Bemerkenswerte Äußerung von Kemal Okuyan zu Haluk Levent: 'Die Heldenabhängigkeit der Gesellschaft...'
Der Generalsekretär der TKP, Kemal Okuyan, äußerte sich zu den Ermittlungen gegen Haluk Levent und betonte, dass die Vorfälle über ein individuelles Ereignis hinaus auf ein gesellschaftliches Problem hinweisen. Okuyan unterstrich, dass das Konzept der „Helden“-Erschaffung mit einem Mangel an Kontrolle einhergehe. Er erklärte: „Der Fall Haluk Levent sollte als eine neue Zerstörung betrachtet werden, die durch die ‚Helden‘-Abhängigkeit der Gesellschaft verursacht wurde. Dass ein zutiefst gesellschaftlicher Akt wie Solidarität den Institutionen einer verfallenden Ordnung entzogen und stattdessen selbsternannten Individuen anvertraut wird, zeigt das Ausmaß der Hilflosigkeit und der Umklammerung, mit der unsere Bürger konfrontiert sind.“
Der Sänger Haluk Levent wurde im Rahmen einer Untersuchung wegen des Verdachts auf „Verstoß gegen das Vereinsgesetz“, „Geldwäsche aus Straftaten“ und „Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung“ festgenommen.
Die Festnahme von Levent sorgte für großes Aufsehen.
Kemal Okuyan, Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Türkei (TKP), bewertete die gegen Haluk Levent geführten Ermittlungen als ein Ergebnis der „Tendenz der Gesellschaft, Helden zu erschaffen“. Okuyan kritisierte, dass ein gesellschaftliches Phänomen wie Solidarität statt Institutionen Einzelpersonen anvertraut werde, und argumentierte, dass die Unantastbarkeit von Personen sowohl die Kontrolle schwäche als auch zu großen Enttäuschungen führe. Okuyan betonte, dass die Geschehnisse nicht als Fehler einer einzelnen Person, sondern als ein Problem betrachtet werden müssten, das durch eine Mentalität erzeugt werde, die Individuen in den Vordergrund stelle.
Der Fall Haluk Levent sollte als eine neue Zerstörung betrachtet werden, die durch die „Helden“-Abhängigkeit der Gesellschaft verursacht wurde. Dass ein zutiefst gesellschaftlicher Akt wie Solidarität den Institutionen einer verfallenden Ordnung entzogen und stattdessen selbsternannten Individuen anvertraut wird, zeigt das Ausmaß der Hilflosigkeit und der Umklammerung, mit der unsere Bürger konfrontiert sind…
— Kemal Okuyan (@OkuyanKemal) 12. Juli 2026
Hier ist der Beitrag, den Okuyan auf seinem X-Account geteilt hat:
Der Fall Haluk Levent sollte als eine neue Zerstörung betrachtet werden, die durch die „Helden“-Abhängigkeit der Gesellschaft verursacht wurde. Dass ein zutiefst gesellschaftlicher Akt wie Solidarität den Institutionen einer verfallenden Ordnung entzogen und stattdessen selbsternannten Individuen anvertraut wird, zeigt das Ausmaß der Hilflosigkeit und der Umklammerung, mit der unsere Bürger konfrontiert sind.
Dass Menschen, die dem Roten Halbmond nicht vertrauen, einer ihnen eigentlich völlig unbekannten Person mit blindem Vertrauen Milliarden spenden, muss auf mehreren Ebenen hinterfragt werden. Die „Helden“-Abhängigkeit ist meiner Meinung nach die wichtigste dieser Ebenen.
Diese von der Politik bis hin zu anderen gesellschaftlichen Bereichen durch das „Star“-System geschaffenen „Helden“ können Mittelmäßigkeit, Unwissenheit und Schwächen leicht verbergen, indem sie sich hinter den Schutzschild der Unantastbarkeit flüchten, der ihnen von der Gesellschaft selbst verliehen wurde.
Diese „Helden“ werden oft in kürzester Zeit von den Mechanismen, die sie erschaffen haben, in den Boden gestampft. Mit Geldern, die für Erdbebenopfer gesammelt wurden, zu spielen, ist natürlich Ausdruck eines sehr tiefen Verfalls. Doch dass das System Haluk Levent stürzt, ist weder das Ergebnis eines Reinigungsbestrebens noch Ausdruck entwickelter moralischer Werte.
„Helden“ verlieren naturgemäß den Bezug zur Realität und überschreiten meist die ihnen gesetzten Grenzen. Dass das System sie vernichtet, ist in der Regel ein sehr schneller und müheloser Vorgang.
Dieses Thema ist in der Politik besonders lebenswichtig. Deshalb sagen wir: Ideologie ist wichtig, das Programm ist wichtig. Deshalb sprechen wir von Teamarbeit und Kollektivismus. Deshalb fordern wir eine entwickelte Organisation.
Wenn die Ideologie in den Hintergrund tritt, macht man beispielsweise mal dem Rechten, mal dem Linken den Hof, und niemand sagt etwas. Wenn das Programm an Bedeutung verliert, bestimmen Personen alles, und niemand erhebt Einspruch. Wenn es keine Organisation gibt, ist man von „Helden“ abhängig. Dabei sind wahre „Helden“ das Produkt von Ideologien und zielgerichteten sozialen Bewegungen. Die Zahl der Individuen, die soziale Bewegungen hervorbringen und den Lauf der Geschichte verändern, ist in der Geschichte sehr gering; auch sie waren letztlich von den Umständen geformt.
Unser Volk sollte damit aufhören, „Helden“ zu erschaffen und dann enttäuscht zu werden. Deshalb könnte es sogar notwendig sein, den Stab in die andere Richtung zu biegen und zu sagen: „Es gibt so etwas wie Helden nicht.“
Wir können sicher sein, dass wir im Bereich der Politik noch weitaus schlimmere Beispiele des Falls Haluk Levent erleben werden. Hier geht es nicht darum, die „moralischste Person“ zu suchen, sondern die höchste Kontrolle, kollektive Vernunft und entwicklungsfördernde Mechanismen zu schaffen.
Nachrichtenquelle: 12punto
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