Süleyman İrvan warnt vor dem Missbrauch der Medienmacht bei Wahlen
Prof. Dr. Süleyman İrvan, Vizerektor der Üsküdar-Universität, wies auf die Rolle der Medien und deren ethische Grundsätze bei Wahlen hin. İrvan betonte, dass die Medien ihre Funktion als vierte Gewalt im Interesse der Gesellschaft nutzen und auf falsche oder verzerrte Berichterstattung verzichten sollten.
Der Vizerektor der Üsküdar-Universität, Prof. Dr. Süleyman İrvan, betonte, dass die Medien ihre Macht in Wahlprozessen verantwortungsvoll einsetzen und ihre Rolle als vierte Gewalt im Sinne des gesellschaftlichen Interesses wahrnehmen müssen.
İrvan erklärte, dass die Medien verpflichtet seien, demokratische Werte zu verteidigen und unterschiedliche Standpunkte zu vermitteln. Er hielt fest: „Sie müssen auf falsche, erfundene und verzerrte Nachrichten verzichten, die darauf abzielen, die Entscheidungen der Wähler zu manipulieren. Die Medien sollten ihre ihnen zugeschriebene Rolle als vierte Gewalt im Interesse der Gesellschaft nutzen.“
GUTE MEDIEN FÜR EINE GESUNDE DEMOKRATIE
İrvan betonte, dass eine gesunde Demokratie nur mit guten Medien möglich sei. Er argumentierte, dass manipulative Berichterstattung, die darauf abziele, die öffentliche Meinung zugunsten eines bestimmten Kandidaten oder einer Partei zu beeinflussen, das Vertrauen in die Medien und den Journalismus untergrabe und zum Ansehensverlust der Demokratie führe.
Mit dem Hinweis darauf, dass journalistische Ethik in Wahlprozessen noch stärker an Bedeutung gewinne, unterstrich İrvan, dass die Medien vor allem verpflichtet seien, Fakten ohne Verzerrung zu vermitteln, um dem Recht der Öffentlichkeit auf Information gerecht zu werden.
„IN WAHLZEITEN NOCH WICHTIGER“
İrvan betonte, dass journalistische Ethik in Wahlprozessen noch wichtiger werde: „Diese Grundsätze raten Journalisten dazu, ihre Arbeit korrekt, ehrlich und fair zu erledigen. Auch wenn es unter allen Umständen erwartet wird, dass Journalisten sich an diese Prinzipien halten, wird dies in Wahlzeiten, in denen der Bedarf an Informationen und Nachrichten steigt, noch wichtiger. Denn in Demokratien wird davon ausgegangen, dass informierte Bürger die richtigen Entscheidungen treffen können“, sagte er.
İrvan erklärte, die wichtigste Rolle der Medien bei Wahlen bestehe darin, die Gesellschaft mit korrekten Informationen aufzuklären und zur Bildung von Wahlentscheidungen beizutragen. Er nannte folgende Verantwortlichkeiten der Medien:
„Die Verantwortung der Journalisten besteht darin, diese Aufgaben ordnungsgemäß zu erfüllen. Das ist natürlich nicht einfach. In Demokratien mit vielen Parteien und Kandidaten wie in der Türkei ist es für Medien und Journalisten sehr schwierig, fair zu berichten, ohne Partei für bestimmte Kandidaten oder Gruppierungen zu ergreifen. Wir sehen meist, dass die Medien zugunsten der als ‚siegreich‘ eingestuften Parteien und Kandidaten berichten, während die als ‚chancenlos‘ geltenden Parteien und Kandidaten ignoriert werden. Das ist das erste Problem. Das zweite Problem ist, dass ein Großteil der Medien wie Parteimedien zugunsten bestimmter Parteien agiert. Dies führt dazu, dass andere Parteien und Kandidaten große Schwierigkeiten haben, ihre Ansichten den Wählern zu vermitteln – ohne soziale Medien würden sie diese oft gar nicht erreichen.“
İrvan betonte, dass manipulative Schlagzeilen und Berichte das Vertrauen in Medien und Journalismus schädigten und zum Ansehensverlust der Demokratie führten. Solche Nachrichten würden die Bevölkerung von der Politik entfremden und Wähler von der Stimmabgabe abhalten.
„SCHÄDIGT DAS VERTRAUEN IN DEN JOURNALISMUS“
İrvan plädierte dafür, dass Medien bei Wahlen ethische Grundsätze einhalten, korrekt und neutral berichten, unterschiedliche Meinungen und Stimmen gleichberechtigt darstellen und das gesellschaftliche Interesse wahren sollten. Er fügte hinzu:
„Manipulative Schlagzeilen und Berichte, die darauf abzielen, die öffentliche Meinung zugunsten eines bestimmten Kandidaten oder einer Partei zu beeinflussen, schädigen vor allem das Vertrauen in die Medien und den Journalismus. Ein Grund für das ohnehin geringe Ansehen der türkischen Medien in der Gesellschaft ist diese Art von manipulativer Berichterstattung. Ein vielleicht noch größeres Risiko ist der Ansehensverlust der Demokratie. Untersuchungen zeigen, dass insbesondere negative Berichterstattung in Wahlzeiten die Menschen von der Politik entfremdet und Wähler von der Stimmabgabe abhält. Ein Grund für die sinkende Wahlbeteiligung in westlichen Ländern ist auch der Fokus der Medien auf diese negative Berichterstattung.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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