Kritische Warnung von Cem Gürdeniz: Eindruck, dass aus den FETÖ-Komplotten keine Lehren gezogen wurden
Der pensionierte Konteradmiral Cem Gürdeniz kommentierte die Vorwürfe, wonach Leutnants an der Infanterieschule Tuzla ein Atatürk-Porträt entfernt haben sollen.
An der Infanterieschule Tuzla soll es während der Gedenkfeier zum 10. November, dem Todestag von Atatürk, zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Leutnant, der sich weigerte, ein Atatürk-Foto an seinem Revers zu tragen und dieses zu Boden warf, und anderen Leutnants gekommen sein.
Laut einem Bericht von Veryansın Tv wurde allen Leutnants bei den Gedenkfeiern zum 10. November ein Atatürk-Foto und eine Anstecknadel ausgehändigt, die sie an ihrer Brust tragen sollten. Den Behauptungen zufolge trug ein Leutnant diese Anstecknadel nicht nur nicht, sondern zerknüllte das Foto und warf es weg. Als andere Leutnants, die dies sahen, darauf reagierten, soll der Leutnant, der das Atatürk-Foto zerknüllt hatte, geäußert haben: „Ich schätze die militärische Seite Atatürks, aber ich stimme seinen Handlungen nach der Gründung der Republik nicht zu.“
Nach diesen Äußerungen kam es zu einem Handgemenge zwischen den Soldaten, die darauf reagierten, und dem Leutnant, der das Atatürk-Foto zerrissen hatte, sowie dessen Freunden.
Es wurde berichtet, dass nach der Eskalation der Auseinandersetzung zwischen den beiden Gruppen Polizei und Gendarmerie hinzugezogen wurden. Nach diesem Vorfall hängten andere Soldaten ein Atatürk-Poster an die Tür des Zimmers, in dem der Leutnant wohnte, dem Verbindungen zu religiösen Sekten nachgesagt werden und der bereits in der Militärakademie Harbiye ähnliches Verhalten gezeigt haben soll. Nachdem derselbe Leutnant auch dieses Poster zerriss, kam es erneut zu einer Auseinandersetzung zwischen den Soldaten, die gegen diese Respektlosigkeit gegenüber Atatürk protestierten, und dem Leutnant sowie den Soldaten, die ihn unterstützten.
Der pensionierte Konteradmiral Cem Gürdeniz kommentierte die angeblichen Vorfälle an der Infanterieschule Tuzla über seinen Social-Media-Account. Gürdeniz betonte, dass dies den Eindruck erwecke, die türkischen Streitkräfte (TSK) hätten aus den FETÖ-Komplotten keine Lehren gezogen. Gürdeniz schrieb dazu:
„Sollte dieser schwerwiegende Vorfall mehr als nur eine Behauptung sein, so erweckt er in der Öffentlichkeit den Eindruck, dass die TSK aus den FETÖ-Komplotten nichts gelernt hat und dass sich die politisch-religiöse Struktur wie ein Krebsgeschwür weiter ausbreitet. In der aktuellen innen- und außenpolitischen Sicherheitslage ist dies äußerst gefährlich. Es ist eine tiefe Wunde in der Tradition und Disziplin der Armee. Ich hoffe, dass das Verteidigungsministerium den Vorfall im gesamten Umfang der Streitkräfte untersucht und die notwendigen Maßnahmen ergreift.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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