CHP reicht Beschwerde gegen Akın Gürlek und zwei Staatsanwälte beim HSK ein
Die CHP hat beim Rat der Richter und Staatsanwälte (HSK) Beschwerde gegen den Istanbuler Generalstaatsanwalt Akın Gürlek sowie zwei weitere Staatsanwälte eingereicht, die mit den Ermittlungen gegen die Stadtverwaltung von Istanbul (İBB) betraut sind. Grund dafür sind rechtswidrige Praktiken.
Die Republikanische Volkspartei (CHP) hat beim Rat der Richter und Staatsanwälte (HSK) Beschwerde gegen den Istanbuler Generalstaatsanwalt Akın Gürlek sowie zwei weitere Staatsanwälte eingereicht, die an den Ermittlungen gegen die Stadtverwaltung von Istanbul (İBB) beteiligt sind. Begründet wurde dies mit Verstößen gegen die richterliche Ethik und geltendes Recht. In der Strafanzeige der CHP wurde betont, dass das durch die Justiz geführte Verfahren systematische Züge angenommen habe und verfassungsmäßige Rechte schwerwiegend verletzt würden.
REAKTION AUF „WEISSEN TOROS“
In der Beschwerdeschrift wurde insbesondere scharf kritisiert, dass einer der ermittelnden Staatsanwälte in seinem Dienstzimmer ein Modellauto des Typs „Weißer Toros“ aufbewahrte und ein Foto dieses Objekts in den sozialen Medien teilte.
Der „Weiße Toros“ ist als Symbol für das Verschwindenlassen in Polizeigewahrsam und Folter in den 1990er Jahren tief im kollektiven Gedächtnis verankert. Die CHP erklärte, dass dieser Beitrag nicht nur einen Angriff auf die Menschenrechte, sondern auch auf die Unparteilichkeit der Justiz darstelle.
In der Erklärung wurde die Verwendung solcher Symbole durch Staatsanwälte, die ein öffentliches Amt ausüben, als „provokante und böswillige Haltung“ bewertet.
VORWURF DER VERFASSUNGS- UND EMRK-VERLETZUNG
Die CHP gab an, dass einige Staatsanwälte am Istanbuler Justizpalast universelle Menschenrechte wie die Unschuldsvermutung, das Recht auf ein faires Verfahren und das Recht auf Verteidigung verletzen würden. Es wurde zum Ausdruck gebracht, dass die geführten Ermittlungen nicht nur individuelle Benachteiligungen darstellten, sondern einen direkten Eingriff in den Volkswillen bedeuteten.
In der Beschwerdeschrift wurde zudem explizit festgehalten, dass die Staatsanwaltschaft durch Pressemitteilungen, die die öffentliche Meinung beeinflussen sollen, sowie durch Medienmanipulationen gegen die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) verstoße.
„RECHT AUF VERTEIDIGUNG WIRD BEHINDERT, ZUGANG ZU AKTEN EINGESCHRÄNKT“
In der Beschwerdeschrift der CHP wurde insbesondere auf die Behinderungen des Rechts auf Verteidigung hingewiesen. Es wurde dargelegt, dass der Zugang von Anwälten zu den Akten willkürlich eingeschränkt und die juristische Verteidigung systematisch erschwert werde.
Es wurde betont, dass diese Praktiken „einen Schatten auf die Unabhängigkeit und Unparteilichkeit der Justiz werfen und den Grundsatz des fairen Verfahrens aushebeln“.
„ÖFFENTLICHE BEDIENSTETE SIND NICHT VON DER VERFASSUNG AUSGENOMMEN“
„Der durch Artikel 2 der Verfassung garantierte Rechtsstaatsgrundsatz ist nicht nur für Bürger, sondern auch für diejenigen bindend, die öffentliche Gewalt ausüben“, heißt es in der Schrift, in der daran erinnert wurde, dass kein öffentlicher Bediensteter die Befugnis habe, universelle Menschenrechte und die Garantien der Verfassung zu verletzen.
Es wurde gefordert, gegen die beschuldigten Staatsanwälte wegen Straftaten wie „Amtsmissbrauch, Verletzung der Vertraulichkeit von Ermittlungen, Beleidigung, Verleumdung und Freiheitsberaubung“ zu ermitteln. Zudem wurde verlangt, ihr Verhalten im Hinblick auf die europäischen Grundsätze richterlicher Ethik und die türkische Erklärung zur richterlichen Ethik zu bewerten.
„DAS IST KEIN RECHTSVERFAHREN, SONDERN EINE POLITISCHE OPERATION“
Die stellvertretende CHP-Vorsitzende und für Wahl- und Parteirechtsangelegenheiten zuständige Gül Çiftci kritisierte den Justizprozess in einer Erklärung scharf:
„Hier findet kein Gerichtsverfahren statt, sondern eine Justizoperation, die direkt aus dem Zentrum der Politik gesteuert wird. Die Staatsanwaltschaft überschreitet die Grenzen des Rechts und positioniert sich gemäß der Agenda der Exekutive. Das Ziel ist es, die Opposition zum Schweigen zu bringen und unsere Bürgermeister sowie Juristen zu bestrafen.“
OFFENER AUFRUF AN DEN HSK: „ERFÜLLEN SIE IHRE PFLICHT“
Çiftci forderte den HSK zum Handeln auf:
„Dass der Rat der Richter und Staatsanwälte angesichts dieser rechtswidrigen Praktiken unverzüglich und unabhängig handelt, ist keine Option, sondern eine verfassungsrechtliche Notwendigkeit. Andernfalls wird die Legitimität der Justiz vollständig zusammenbrechen; das Vertrauen der Bevölkerung in das Recht und der soziale Frieden werden irreparabel geschädigt.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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