AKP- und MHP-Wähler gegen Verfassungsänderung für Erdoğans Kandidatur
Der Generaldirektor von BUPAR Araştırma, Doz. Dr. Onur Alp Yılmaz, teilte ein bemerkenswertes Ergebnis aus einer noch nicht veröffentlichten Studie mit. Ein Drittel der AKP-Wähler und mehr als die Hälfte der MHP-Wähler lehnen eine Verfassungsänderung ab, die Erdoğan eine erneute Kandidatur ermöglichen würde. Yılmaz verglich diese Situation mit dem 15. Juli und dem Referendum über das Präsidialsystem im Jahr 2017.
Der Generaldirektor von BUPAR Araştırma und Politikwissenschaftler Doz. Dr. Onur Alp Yılmaz teilte ein Ergebnis aus einer noch nicht veröffentlichten Studie mit İpek Özbey von Korkusuz. Ein Drittel der AKP-Wähler und sogar mehr als die Hälfte der MHP-Wähler sind dagegen, dass die Verfassung allein für eine erneute Kandidatur Erdoğans geändert wird.

Im Gespräch mit Özbey erklärte Doz. Dr. Yılmaz: „Dieses Bild und die heutigen Ereignisse erinnern mich ehrlich gesagt an den 15. Juli und das Referendum vom 16. April, bei dem wir zum Präsidialsystem übergingen. Erinnern Sie sich: Auch vor dem 15. Juli lehnte die überwältigende Mehrheit der Gesellschaft das Präsidialsystem in fast genau den gleichen Proportionen ab wie heute. Was geschah dann 2017? Der Putschversuch vom 15. Juli verstärkte in der Bevölkerung die Sorgen um den ‚Fortbestand des Staates‘ und die ‚Sicherheit‘. Erdoğan und die AKP nutzten diese Atmosphäre, betonten eine ‚starke Führung‘ und rahmt den Übergang zum Präsidialsystem als ‚Stabilität des Staates und Zukunft der Nation‘ ein. Die Polarisierung in der Gesellschaft war 2017 bereits hoch, vertiefte sich jedoch nach dem Putschversuch noch weiter. Erdoğan festigte diese Polarisierung und mobilisierte seine eigene Wählerbasis. Heute ist die Polarisierung immer noch tief, aber die Wirtschaftskrise und der Rückgang des Lebensstandards haben die Kritik an Erdoğan verstärkt. Unter diesen Bedingungen könnte das Potenzial bestehen, die eigene Wählerbasis zu konsolidieren, wenn das Narrativ von ‚wir und die anderen‘ erneut gestärkt wird“, so seine Einschätzung.
Yılmaz äußerte sich wie folgt:
„Bei der Eröffnungssitzung der Großen Nationalversammlung der Türkei sprach Erdoğan plötzlich davon, dass Israel uns angreifen werde. Auch in seiner Rede neulich in Diyarbakır bezog er Türken und Kurden im Rahmen der ‚islamischen Brüderlichkeit‘ in das ‚Wir‘ mit ein.
Mit Verweisen auf Saladin verstärkte er kontinuierlich die Betonung der ‚Einheit gegen die Ungläubigen‘. Der vollständige Name der seit November 2023 auf TRT ausgestrahlten Saladin-Serie ist bekannt... ‚Kudüs Fatihi Selahaddin Eyyubi‘ (Eroberer von Jerusalem, Saladin)... Hier ist das als Ungläubige bezeichnete Israel der Feind, Erdoğan ist der Saladin der Ära, und er hält Kurden und Türken gegen die ‚Ungläubigen‘ zusammen...“
Nachrichtenquelle: 12punto
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