Akif Beki: 'Es stellt sich heraus, dass man sich bei Gericht Urteile erkaufen kann'
Der Karar-Kolumnist Akif Beki verfasste nach dem Bericht über ein 'Bestechungssystem bei Gericht' einen Artikel mit dem Titel 'Die im Justizpalast verschwundene Gerechtigkeit'. Beki schrieb: "Sogar der Oberstaatsanwalt und der Richter beklagen ihr Fehlen und suchen überall nach Gerechtigkeit. Wenn sie nicht einmal im Justizpalast zu finden ist, wo dann?" und fügte hinzu: "Es stellt sich heraus, dass man sich bei Gericht Urteile erkaufen kann!"
Die Nachwirkungen des Schreibens, in dem der Istanbuler Anadolu-Oberstaatsanwalt İsmail Uçar das Bestechungssystem bei Gericht an den HSK (Rat der Richter und Staatsanwälte) meldete, halten an.
Der Karar-Kolumnist Akif Beki verfasste nach dem Bericht über ein 'Bestechungssystem bei Gericht' einen Artikel mit dem Titel 'Die im Justizpalast verschwundene Gerechtigkeit'. Beki fragte: "Sogar der Oberstaatsanwalt und der Richter beklagen ihr Fehlen und suchen überall nach Gerechtigkeit. Wenn sie nicht einmal im Justizpalast zu finden ist, wo dann?"
Jener Artikel von Akif Beki:
"Sogar der Oberstaatsanwalt und der Richter beklagen ihr Fehlen und suchen überall nach Gerechtigkeit. Wenn sie nicht einmal im Justizpalast zu finden ist, wo dann!
Hätte der Istanbuler Anadolu-Oberstaatsanwalt sie nicht beim HSK gemeldet und nach der Gerechtigkeit gefragt, hätte man weiterhin so getan, als wäre sie vorhanden und nirgendwohin verschwunden.
Es war, als gäbe es keine rechtswidrigen Sperrverfügungen für bestimmte Nachrichten; als gäbe es keine absurden, durch Beziehungen ermöglichten Freilassungsentscheidungen für bestimmte Häftlinge und sogar Verurteilte.
Wenn man es nicht wüsste, würde man meinen, Reiche und Arme seien vor dem Gesetz gleich, jeder werde vor Gericht gleich behandelt, egal ob man einflussreiche Fürsprecher habe oder nicht, es gebe keine Privilegien für Mächtige bei Gericht und das Vertrauen in die Justiz sei nicht am Boden zerstört.
Als ob der Glaube daran, dass das Recht einen vor dem Fehlverhalten staatlicher Amtsträger schützt, die ihre Macht missbrauchen, nicht längst am Boden läge...
Niemand wusste von solchen zwielichtigen Geschäften. Eines Tages reichte es einem Oberstaatsanwalt und er meldete die schmutzigen, finanziell motivierten Machenschaften in seinem Gericht dem HSK, und so erfuhr es jeder. Das bedeutet, der HSK und das Justizministerium haben von diesen Skandalen erst zusammen mit uns erfahren. Ist das so?
Es stellt sich heraus, dass man sich bei Gericht Urteile erkaufen kann, als würde man Brot und Käse im Supermarkt kaufen.
Es gibt eine Börse; wenn man den Kontakt des Richters zum Anwalt findet und das Geld auf den Tisch legt, bekommt man das gewünschte Urteil. Sie arrangieren, dass die Akte beim richtigen Richter landet, und überlassen es nicht dem Zufall, ob es passt oder nicht.
Ich habe es schon oft geschrieben, ich hatte es in meiner frühen Jugend auf der Kassette eines feurigen ägyptischen Predigers gehört. Er schrie: 'Wo ist die Gerechtigkeit, wo ist die Gerechtigkeit'. 'Eynel adale, eynel adale'... Er stellte die Frage selbst und gab die Antwort gleich mit: 'Im Schoß von König Faruq'. Wahrscheinlich war Adalet der Name seiner Geliebten. Wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht, kam dieser Dialog auch in Hekimoğlu İsmails Roman 'Minyeli Abdullah' vor.
Zum Glück gab es jemanden, der meldete, dass die Gerechtigkeit bei Gericht verschwunden ist. So erfuhr der HSK davon und leitete das Beschwerdeschreiben in die Wege.
Wie Justizminister Yılmaz Tunç erklärte, wurden Untersuchungen und Ermittlungen zu den Vorwürfen eingeleitet und ein Inspektor beauftragt.
Die Gerechtigkeit soll ans Licht gebracht, Ungerechtigkeiten, falls vorhanden, beseitigt, die Verantwortlichen bestraft und durch das Aussortieren der faulen Äpfel die Gerechtigkeit bei Gericht wiederhergestellt werden.
Einer der Justizpaläste soll rituell gereinigt werden, um ihn von der Schuld zu befreien, falls er damit befleckt wurde. Aber was ist mit den anderen?
Minister Tunç ruft auch dazu auf, Verallgemeinerungen zu vermeiden, die die Justizangehörigen pauschal unter Verdacht stellen und das Vertrauen in die Justiz untergraben könnten. Er hat recht, eine berechtigte Warnung. Aber gibt es überhaupt noch ein Vertrauen in die Gerechtigkeit, das wir so sehr hüten müssen, damit es nicht beschädigt wird, und wie viel ist davon noch übrig?"
Nachrichtenquelle: 12punto
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