AKP-Revision des 'Präsidialregierungssystems' aus Kulissen durchgesickert! Einige Befugnisse des Präsidenten gehen an das Kabinett, das Amt des Staatssekretärs ersetzt die stellvertretenden Minister
Ein in der AKP erstellter Bericht schlägt vor, Minister aus dem Parlament zu ernennen, die mündliche Kontrolle zu verstärken und die Ämter der stellvertretenden Minister abzuschaffen.
Während die Vorbereitungen für eine neue Verfassung in der AKP andauern, laufen auch Arbeiten zur Änderung einiger Aspekte des Präsidialregierungssystems. In Berichten, die von einigen Parteistrategen erstellt wurden, wird empfohlen, das bestehende System nicht vollständig zu ersetzen, sondern eine umfassende Revision durchzuführen.
Laut einem Bericht von Besti Karalar von der Ekonomi Gazetesi stehen insbesondere Themen wie die Stärkung der Befugnisse der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM), die Auswahl der Minister aus den Reihen der Abgeordneten und die Übertragung einiger Befugnisse des Präsidenten an das Kabinett im Vordergrund.
MINISTER WERDEN AUS DEM PARLAMENT GEWÄHLT
Den erstellten Berichten zufolge ist geplant, dass Minister in der neuen Regelung aus den Reihen der Abgeordneten ernannt werden. Die Minister werden ihre Abgeordnetenmandate behalten, jedoch bei Abstimmungen in der Generalversammlung der TBMM und in den Ausschüssen nicht stimmberechtigt sein.
Im Gegenzug wird es für die Minister verpflichtend sein, an den Beratungen zu Gesetzesentwürfen, die ihre jeweiligen Fachbereiche betreffen, in den Ausschüssen und bei Sitzungen der Generalversammlung teilzunehmen.
REGELMÄSSIGE KONTROLLE DER MINISTER
Die Studie sieht zudem einen neuen Mechanismus zur Kontrolle der Minister durch die TBMM vor.
Es ist geplant, dass Minister zweimal im Monat in der Generalversammlung auf mündliche Anfragen von Abgeordneten antworten. Zudem wird vorgeschlagen, alle 15 Tage dienstags eine Stunde lang Kontrollthemen zu behandeln.
Während vorgesehen ist, dass jeden Monat zwei Minister an den Kontrollsitzungen in der Generalversammlung teilnehmen und mündliche Fragen beantworten, soll es für alle Minister verpflichtend werden, mindestens einmal pro Legislaturperiode an diesen Sitzungen teilzunehmen.
EINIGE BEFUGNISSE DES PRÄSIDENTEN WERDEN AN DAS KABINETT ÜBERTRAGEN
Die von den AKP-Strategen erstellte Studie beinhaltet auch die Übertragung einiger bestehender Befugnisse des Präsidenten an das Kabinett.
Demnach ist geplant, dass einige Entscheidungen gemeinsam vom Präsidenten und dem Kabinett unterzeichnet werden, während andere Entscheidungen nur mit der Unterschrift des Kabinetts veröffentlicht werden sollen.
STAATSSEKRETARIAT STATT STELLVERTRETENDER MINISTER
Der Bericht enthält zudem Bewertungen zum System der stellvertretenden Minister.
Es wird darauf hingewiesen, dass die Kritik innerhalb der AKP zunimmt, dass die stellvertretenden Minister nicht die erwartete Leistung erbringen; daher wird vorgeschlagen, diese Ämter abzuschaffen und das System der Staatssekretariate (Müsteşarlık) wieder einzuführen.
"NEUE VERFASSUNG WIRD MIT 400 STIMMEN VERABSCHIEDET"
In ihren Bewertungen zur Verabschiedung der neuen Verfassungsänderung im Parlament erklärten AKP-Strategen, dass die Verabschiedung des Rahmen-Gesetzes mit 467 Stimmen im Rahmen des Ziels einer 'Türkei ohne Terror' eine neue politische Atmosphäre geschaffen habe.
Die Strategen äußerten sich wie folgt: „Nach dem Rahmen-Gesetz, das mit einer Rekordzahl von 467 Stimmen für das Ziel einer Türkei ohne Terror angenommen wurde, ist im Parlament eine neue Atmosphäre entstanden. Eine neue Verfassungsänderung wird zwar vielleicht nicht die 467 Stimmen erreichen, aber mit über 400 Stimmen angenommen werden. Wir müssen diese Atmosphäre nutzen. Wir arbeiten daran, wie wir das System revidieren können. Das Präsidialregierungssystem wird nicht vollständig abgeschafft, aber es wird eine sichtbare Revision geben, insbesondere im Parlament. Wir haben die Revision des Systems auch in unser 25-Jahres-Visionsdokument aufgenommen.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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