD-Teams
Im Fall der vierjährigen Leyla Aydemir, deren lebloser Körper 2018 in Ağrı 18 Tage nach ihrem Verschwinden gefunden wurde, hat der Kassationshof die Freisprüche für sieben Angeklagte, darunter ihr Onkel, aufgehoben. Zudem wurde ein neues Ermittlungsverfahren gegen AFAD-Teams wegen des Verdachts auf „Beweismittelunterdrückung und Bestechung“ eingeleitet.
Im Fall von Leyla Aydemir, die am 15. Juni 2018 im Dorf Bezirhane in Ağrı verschwand und 18 Tage später tot aufgefunden wurde, gab es eine kritische Entwicklung. Die 1. Strafkammer des Kassationshofs hat die Freisprüche des 1. Schwurgerichts von Ağrı für sieben Angeklagte aufgehoben. Unter den Angeklagten befindet sich auch Leylas Onkel, Yusuf Aydemir.
TERMIN FÜR DIE ERSTE VERHANDLUNG STEHT FEST
Der Anwalt des Falls, Erdoğan Tunç, gab bekannt, dass die erste Verhandlung des neu aufgerollten Prozesses am 16. Januar 2026 vor dem 1. Schwurgericht von Ağrı stattfinden wird. Tunç erklärte: „Sollten die Aufzeichnungen in die Akte aufgenommen werden, könnte eine Verurteilung der Angeklagten möglich sein.“
AN KRIMINALTECHNISCHE UNTERSUCHUNGSSTELLE ÜBERMITTELT
Tunç teilte mit, dass die in die Prozessakte aufgenommenen Tonaufnahmen zur kriminaltechnischen Untersuchung geschickt wurden. Nach der Bestätigung der Echtheit der Aufnahmen werde ein Stimmenvergleich mit den Angeklagten durchgeführt. Er betonte zudem, dass auch Stimmproben der AFAD-Teams entnommen und in die Untersuchung einbezogen würden.
SEPARATE ERMITTLUNGEN GEGEN AFAD-TEAMS
Anwalt Tunç erklärte, dass er unabhängig vom laufenden Gerichtsverfahren eine eigene Strafanzeige erstattet habe. In diesem Rahmen wurde ein Ermittlungsverfahren gegen AFAD-Teams wegen des Verdachts auf „Beweismittelunterdrückung“ und „Bestechung“ eingeleitet.
Tunç äußerte sich dazu wie folgt: „Es gibt Verdachtsmomente hinsichtlich einer möglichen Nähe oder Bestechungsbeziehung zwischen den AFAD-Teams und Familienmitgliedern. Eine konkrete Verbindung wurde zwar noch nicht nachgewiesen, aber es gibt Anzeichen dafür, dass versucht wurde, die Akte zu manipulieren. Die Möglichkeit, dass Gelder geflossen sind, wird derzeit untersucht.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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